FWG grenzt sich von FW Partei ab – Mutschler: „Wir wollen keine Landespolitik machen“

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Leicht zu verwechseln: Der Interessenverband der FWGs ist etwas anderes, als die Partei Freie Wähler.

Die Freie Wählergemeinschaft Schwalm-Eder distanziert sich von der Freie Wähler-Partei und ihren Landtagskandidaten. Kreisvorsitzender Helmut Mutschler fordert die FWG-Wähler sogar auf, die FW-Partei-Kandidaten nicht zu wählen.

Schwalm-Eder. „Der Vorstand der Freien Wählergemeinschaft Schwalm-Eder (FWG) distanziert sich von der FW-Partei und ihren Landtagskandidaten“, mit diesem Satz beginnt eine Pressemitteilung, die die Freie Wählergemeinschaft Schwalm-Eder am Montag dieser Woche veröffentlichte. Helmut Mutschler, Kreisvorsitzender der FWG im Schwalm-Eder-Kreis, erklärt: „Angesichts der Namensähnlichkeit kann es leicht zu Verwechslungen kommen. Das mag irritierend für die Wähler sein: Aber die FWG und die FW-Partei sind zwei Paar Schuhe.“

Helmut Mutschler, FWG-Vorsitzender im Schwalm-Eder-Kreis.

FWGs gebe es bereits seit 60 Jahren. Und Ziel der Gemeinschaften sei es immer gewesen, Politik auf kommunaler und auf Kreisebene zu machen, niemals aber auf Landes- oder Bundesebene. Im Gegensatz zur FW-Partei. Die Partei will bei den kommenden Wahlen im Herbst endlich den Sprung in den Hessischen Landtag schaffen – 2013 landete die Partei bei 1,2 Prozent.

Die beiden Direktkandidaten für den Schwalm-Eder-Kreis sind Dr. Christoph Pohl aus Fritzlar (Wahlkreis 7) und Engin Eroglu aus Schwalmstadt (Wahlkreis 8). Letztgenannter ist sogar Landesvorsitzender der Freien Wähler Partei. Obwohl Pohl noch der Kreistagsfraktion der FWG angehört, geht Mutschler auf Distanz und erklärt als Vorsitzender stellvertretend für die FWG Schwalm-Eder: „Landespolitik zu machen ist nicht das, was wir FWGler wollen. Das widerspricht auch Teilen unserer Satzung. Wir verstehen uns als frei, unabhängig, überparteilich. Wir wollen eben nicht von einem Landesparteivorstand aus ins Land hineinregieren.“

Dr. Christoph Pohl tritt im Wahlkreis 7 für die FW-Partei als Landtagskandidat an.

Verärgert ist Mutschler vor allem darüber, dass die FW-Partei nicht selbst um Aufklärung und eine Abgrenzung bemüht sei. Mutschler stellt klar: „Die Kandidaturen dieser beiden FW-Partei-Mitglieder zur Landtagswahl im Herbst werden vom Kreisverband der FWG nicht unterstützt. Die Kandidaten in den beiden Wahlkreisen des Schwalm- Eder-Kreises sind keine Mitglieder des FWG Kreisverbands.“

Mutschler geht sogar noch weiter: Er ruft FWG-Wähler auf, die FW-Partei-Kandidaten nicht zu wählen. Mutschler: „Die FW Partei bekämpft in mehreren Städten und Kreisen in Hessen alteingesessene FWG-Verbände. Wegen dieser feindseligen Haltung ist sie nach unserer Auffassung für FWG-Mitglieder nicht wählbar.“

Die Partei nutze den „guten Namen“ der im Kreis etablierten Freien Wählergemeinschaften aus, um Wahlkampf auf Landesebene zu betreiben und sich mit fremden Federn zu schmücken, ist sich Mutschler sicher. „Wir als Freie Wählergemeinschaft sehen deshalb gerade jetzt die Notwendigkeit, noch einmal vor der Landtagswahl klarzustellen, dass wir nichts mit der Freien Wähler-Partei zu tun haben und deren Ziele nicht unsere sind“, macht Mutschler deutlich.

Das sagt Engin Eroglu zu den Vorwürfen

Auf Nachfrage unserer Zeitung äußerte sich der Landesvorsitzende der FW-Partei Engin Eroglu zu den Ausführungen des FWG Kreisvorsitzenden Helmut Mutschler und zeigt sich irritiert.

Engin Eroglu, Landesvorsitzender der Partei Freie Wähler Hessen, und FW-Landtagskandidat.

Eroglu erklärt: „Ich muss mich stark wundern, dass Helmut Mutschler gegen eine Partei wettert, deren Kreisverband er doch selbst mitgegründet hat und deren Vorsitzender er über Jahre war. Die Vorwürfe, die Partei und die alteingesessenen FWG-Verbände würden sich in Städten des Kreises bekämpfen, sind völlig haltlos und aus der Luft gegriffen. Als Fraktionsvorsitzender der FWG im Schwalmstädter Stadtparlament kann ich das sehr gut beurteilen. Das ist definitiv nicht so! Ich denke, die aktuelle Vorgehensweise von Helmut Mutschler ist eher auf gekränkte Eitelkeit zurückzuführen und sein persönlicher Versuch mit der Partei abzurechnen, nachdem es ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn gegeben hat.“

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