Der Grippe-Virus sorgt für Ausnahmezustand: Schwalm-Eder-Kreis kämpft gegen Influenza-Fälle

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Damit man sich gar nicht erst mit Krankheitserregern ansteckt, zeigen Ihnen die Kranken- und Gesundheitspflegerinnen Jessy-Ann Scheibe (li.) und ihre Kollegin Elly Krüger, worauf zu achten ist, denn bis zu 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen. Mehr dazu unten in der EXTRA INFO.

Bisher sind bereits 113 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis an der echten Grippe, besser bekannt als Influenza, erkrankt. Vier Tote sind nach momentanem Stand die Folge der Grippewelle, die auch vor Kindertagesstätten und Kliniken nicht Halt macht.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Schwalm-Eder. So schlimm wie seit Jahren nicht mehr überschwemmt die Grippewelle momentan den Schwalm-Eder-Kreis. Vor allem die Zahl der Betroffenen, die an echter Grippe (auch Influenza genannt) erkrankt sind, häuft sich in den letzten Tagen: Mittlerweile wurden 113 Influenza-Infektionen im Schwalm-Eder-Kreis gemeldet.

Soziale Einrichtungen im Schwalm-Eder-Kreis, wie beispielsweise Kindertagesstätten, meldeten erhebliche Einschränkungen im Betrieb der letzten Tage. Vier Todesfälle wurden bis zum Redaktionsschluss gemeldet. Vor allem Senioren, Schwangere und Menschen mit chronischen Erkrankungen sind besonders gefährdet, doch letztendlich kann jeder die Grippe bekommen.

Patrick Müller-Nolte (Asklepios).

Auch vor den Asklepios Kliniken in Schwalmstadt und Melsungen machen die Grippeviren keinen Halt, berichtet Patrick Müller-Nolte: "Täglich verzeichnen wir einen Anstieg neuer Infektionen. Davon betroffen sind mittlerweile leider auch deutlich mehr als 40 Kollegen aus dem Pflegebereich. Das hier ist ein Ausnahmezustand."

Der medizinische Leiter der Notaufnahme am Asklepios Klinikum Schwalmstadt spricht auch von einer Ausnahmesituation und bittet die Bevölkerung um Verständnis, denn momentan sei es in den Asklepios Kliniken nur möglich, sich um Notzuweisungen zu kümmern und diese aufzunehmen. Ein akuter Fall aus dem Kasseler Kreis Niestetal wurde gerade in das Schwalmstädter Klinikum gebracht, "dies zeigt, wie dramatisch die Situation auch in einigen Nachbarkreisen derzeit ist", so Müller-Nolte.

Angesichts der vorherrschenden widrigen Umstände vor Ort mussten außerdem bereits geplante Eingriffe abgesagt oder verschoben werden. "Wir geben aber weiterhin unser Bestes. Wir tun, was wir können", erklärt Patrick Müller-Nolte.

Dr. Murat Yildiz (Klinik Fritzlar).

Im einige Kilometer entfernten Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist sieht die Lage entspannter aus. "Natürlicherweise ist der Krankenstand in der aktuellen Grippe- und Erkältungszeit höher als zu anderen Jahreszeiten. Aktuell können wir sagen, dass der Krankenstand im Vergleich zu den Vorjahren nicht noch mehr angestiegen ist.", heißt es in einer Pressemitteilung des Hauses. Auch sie haben aktuell Influenza-Fälle, teils mit schweren Verläufen.

Sollte ein Patient mit Verdacht auf Influenza eingewiesen werden, ist in beiden Einrichtungen das Prozedere dasselbe: Er wird sofort isoliert und erhält einen Rachenabstrich. Mit einem Schnelltest kann innerhalb von zwei bis vier Stunden das Ergebnis vorliegen. Sollte er erkrankt sein, wird er in einem Zimmer isoliert betreut, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Doch ab wann sollte man sich ins Krankenhaus begeben? Dr. Murat Yildiz, Chefarzt der Klinik Innere Medizin, Sektion Kardiologie und Pulmologie empfiehlt: "Patienten mit schwerer Luftnot, starken, anhaltenden Schmerzen – trotz Schmerzmittel – sollten den Weg ins Krankenhaus nicht scheuen. Selbiges gilt bei starkem Flüssigkeitsverlust durch Durchfall oder Erbrechen, der nicht ausgeglichen werden kann sowie bei Patienten, die sich nicht mehr selbst versorgen können und keine weitere Hilfe bekommen."

EXTRA-INFO Richtige Hygiene – darauf sollten Sie achten:

Waschen Sie sich gründlich die Hände mit Wasser und Seife, besonders dann, wenn Sie Kontakt zu Erkrankten hatten oder mit Gegenständen, die Erkrankte berührt, haben. Halten Sie die Hände zunächst unter fließendes Wasser. Seifen Sie die Hände dann gründlich ein – sowohl Hand­innenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Denken Sie auch an die Fingernägel. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden.

Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Verwenden Sie in öffentlichen Toiletten zum Schließen des Wasserhahns Ihren Ellenbogen. Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen sorgfältig mit einem sauberen Tuch ab.

Berühren Sie mit Ihren Händen so wenig wie möglich die Schleimhäute von Augen, Mund und Nase. Vermeiden Sie nach Möglichkeit engen Kontakt zu Erkrankten, auch im häuslichen Umfeld.

Oberste Regel zu Grippehochzeiten ist das Vermeiden von Handkontakt, deshalb in dieser Zeit lieber keine Hand zur Begrüßung schütteln und halten Sie Abstand zu niesenden oder hustenden Personen.

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