Große Weinlese am Böddiger Berg in Felsberg verspricht super Ernte

Weinkönigin Karina Hilgenberg war auch vor Ort.
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Weinkönigin Karina Hilgenberg war auch vor Ort.
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Rosi Lenz (li.) und Ingrid Wolf kennen sich schon aus auf dem Weingut.
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Rosi Lenz (li.) und Ingrid Wolf kennen sich schon aus auf dem Weingut.
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Das Refraktometer misst den Öchsle-Wert.
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Das Refraktometer misst den Öchsle-Wert.
Willi Salzmann ist schon zum 25. Mal bei der Weinlese mit dabei.
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Willi Salzmann ist schon zum 25. Mal bei der Weinlese mit dabei.

80 Helfer arbeiteten am Dienstag, 18. September, seit 8 Uhr für die diesjährige Weinlese am Böddiger Berg. Fördervereinsvorsitzender Klaus Stiegel freut sich auf eine reichhaltige Ernte in diesem Jahr.

Felsberg-Böddiger. Bereits um 8 Uhr in der Früh haben sich 75 Freiwillige auf den Weg zum Böddiger Berg gemacht, um durch die Reihen des Weinguts zu gehen und die Trauben zu lesen. „Zusammen mit den Helfern vom Bauhof sind wir wieder circa 80 Personen auf dem Weingut“, freut sich Fördervereinsvorsitzender Klaus Stiegel an dem sonnigen Morgen. Jan Machmar ist mit seinen Kollegen vom Bauhof daher für die Logistik zuständig, sammelt volle Kisten ein und verlädt diese in einen Lkw. „Ich bin schon das vierte Mal dabei und wir sind ein eingespieltes Team“, freut sich Machmar.

Rosi Lenz (li.) und Ingrid Wolf kennen sich schon aus auf dem Weingut.

Rosi Lenz aus Felsberg und Ingrid Wolf aus Marburg sind auch schon ein paar Jahre immer wieder vor Ort und meinen: „Es herrscht eine schöne Stimmung hier und man macht was zusammen. Das macht einfach Spaß.“ Wolf ergänzt zudem: „Ich war schon früher bei Weinlesen in Frankreich dabei. Es ist einfach toll, wenn die Sonne rauskommt.“ Stiegel bestätigt, dass viele Leser regelmäßig dabei sind und gerne jedes Jahr wiederkommen, aber auch immer Neulinge willkommen sind. Nach einer kurzen Einweisung werden die Leser mit Eimer sowie Schere ausgerüstet und gehen dann immer zu zweit in eine Reihe.

Willi Salzmann ist schon zum 25. Mal bei der Weinlese mit dabei.

Einer der ältesten Leser ist Willi Salzmann, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum auf dem Böddiger Berg zelebriert: „Ich habe schon vor 50 Jahren das erste Mal in Rheinhessen gelesen und es machte schon damals Spaß. Daher fing ich vor 25 Jahren an, jedes Jahr mitzumachen. Man trifft schließlich auch immer alte Bekannte,“ freut sich der 76-Jährige. Mit dabei hat er auch ein Refraktometer, das zur Feststellung der Öchsle (Zuckergehalt einer Traube) geeignet ist. Salzmann drückt dafür leicht an einer Traube, damit ein wenig Flüssigkeit auf eine glatte Fläche des Geräts kommt. Durch ein Guckloch lässt sich dann an einer Skala ablesen, wie viel Öchsle die einzelne Traube hat. Einen repräsentativen Durchschnittswert gibt es aber erst, sobald die Mitarbeiter des Bauhofs die Weinlese nach Eltville zum Hessischen Staatsweingut gebracht haben, wo dann der Wein zubereitet wird.

Jan Machmar vom Bauhof ist zum vierten Mal dabei.

Stiegel erwartet in diesem Jahr von der Menge und Qualität her eine sehr gute Ernte. „Bei 20 Kilogramm pro Kiste und 600 Kisten rechne ich mit elf Tonnen, womit wir am oberen Limit der Ernte wären. Die Trauben sind witterungsbedingt nur etwas kleiner als sonst“, berichtet Stiegel stolz. Weiter rechne er mit rund 9.000 Flaschen Wein. Zum Vergleich gab es 2017 lediglich 1.850 Flaschen, wodurch diese auch nicht in den freien Verkauf gingen. Eventuell werde auch Sekt aus den Trauben hergestellt.

Die 17-jährige Jana Diehl macht zum ersten Mal mit.

Die anwesenden Helfer kommen von Marburg bis Göttingen und sind bis zu 80 Jahre alt, doch auch sehr junge Helfer sind dabei, wie die 17-jährige Jana Diehl. „Ich bin durch meine Schule hier. Das gehört mit zur Berufs- und Studienorientierung. Es ist mal was anderes und macht Spaß“, erzählt die Melsunger Geschwister-Scholl-Schülerin.

Zur Weinlese kam natürlich auch Weinkönigin Karina Hilgenberg, die auf rund zwölf Terminen im Jahr die Stadt und das Weingut vertritt. „Die Stelle war 2008 ausgeschrieben und mein Vater meldete mich ohne mein Wissen an. Nun komme ich viel rum, lerne viele Menschen kennen und es macht mir auch weiterhin Spaß“, so die Weinkönigin, die als Lehrerin in der Grundschule in Felsberg-Neuenbrunslar tätig ist. Unterstützt wird sie von ihrer Schwester Viktoria, die seit vier Jahren die Weinprinzessin ist.

Klaus Stiegel freut sich auf eine super Ernte.

Alle Helfer bekommen über den Tag hinweg regelmäßig eine Stärkung durch Frühstück, Mittagessen und Kaffee, bis dann circa um 16 Uhr alle Weintrauben gelesen sind.

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