Gruben für Highspeed: Breitbandausbau in der Gemeinde Neuental

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Nur noch wenige Schritte, dann hat auch die Gemeinde Neuental schnelles Internet: (v. li.) Bauleiter Christian Götz, Vorarbeiter Christian Eppler, Christina Hardacker (Bauverwaltung), Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm und Bohrmaschinenführer Markus Ranziger an einer der Gruben in Waltersbrück.

Nur noch wenige Wochen, dann ist Neuental auch mit Glasfasern verlegt. Damit wird die Gemeinde Monate vor der eigentlichen Planung mit dem Breitbandausbau fertig.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Neuental.„Ich weiß, Neuental ist zur Baustelle geworden“, sagt Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm frei heraus, „aber es passiert auch was in der Gemeinde.“ Gemeint sind die Anschlussstellen der A 49, das Gewerbegebiet Bischhausen inklusive des Supermarktes und die Planungen an der Kita Lummerland. „Nach der Entlassung aus dem Schutzschirm können wir jetzt loslegen mit den Investitionen in die Zukunft.“ Und zur Zukunft im ländlichen Raum gehört für ihn auch schnelles Internet. So geht nun der Breitbandausbau auch in Neuental voran, „denn die Leute wollen ans digitale Leben angeschlossen werden“, so der Bürgermeister. Schlierbach hatte durch einen Gewerbetreibenden bereits Glasfaserkabel, nun wurde in den restlichen sieben Ortsteilen nachgezogen. Vier davon sind bereits fertig. Zimmersrode, Römersberg und Waltersbrück stehen noch an.

Der Bürgermeister und Christina Hardacker von der Bauverwaltung warfen in Waltersbrück mal einen Blick in die Baugruben der Firma Weigand Bau, die für den Breitbandausbau zuständig ist. Vorarbeiter Christian Eppler erklärt das Verfahren: „Im Abstand von circa 125 Metern wurden acht Gruben ausgehoben. Der Bohrer der Felsbohranlage besitzt an seiner Spitze eine Sonde, die mit einem Messgerät geortet werden und so den Bohrer gezielt steuern kann. So werden die Leerrohre für die Glasfasern mit dem Spühl-Bohr-Verfahren unter der Erde verlegt.“ In Waltersbrück seien noch drei Gruben offen, die werden aber Ende der Woche fertiggestellt, ist Eppler zuversichtlich. Wenn alle Leerrohr-Verbindungen hergestellt sind, kommt der „Einbläser“. Er bringt die Glasfaserkabel mit Hilfe von Druckluft in die Leerrohre ein. Danach kommen Techniker, die die Glasfasern zusammenschweißen. Das Ganze nennt sich „spleißen“. So werden die verlegten beziehungsweise eingeblasenen Glasfasern verbunden. Dabei muss sehr behutsam vorgegangen werden, denn das sind feine Drähte, die – wie der Name schon sagt – aus Glas bestehen und leicht brechen können. Sind die Glasfaserpakete in der Erde verlegt, müssen sie mit Hilfe einer Glasfasermuffe gekoppelt werden. Die liegt dann in einem Schaltkasten bei der Feuerwehr.

In drei bis vier Wochen sei Waltersbrück mit Glasfasern verlegt, so Bohrmaschinenführer Markus Ranziger. Der Breitbandausbau wird damit im Sommer in der Gemeinde fertiggestellt werden, somit Monate vor der ursprünglichen Planung, die sich auf das dritte oder vierte Quartal belief. Dann surfen die Kunden der Firma Netcom Kassel mit bis zu 50 MBit/s im Internet, die auf bis zu 100 MBit/s erweitert werden können. Bisher gehen die Glasfasern bis zur Bordsteinkante. Danach fließen die Daten über die alten Kupferkabel des Festnetzes ins Haus. Bei zukünftigen Straßenbauarbeiten werden die Glasfaser-Anschlüsse direkt ins Haus angebunden, was für eine höhere Surfgeschwindigkeit sorgen wird. Dafür steht der Gemeinde eine Fördersumme vom Bund in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung.

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