Gudensberg: Deutsche und ukrainische Jugendliche trafen sich

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"Gegen die Mauern in den Köpfen", war das Motto der dritten deutsch-ukrainischen Jugendbegegnung in Gudensberg.

Gudensberg. Abschottung und der Bau neuer Mauern – in den Köpfen vieler Politiker scheint das der Weg zu sein, die gegenwärtigen Probleme zu lösen. Ganz andere Vorstellungen haben rund 35 Jugendliche aus Gudensberg und der ukrainischen Partnerstadt Schtschyrez: Sie trafen sich im Juli in der Chattengaustadt zur dritten deutsch-ukrainischen Jugendbegegnung, um sich näher kennenzulernen, um zu erfahren, wie der andere lebt und was ihn bewegt.

In der Begegnungswoche wartete ein spannendes Programm auf die Teilnehmer/innen. Nur ungern ging man wieder auseinander.

Kernstück der Jugendbegegnung, die von der Gudensberger Stadtjugendfeuerwehr zusammen mit der Stadt Gudensberg und dem Gudensberger Partnerschaftsverein ausgerichtet wurde, war die gemeinsame Theaterarbeit. Ein Medium, in dem Bewegung und körperliche Ausdrucksformen eine große Rolle spielen und mit denen sprachliche Lücken schnell überbrückt werden können. Hedwig Warnek, Florian Beelmann und Finn Howell, die als Theaterpädagogen den Workshop leiteten, verstanden es, Emotionen sichtbar werden zu lassen. Manchmal reichte es auch, mit Begriffen zu arbeiten. Wenn sie dann noch in Deutsch und Ukrainisch festgehalten werden, stellt sich schnell ein Lerneffekt ein. Ergänzend in Deutsch, Englisch und auch Ukrainisch wurde diskutiert, was man unter „Freiheit“ oder „Hoffnung“ versteht.

Im Rahmenprogramm zeigten die Gudensberger Jugendlichen ihren ukrainischen Freunden die Region, denn nur wenige waren bereits bei den vorangegangenen Begegnungen dabei: Das Interesse an der Erfahrung in Gudensberg war so groß, dass nicht alle, die gern dabei gewesen wären, mitgenommen werden konnten. So wurde der neue Musikalische Wanderweg erkundet, der auf spielerische Weise die Beschäftigung mit Musik fördert.

In der Freizeit konnten sich die Teilnehmer/innen im Terrano-Naturbad dank des guten Wetters entspannen und neue Kraft für die weiteren Programmpunkte sammeln.

Untergebracht waren die ukrainischen Gäste im alten Pfarrhaus, gefrühstückt und gekocht wurde im F26. Von dort brach man auch zu den weiteren Ausflügen in die Region auf: Der nordhessischen Metropole Kassel und seinem interessanten Naturkundemuseum wurde ein Besuch abgestattet. In der Gedenkstätte Trutzhain trafen deutsche und ukrainische Teilnehmer auf ein Kapitel deutscher und zugleich europäischer Geschichte, was auch heute nicht ausgeblendet bleiben darf.

Auch ein wenig offiziellen Charakter hatte das Treffen: Begleitet wurde die ukrainische Jugendgruppe von Volodymyr Popovych und Andriy Nahirnyy, beide stellvertretende Bürgermeister in Schtschyrez. Sie trafen sich mit Bürgermeister Frank Börner und dem Koordinator für die kommunale Entwicklungspolitik, Dr. Eberhardt Kettlitz, zu einem Fachprogramm, denn die ukrainische Kommunalverwaltung befindet sich in einem durchgreifenden Reformprozess. Struktur und Arbeitsweise der Gudensberger Verwaltung standen genauso wie Besuche auf den aktuellen kommunalen Baustellen auf dem Programm.

Am Samstag vor der Rückreise war schließlich ein großes Zusammenkommen angesagt. Eingeladen waren alle, die sich für das, was in der gemeinsamen Woche passierte und nun bei einer Präsentation vorgestellt werden sollte, interessierten: Die Ergebnisse des Theaterworkshops als Szenen und in einzelnen Beiträgen. Rückblicke aus der individuellen Sicht der Teilnehmer, angereichert mit Musik, Singen und Tanz. Eben ein großes und ausgelassenes Fest, bevor man auseinandergeht.

Mit der dritten deutsch-ukrainischen Begegnung in Gudensberg hat sich ein Treffen etabliert, welches neue Horizonte öffnet.

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