Gudensberg: Karl-Heinz Althans pflegt in Eigeninitiative eine Wanderhütte

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Besuch in der „Kammerberg-Hütte“: Bürgermeister Frank Börner (l.) und Karl-Heinz Althans.

Rentner rettete die Kammerberg-Hütte vor dem Verfall und baute sie in liebevoller Kleinarbeit zur Schutzhütte für Wanderer aus

Gudensberg. Wer im Langenberg unterwegs ist und seine Wanderung von Gudensberg kommend am Kammerberg beginnt, hat gute Chancen, jetzt, in der Sommerzeit, Karl-Heinz Althans, in „seiner“ Waldhütte anzutreffen. Vor vielen Jahren hat der Gudensberger Naturfreund eine Anlaufstelle für alle geschaffen, die sich über Tiere und Pflanzen des Waldes informieren möchten, oder einfach nur ein schönes Plätzchen zum Ausruhen suchen. In diesen Tagen sieht er alle zwei Tage nach dem Rechten, füllt den Bonbonteller wieder auf, damit sich seine Gäste willkommen fühlen.

Bürgermeister Frank Börner erzählt Karl-Heinz Althans beim Besuch, wie alles einmal angefangen hat mit der Hütte: Anfang der 1990er Jahre rettete er das baufällige Holzgebäude des ehemaligen Pflanzgartens vor dem endgültigen Verfall und machte in liebevoller Kleinarbeit eine Schützhütte für Wanderer und zugleich ein Informationszentrum daraus. 2014 stand dann eine Generalsanierung an: Gerhard Schneider und Zimmerermeister Günther Möbus gingen Karl-Heinz Althans zur Seite und bauten die Hütte komplett neu auf.

Die Vögel des Waldes finden an der Hütte Futterstellen.

Für die Details war dann wieder der Waldkenner Althans zuständig: Zahlreiche Infotafeln zeigen die Tiere des Waldes, Holztafeln mit Aphorismen regen zum Nachdenken an. Und wer dort sitzt und sich eine Pause gönnt, hört vielleicht die Siebenschläfer im Abstellraum nebenan „geckern“. Den kleinen Waldnagern hat Althans einen Rückzugsraum geschaffen, in den Plastikeimern legen sie ihre Bauten an und finden auch den einen oder anderen von Althans ausgelegten Leckerbissen.

Doch nicht nur an die Siebenschläfer denkt der Naturfreund: Um die Hütte herum finden die Vögel des Waldes im Winter üppige Futterstellen. Um die Flattermänner sorgt sich Althans besonders: „Ich habe schon gemerkt, dass die Artenvielfalt in den letzten Jahren nachgelassen hat.“ In der kalten Jahreszeit falle es den Vögeln schwer, sich mit ausreichend Nahrung zu versorgen, daher hilft Althans aus.

Bürgermeister Frank Börner war es ein Anliegen, Karl-Heinz Althans für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz Danke zu sagen. „Mit der Hütte haben Sie ein wirkliches Refugium geschaffen, bei dem sich ein Besuch lohnt und das sich leicht erreichen lässt“, sagte das Stadtoberhaupt. Vom Kammerberg her ließe sich der Naturpark ideal durch Wanderer und Radfahrer erschließen. Der Odenbergturm, das Lautariusgrab und die „Kammerberg-Hütte“ als kleines Naturschutzzentrum seien dort die Highlights.

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Mitstreiter gesucht

Karl-Heinz Althans denkt an die Zeit, in der er nicht mehr so viel für die Kammerberg-Hütte tun kann und sucht daher Mitstreiter, die Interesse haben, zum Erhalt der Hütte beizutragen. Der Stundenumfang und Aufgaben können nach Neigung und Möglichkeiten festgelegt werden. Interessenten melden sich bitte bei ihm unter Tel. 05603/4692.

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