Gudensberger Feuerwehrmann Jörn Althans ist auch ein begnadeter Modellbauer

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Rund 700 Stunden hat der 43-Jährige in den Nachbau der neuen Gudensberger Feuerwache investiert.

Gudensberg. „Ich bin schon ein kleines bisschen ein Perfektionist“, sagt Jörn Althans über sich selbst und die Art und Weise, wie er sein Hobby ausübt. Das ist der Modellbau. Aber nicht irgendein Modellbau. Althans geht nicht in den Laden und kauft sich irgendwelche Modellbausätze. Nein, bei ihm ist quasi alles Handarbeit. Und alles, was der 43-Jährige baut, hat lokalen Bezug.

Jüngstes Beispiel: Jörn Althans ist schon seit über 30 Jahren Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Gudensberg. Die bekam letztes Jahr für über fünf Millionen Euro in der Metzer Straße eine neue Feuerwache. Für Althans Grund genug, die neue Wache im Maßstab 1:87 nachzubauen.

Fast alle Teile des Modells sind im Eigenbau angefertigt. „Für mich ist der Nachbau der Wache auch eine Premiere, denn ich habe bei diesem Modell erstmals auch das Innenleben nachgebaut“, so Althans. Schaut man durch das Fenster der Werkstatt, sieht man einen Mann, der ein Teil schweißt. Natürlich blitzt es dabei, wie beim echten Schweißen. In der Lagerhalle sind die Regale zu erkennen und ein Gabelstapler hebt gerade eine Tragkraftspritze in ein Regal. Der Küchentrupp hat die Feldküche in Betrieb. In der Fahrzeughalle hängen, wie beim Original, an jedem Fahrzeugstellplatz die Abgasschläuche von der Decke und im Unterrichtsraum findet gerade eine Ausbildung statt. Wenn es dunkel wird, dann darf natürlich die Beleuchtung des Hauses nicht fehlen.

Der gelernte Elektriker, der vor einigen Jahren auch noch die Ausbildung zur „Fachkraft für Abwassertechnik“ absolvierte und bei der Kläranlage der Stadt Gudensberg arbeitet, hat aber auch Feuerwehreinsätze nachgebaut. So beispielsweise einen am Baunataler Ratio. „Dort war ein Bauarbeitertrupp damit beschäftigt, den Asphalt zu erneuern“, erzählt Althans, „und weil die Baustelle nur unzureichend abgesichert war fuhr ein Rollerfahrer auf den frischen Asphalt, klebte fest und überschlug sich.“ Dieses Modell hatte er für einen Freund gefertigt, der bei der Baufirma arbeitete.

Angefangen mit dem Modellbau hat der Familienvater im Alter von 16 Jahren. Althans: „Der Stiefvater meiner damaligen Freundin hatte mich dazu gebracht.“ Inzwischen sind zig Modelle entstanden, die Althans teilweise auch verkaufen konnte. Zum Beispiel das von seiner ehemaligen Arbeitsstelle, dem Basaltwerk Melato in Fritzlar. „Ich hatte Vorbrecher, Mischanlage und anderes nachgebaut“, erinnert sich Althans, „und mein damaliger Chef fand das Modell so toll, dass er es gekauft hat.“

Auch seine jetzige Arbeitsstelle, die Kläranlage zwischen Maden und Obervorschütz hat Althans bereits nachgebaut. Das Modell ist dort im Dachgeschoss ausgestellt.

Großen Gewinn macht der 43-Jährige mit dem Verkauf seiner Modelle jedoch nicht. „In die neue Gudensberger Feuerwache habe ich beispielsweise rund 700 Stunden Arbeit investiert. Wer will das denn bezahlen“, fragt Althans.

Allerdings baut der Gudensberger auch Modelle für Kommunen nach. Beispielsweise hat er den Dorfplatz von Bad Wildungen-Wega angefertigt. „Und wenn da jemand Interesse hat, kann er sich gerne mit mir in Verbindung setzen“, so Althans abschließend.

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