Guxhagen wächst zusammen: Am Kloster Breitenau entsteht ein modernes Quartier

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Gute zwei Stunden standen sie den Besuchern Rede und Antwort: (v.li.) Friedemann Roller (Ausrichter des Architekturwettbewerbs), Irmgard Raschka-Halberstadt (Geschäftsführung, Vitos Kurhessen), Claus Peter Müller (Moderator), Petra Brunnhofer (Architekturbüro Loma, Preisträger des Wettbewerbs), Ilona Stack-Hahne (Therapeutische Leiterin der begleitenden psychiatrischen Dienste, Vitos Kurhessen), Prof. Berthold Penkhues (TU Braunschweig, Vorsitzender des Preisgerichts) und Edgar Slawik (Bürgermeister Guxhagen).

Im Klostergarten sollen 18 Wohnungen für Menschen entstehen, die chronisch unter psychischen Erkrankungen leiden. 20 weitere soll es für Privatpersonen geben.

Guxhagen. „Von einer Korrektionsanstalt zur Kaiserzeit zum modernen Quartier“, lobt Guxhagens Bürgermeister Edgar Slawik die Bestrebungen von Vitos Kurhessen, in dessen Auftrag der Architekturwettbewerb ausgeschrieben wurde. „Was Herr Braun in Altmorschen geschafft hat, müsste auch uns in Guxhagen gelingen“, wünscht sich das Guxhagener Stadtoberhaupt und spielt auf das Kloster Haydau an, in dessen Räumen heutzutage von Konzerten über Ausstellungen bis hin zu Lesungen einiges an kulturellem Programm geboten wird. Das Ziel des Klostergartens Breitenau – wie der Name des Quartiers lautet – sei die Erschließung von attraktivem und lebenswertem Wohnraum und das mitten im Herzen Guxhagens.

Bundesweit haben sich insgesamt 37 Architekturbüros an dem Ideenwettbewerb beteiligt und auf ganz unterschiedliche Weise die Flächen hinter den Klostermauern genutzt. Die eingereichten Beiträge konnten vor Kurzem im Vorfeld einer Podiumsdiskussion begutachtet werden.

Während der gut zweistündigen Podiumsdiskussion hatten die Anwesenden Gelegenheit dazu, Fragen zu den einzelnen Entwürfen, dem weiteren Vorgehen und den einzelnen Bauvorhaben zu stellen. Zum Siegerentwurf kürte Prof. Berthold Penkhues, als Vorsitzender des Preisgerichts, den sogenannten „Mas­terplan Breitenau-Guxhagen“ des Kasseler Architekturbüros Loma. Als Vertreterin des Architekturbüros nahm Petra Brunnhofer an der Podiumsdiskussion teil und stellte sich den Fragen der Besucher.

Der preisgekrönte Entwurf fügt sich in die bisherige Optik der Klosteranlage ein, statt die Klos­terwiesen zu verbauen. Mit Hof- und Würfelhäusern entlang der Klostermauer soll die Natürlichkeit des Ortes erhalten werden.

Auch von Penkhues gab es lobende Worte für den Siegerentwurf: „Mit dem ersten Preis wird das Charakteristische des Baudenkmals nicht zerstört, wir behalten einen einzigartigen, 900 Jahre alten Ort.“ Doch nicht nur für den ausgezeichneten Entwurf gab es viel Lob. Auch die Gemeinde Guxhagen und die ortsansässige Kirchengemeinde bekamen anerkennende Worte. Die Geschäftsführerin von Vitos, Irmgard Raschka-Halberstadt, betont: „Bisher haben uns die Gemeinde und auch die Kirchengemeinde sehr positiv unterstützt.“ Die weitere Unerstützung durch Stadt und Kirche sieht Raschka-Halberstadt deshalb als gegeben an.

Im Klostergarten Breitenau sollen 18 Wohnungen für Menschen entstehen, die chronisch unter psychischen Erkrankungen leiden. „Damit sie in weitergehender Normalität leben können“, erklärt Vitos-Pressesprecherin, Andrea André, und sieht den Umzug der Gemeinde auf das Klostergelände als wichtige Unterstützung der psychisch kranken Menschen.

Zusätzlich soll es 20 weitere Wohnungen für Privatpersonen geben, die allerdings noch als Bauherren gesucht werden.

„Die Gemeinde ist jetzt zu uns gezogen“, erklärt André und hofft auf viele Paare und Familien, die jetzt auf das Gelände ziehen und Guxhagen an „diesem historischen Ort noch mehr zusammen wachsen lassen.“

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