Guxhagener Katzenhilfe: „Immer mehr Halter schieben ihre alten, kranken Katzen ab“

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Helden für Samtpfoten – die Vorstandsmitglieder der Guxhagener Katzenhilfe: (v.li.) Dirk Strämke, Norbert Hesse, Dieter Büchling und Johanna Büchling mit Katze Heidi. Es fehlen: Nadine Schröter, Renate Heintzemann, Regina Makel.

Zu alt, zu krank oder schlichtweg zu lästig – immer mehr herzlose Halter entledigen sich kurzerhand ihrer Samt-pfoten, wie die Guxhagener Katzenhilfe beklagt. Dabei würden die Tierschützer immer häufiger mit den traurigen Schicksalen der Gnadenbrotkatzen konfrontiert.

Guxhagen. Immer mehr ausgesetzte Katzen – Babykatzen, verletzte Tiere oder sehr alte – wurden bei der Guxhagener Katzenhilfe in den letzten Monaten abgegeben.

Die Gründe: Entweder sind die Unterhaltskosten zu hoch oder es fehlt das Geld für die bevorstehenden tierärztlichen Behandlungen. Immer wieder muss festgestellt werden, dass sehr alte Katzen ausgesetzt werden. „Diese Katzen werden zum Teil einfach weggeworfen wie eine faule Kartoffel oder bei uns abgegeben. Wir sind mit den vielen Hilferufen sowohl platzmäßig als auch finanziell schlichtweg überfordert“, klagt Johanna Büchling, Mitbegründerin der Guxhagener Katzenhilfe.

Helden für Samtpfoten – die Vorstandsmitglieder der Guxhagener Katzenhilfe: (v.li.) Dirk Strämke, Norbert Hesse, Dieter Büchling und Johanna Büchling mit Katze Heidi. Es fehlen: Nadine Schröter, Renate Heintzemann, Regina Makel.

Dabei werden vor allem die sogenannten Gnadenbrotkatzen zum Problem: „Eine junge, hübsche Katze zu vermitteln ist kein Problem. Aber alte Katzen, die vielleicht noch krank oder behindert sind, haben kaum eine Chance“, so die Tierschützerin. Dabei werden junge Katzen häufig über das Internet angeboten und weitervermittelt.

Doch die Katzen älterer Menschen, die sich um ihre ebenso alten Tiere nicht mehr kümmern können, würden dann meist bei der Katzenhilfe landen, ergänzt Dieter Büchling. Diese Dauergäste können dann ihren Lebensabend bei den Büchlings oder in einer der anderen sechs Pflegestellen der Katzenhilfe verbringen. „Bevor die Tiere ihrem Schicksal selbst überlassen oder gar getötet werden, nehmen wir sie lieber auf. Denn wenn wir nicht helfen, wird den Katzen gar nicht geholfen“, ist sich Dieter Büchling sicher.

Trauriges Schicksal einer Gnadenbrotkatze: Männlein wurde aus einer Messiwohnung in Kassel gerettet. Die ehemalige Besitzerin konnte sich aufgrund ihrer Alkoholsucht nicht mehr um den Kater kümmern. Männlein musste ein Auge entfernt werden, da dies zu stark verletzt war.

Befürchtung: Zu wenig Platz für Katzenbabys in Not

Aus Erfahrung weiß Johanna Büchling jedoch, dass im Frühsommer wieder viele Katzenmütter mit ihrem Nachwuchs gefunden und zu der Guxhagener Katzenhilfe gebracht werden: „Da mache ich mir schon Sorgen, ob wir dann noch genug Platz für alle haben.“

Holly wurde aus der Kasseler Nordstadt gerettet, wo ein aufmerksamer Hausmeister die Katze bemerkte und die Guxhagener Tierschützer verständigte. Hollys Fell war derart verfilzt und verdreckt, so dass sie komplett geschoren werden musste. Der Tierarzt schätzt die schüchterne Holly auf 16 Jahre, sie wird ihren Lebensabend bei der Katzenhilfe verbringen.

Deshalb suche der Verein dringend neue Pflegestellen. Das sei aber nicht so einfach, betonen die Tierschützer: „Menschen, die eine Pflegestelle bieten wollen, brauchen Platz und Zeit. Das Tier muss optimalerweise einen Raum für sich alleine haben können. Oftmals sind die Katzen traumatisiert oder sehr gestresst. Dann brauchen sie eine Rückzugsmöglichkeit und am besten keinen direkten Kontakt zu anderen Tieren“, erklärt Dieter Büchling.

Aber auch Katzenfreunde, die sich bereit erklären Fahrten zum Tierarzt zu übernehmen, seien geschätzte Helfer: „Die Fahrten fressen einfach viel Zeit, die wir mit der Rettung von Neuzugängen sinnvoller nutzen könnten“, macht Tierschützerin Büchling abschließend deutlich.

Nähere Informationen zur Guxhagener Katzenhilfe hier

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