Haken in Schnabel und Hals: Schwan auf Felsberger Fischteich gerade noch gerettet

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Rettungsaktion mit Kanu: Der Schwan flüchtete zunächst vor den Helfern des Tierheims, kam dann aber ohne fremdes Zutun an Land.

Fast hätte der Schwan mit seinem Leben bezahlt. Auf einem Fischteich im Felsberger Stadtteil Altenburg retteten Mitarbeiter des Tierheims Beuern am Sonntag das Tier vor dem Tod. Der Schwan hatte Angelhaken im Schnabel und Hals stecken. Zudem hatte sich eine Angelschnur um die Zunge gewickelt.

Felsberg-Altenburg. Dieses Mal ist es noch eine Geschichte mit Happy End. Noch – denn was für den Schwan auf dem Fischteich im Felsberger Stadtteil Altenburg beinahe mit dem Tod endete, könnte jederzeit wieder passieren. Es war am vergangenen Sonntag als Spaziergängern der Schwan auffiel, dessen Schnabel von einem Angelhaken durchbohrt wurde. Ein zweiter steckte im Hals, samt Wobbler und Bleigewicht. Sofort setzten die Spaziergänger einen Notruf beim Tierheim Beuern ab. „Sie haben das Tier entdeckt und uns daraufhin verständigt. Wir haben uns gleich auf den Weg gemacht und waren nur wenig später mit zehn Personen vor Ort“, erzählt Johanna Schäfer, Pressewartin des Tierheims.

Der Notruf erreichte das Tierheim gegen 17 Uhr. Erst dreieinhalb Stunden später, gegen 20.30 Uhr, konnte die Rettungsaktion erfolgreich abgeschlossen werden. „Schwäne sind Wildtiere, die instinktiv flüchten, sobald sie Gefahr wittern. Deshalb ist der Schwan vom Ufer in die Teichmitte geschwommen“, berichtet Schäfer. Ein Boot musste also her. Wegen der Schlingpflanzen im Teich sei es jedoch nicht möglich gewesen, ein Motorboot zu Wasser zu lassen. „Ein Bekannter, der bei der Felsberger Feuerwehr ist, hat uns glücklicherweise ein Kanu besorgt, in dem dann zwei Helfer mit einem Netz versucht haben, den Schwan zu fassen – leider ohne Erfolg“, sagt die Pressewartin.

Im Laufe der Aktion hätten die Retter zudem erfahren, dass der Schwan wohl schon seit mehreren Tagen mit dem Haken im Schnabel lebte und ein vorheriger Rettungsversuch, den Angler unternommen hätten, gescheitert sei. Am Ende sei der Schwan jedoch selbst an Land gekommen und habe sich den Rettern gegenüber „sehr kooperativ gezeigt“, wie Schäfer anmerkt. „Normalerweise fauchen Schwäne, breiten ihre Flügel aus und schnappen, wenn man sich ihnen nähert. Das war hier nicht der Fall. Wahrscheinlich war das Tier schon zu sehr geschwächt“, erklärt Schäfer.

Anschließend habe man sofort Wobbler und Bleigewicht entfernt und den Schwan zu einem Tierarzt gebracht. Hier sei das Tier in Narkose versetzt worden, um die festsitzenden Haken und die Schnur zu entfernen. „Vor allem die Schnur, die sich um die Zunge des Tiers gewickelt hatte, war lebensbedrohlich. Die Zunge wurde nicht mehr richtig durchblutet – sie war weiß. So konnte der Schwan auch keine Nahrung mehr aufnehmen“, sagt Schäfer.

Nach erfolgreicher ärztlicher Versorgung, wurde das Tier zu Thekla Pfeiffer gebracht. Die in Bad Wildungen lebende Pfeiffer kümmert sich ehrenamtlich um Wildtiere und hat den weiblichen Schwan aus dem Altenburger Teich wieder aufgepäppelt. Am Freitag holen ihn Mitarbeiter des Tierheims Beuern ab und setzen ihn wieder in seinem Zuhause, dem Altenburger Fischteich, aus.

Damit sich dieser Vorfall nicht wiederholt, appelliert das Tierheim insbesondere an Angler, Schnüre, Haken oder ähnliche Angelutensilien immer wieder mitzunehmen bzw. zu entsorgen. „Insbesondere die Schnüre können für die Tiere auf dem Wasser zu Todesfallen werden“, betont die Pressewartin, die sich noch einmal ausdrücklich bei allen Helfern bedankt, die durch ihren Einsatz dem Schwan das Leben gerettet haben.

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