Wenn ein Halbgott lügt...

Julias (3.v.li.) Exfreund Kevin (li.) und aktueller Freund Andi (2.v.li.) hatten eine handgreifliche Auseinandersetzung. Fritz muss das Chaos mit Frau Irene sortieren, während sich Konkurrent Ottmar (r.) seelenruhig auf seine Präsentation um den Chefarztposten vorbereitet.
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Julias (3.v.li.) Exfreund Kevin (li.) und aktueller Freund Andi (2.v.li.) hatten eine handgreifliche Auseinandersetzung. Fritz muss das Chaos mit Frau Irene sortieren, während sich Konkurrent Ottmar (r.) seelenruhig auf seine Präsentation um den Chefarztposten vorbereitet.
Fritz Tiedemann (Kalle Pohl) stellt sich seiner alten Liebschaft Viola Löffler (Astrid Straßburger) mit falschem Nachnamen vor und verstrickt sich weiter in seinen Lügen.
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Fritz Tiedemann (Kalle Pohl) stellt sich seiner alten Liebschaft Viola Löffler (Astrid Straßburger) mit falschem Nachnamen vor und verstrickt sich weiter in seinen Lügen.
Kevin Müller (David Imper, li.) sollte nach Fritz Tiedemanns (Kalle Pohl) Plan dessen Tochter einen Antrag mit Rosen machen, doch mittlerweile hat sich Fritzs Plan geändert.
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Kevin Müller (David Imper, li.) sollte nach Fritz Tiedemanns (Kalle Pohl) Plan dessen Tochter einen Antrag mit Rosen machen, doch mittlerweile hat sich Fritzs Plan geändert.
Eben noch splitternackt in der Zeitung, nun hautnah: Tochter Julia (Claudia Plöckl) taucht plötzlich bei ihren Eltern Irene und Fritz auf.
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Eben noch splitternackt in der Zeitung, nun hautnah: Tochter Julia (Claudia Plöckl) taucht plötzlich bei ihren Eltern Irene und Fritz auf.

Melsunger Theatersaison startet mit witzigem Irrspiel. Kalle Pohl und seine Schauspielkollegen begeistern das Publikum.

Melsungen. Eigentlich hat Fritz Tiedemann (Kalle Pohl) alles, was es braucht, um neuer Chefarzt einer katholischen Klinik zu werden: Er ist berufserfahrener als sein Konkurrent, glücklich verheiratet und hat eine Tochter. Doch genau die sorgt für Probleme. Denn Tochter Julia (Claudia Plöckl) protestierte gegen die Unterdrückung der Frau – nackt, auf dem Altar des Doms – und ziert damit die Titelseite der Zeitung. Das ist die Ausgangssituation für die Komödie von Erich Virch: Halbgott in Nöten. Der Plan, sie zu verleugnen, geht spätestens dann nicht auf, als auch Konkurrent Ottmar Köttner (Jens Knospe) die Meldung entdeckt und Julia auf der Flucht vor den Medien hineinspaziert.

Ungewollt mit dabei ist auch Kevin Müller (David Imper), der unerwidert in Julia verliebt ist. Im Laufe des Stücks verstrickt sich Fritz in ein Geflecht aus Lügen, um seine Tochter schnellstmöglichst zu verheiraten und sie durch einen neuen Nachnamen weiter zu verleugnen. Als Kandidaten stehen zunächst der liebestrunkene Kevin, aber auch der junge Arzt Andi Löffler parat. Letzteren kennt Julia zwar erst vier Tage, ist dafür aber Hals über Kopf in den jungen Doktor verliebt und ihr Exfreund und Golfballtaucher Kevin ist abgeschrieben.

Alles scheint gelöst, als Andi von seiner Mutter erzählt, die ihn alleine aufgezogen hat. Vor 26 Jahren im August, wurde er auf einer griechischen Insel gezeugt – zur selben Zeit, als Fritz frisch verheiratet war und sich auf derselben Insel im ersten Ehestreit mit Frau Irene (Annette Schneider) befand. Andis Mutter und Archäologin Viola (Astrid Straßburger) taucht zu allem Überfluss auch noch auf und erkennt ihre alte Liebschaft direkt wieder. „Ich habe einen Blick für alte Funde“, meint sie scherzhaft, als sie Fritz wiedersieht, der sich nach der gemeinsamen Nacht auf und davon gemacht hat.

Pohl und seine Schauspielkollegen haben die Komödie in der Melsunger Stadthalle witzig und abwechslungsreich präsentiert. Das gebotene Lügengeflecht trägt zur Aufmerksamkeit bei, da die Zuschauer immer auf dem aktuellsten Stand bleiben müssen, welche Akteure nun was von den anderen denken. Einzig Imper spielt eine undankbare Rolle, die auch durch die Erklärungen am Ende für das Publikum nicht besser im Gedächtnis bleibt. Dagegen sorgt die Wiederholung der zuletzt gespielten Szene nach der Pause für reichlich Lacher, als Pohl sich ebenfalls direkt an das Publikum wendet und erklärt „das war jetzt wie bei RTL nach der Werbung“. Insgesamt ist Halbgott in Nöten ein gelungener Start für die Melsunger Theatersaison und durch die rund 350 Zuschauer in der Stadthalle, die hörbar auf ihre Kosten kamen, auch ein großer Erfolg.

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