Ein Haus für alle: Lebensjahreszeitenhaus als Treffpunkt der Gemeinde

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Über den barrierefreien Zugang links kann jeder das Erdgeschoss des Lebensjahreszeitenhaus in Knüllwald-Remsfeld betreten.
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Über den barrierefreien Zugang links kann jeder das Erdgeschoss des Lebensjahreszeitenhaus in Knüllwald-Remsfeld betreten.
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Gehören zum Team des Cafés Nestwärme und bereiten dort alles vor: (v. li.) Doris Brawda, Irmgard Zennerer, Anneliese Wiegand und Emmi Weber.
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Gerdi Strandt (li.) und Margit Gompf sind Teil des Findus-Teams.
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Im Findus wird die Kleidung fein säuberlich sortiert, so dass Kunden schnell die passende Größe finden.

Das Lebensjahreszeitenhaus in der Knüllwälder Gemeinde Remsfeld ist ein Haus für Jedermann. Ob Jung, ob Alt, es ist ein beliebter Ort der Zusammenkunft und Gemeinschaft.

Knüllwald-Remsfeld. Das Lebensjahreszeitenhaus der Gemeinde Knüllwald im Ortsteil Remsfeld ist ein beliebter Ort der Zusammenkunft und Gemeinschaft. Während über den Haupteingang der zweimal pro Woche geöffnete Findus zu erreichen ist, befindet sich hinter dem Haus der Eingang zum Café Nestwärme, das alle zwei Wochen stattfindet. „Das Gebäude war die ehemalige Grundschule bis Klasse 3, eine Diakoniestation und ein Sprachzentrum für Flüchtlinge. Oft gab es Leerstand, aber seit es 2007 das Lebensjahreszeitenhaus wurde, wird es regelmäßig gut angenommen“, freut sich Martina Nöldner von der Gemeinde Knüllwald.

Café als Treffpunkt

Zwei Teams mit jeweils vier bis sechs Leuten bereiten im sogenannten Café Nestwärme gebackene Leckereien vor und sorgen für frischen Kaffee für alle Besucher. Fester Bestandteil des Cafés ist auch das Vortragen einer Kurzgeschichte, was entweder Nöldner oder andere interessierte Leser übernehmen.

Die restliche Zeit dient dem Austausch und Erzählen miteinander. Da das Café Nestwärme nur alle zwei Wochen öffnet (ungerade Kalenderwochen), bietet die Diakonie einen Kaffeenachmittag in den jeweils anderen zwei Wochen an. Das Trauercafé Lichtblick öffnet zudem einmal im Monat dienstags seine Pforten.

Kleidung und mehr

Angelehnt an die Kinderbuchreihe „Pettersson und Findus“ öffnet immer mittwochs von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 17 Uhr der Findus im Lebensjahreszeitenhaus. Rund zehn Mitarbeiterinnen kümmern sich hier um die abgegebenen Spenden, eine sortierte Auslage der Kleidung, Schuhe und weiterer Artikel sowie um die Beratung und die Kasse des Findus. Immer zu zweit verbringen die Damen eine mal mehr mal weniger entspannte Zeit, denn „es ist ganz unterschiedlich, wie groß der Andrang ist. Anfangs trauten sich viele noch nicht, hier vorbeizukommen, da sie nicht bedürftig wirken wollten, doch mittlerweile wird der Findus von Leuten aus Knüllwald wie Homberg gut angenommen“, sind sich Gerdi Strandt und Margit Gompf sicher.

Die Findus-Mitarbeiterinnen nehmen nur wirklich gute Ware, wie sie die Sortiererei der abgegebenen Spenden aus der Bevölkerung näher beschreiben. „Sachen mit Löchern oder Schmutz bieten wir im Findus nicht an. Unsere Kunden schätzen es, wenn wir uns die Zeit nehmen und sie beim Kauf auch beraten.“ Gompf ergänzt: „Gelegentlich werden auch sehr ausgefallene Stücke abgegeben, wie ein Hochzeitsanzug oder ein Brautkleid – das war dann auch sehr schnell weg.“

Als Umkleiden dienen der Vorraum der Behindertentoilette im Flur sowie eine uneinsehbare Ecke neben einem Schrank. „Wenn wir wirklich sehr viel Bestand haben, wird auch mal aussortiert oder im Anschluss an eine Modenschau eine 1-Euro-Aktion auf alle Teile angeboten. Wir glauben, man kann sich die Einrichtung in Knüllwald nicht mehr wegdenken“, freuen sich Gompf und Strandt. Was jedes Teil kostet, kann der Preisliste vor Ort entnommen werden. Artikel im Flur sind in der Regel kostenlos, aber auch hier sollte die Mitnahme mit den Damen abgeklärt werden.

Der soziale Charakter

„Das Lebensjahreszeitenhaus ist kein Dorfgemeinschaftshaus, da der soziale Charakter im Vordergrund steht. So ist etwa kein Alkohol im Haus erlaubt“, erklärt Nöldner. Der Name sei zudem an einen Baum mit Zweigen in allen vier Jahreszeiten angelehnt, das alle Generationen ansprechen soll. Dementsprechend sei auch der Name des Cafés Nestwärme passend gewählt. So gibt es über das Jahr verteilt auch Künstlerausstellungen und im Sommer Feste auf dem Platz am Haus. Nöldner ergänzt: „Wir arbeiten auch mit der Schule, den Sportlern vom Sportplatz nebenan und Kitas zusammen, die gelegentlich Vorführungen vorbereiten oder im Café lesen. Zwei der insgesamt vier Etagen sind auch barrierefrei zugänglich.“

Alle Einnahmen sollen die Betriebskosten des Hauses decken. „Die Mitarbeiter sind zu einer richtigen Familie zusammengewachsen“, erzählt Margit Gompf lachend. Neben den zehn Frauen im Findus arbeiten noch etwa 13 im Café Nestwärme. Insgesamt sind wechselweise rund 40 Frauen im Lebensjahreszeitenhaus tätig.

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