Heiße Spenden-Affäre: Lachtränen bei Theater in Stadthalle

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Nackte Wahrheit: Premiere von René Heinersdorffs "Aufguss" mit Hugo Egon Balder und Jeanette Biedermann begeistert in Melsunger Stadthalle.

Melsungen. "Ich brauch' 'nen Aufguss!" -  feuchtfröhlich ging es nicht nur auf der Bühne der bis auf den letzten Platz ausverkauften Melsunger Stadthalle gestern Abend zu. Vor allem den Augen des Publikums gönnte das Düsseldorfer Ensemble des "Theater an der Kö" keine Trockenpause - und so mancher ist wohl mit Bauchmuskelkater nach Hause gefahren. René Heinersdorffs Komödie "Aufguss" begeisterte ausnahmslos - und zwar alle Generationen.

Die Verwechslungs-Komödie überzeugte mit einer Lawine von Missverständnissen und anzüglichen Wortspielen im Spa-Labyrinth. Es war schnell. Es war pointiert. Es war scharf, spritzig und irre witzig: Jeanette Biedermann als Büromäuschen "Emelie" - das gerne mal die Haare offen trägt und die Sau rauslässt - , Hugo Egon Balder als sterilisierter und alternder Frauenheld "Dieter", Madeleine Niesche wollte als "Mary" trotzdem ein Kind von "Dieter", Jens Hajek sollte als Fitnesstrainer "Alain The Brain" als Samenspender aushelfen und René Heinersdorff wollte als "Dr. Lothar Höfken" doch nur eine Spende für sein Kinderkrankenhaus...

Die Schauspieler bewiesen Improvisationstalent und ließen bei dem Dialog-Tempo selten Zeit zum Durchatmen zwischen den Lachern. Ein Kracher folgte auf den nächsten - visuell und rhetorisch: "Vor dem Haus der Nachbarn steht ein Kinderwagen, vor unserem ein Rollator", "Ich bin Single, Sie bleiben Single" oder "Unter den Fitnesstrainer bin ich The Brain, unter Mathedozenten bin ich The Body". Dazu würzten Heinersdorff und Hajek die Spenden-Affäre zwischen Sauna, Dampfbad und Kühltauchbecken mit regionalen Kenntnissen. So hatten auch die Melsunger Ahle Wurscht oder das Hessische Löwenbier ihren großen Moment. Als Heinersfdorff auf der Bühne den Melsungern seine nackten Tatsachen präsentierte, gab's kein Halten mehr.

Das Melsunger Publikum war für jeden Spaß zu haben - das entging auch den Schauspielern nicht. "Können wir die Zuschauer mitnehmen?", lachte Hajek. René Heinersdorff ging es ähnlich: "Melsungen ist absolut entzückend!" Schon vor dem Premierenabend durfte der Autor und Regisseur hinter andere Kulissen schauen: Bei B. Braun lernte er "viel Spannendes". Und was sagen die Zuschauer: "Das war das wahre Leben, wahnsinnig komisch und die Wortspiele - einfach genial!"

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