Helfer statt Statisten: Kreis nutzt Testlauf im Impfzentrum, um Rettungsdienstmitarbeiter zu impfen

Die ersten Pieks sind gesetzt: Jan-Christoph Ulrich war einer der ersten, die im Impfzenrum Fritzlar von Dr. Saskia Schmidt gegen das Coronavirus geimpft wurde.
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Die ersten Pieks sind gesetzt: Jan-Christoph Ulrich war einer der ersten, die im Impfzenrum Fritzlar von Dr. Saskia Schmidt gegen das Coronavirus geimpft wurde.

Seit Wochen ist das Impfzentrum in Fritzlar startbereit. Am gestrigen Freitag wurde in dem Messezelt an der Fritzlarer Georg-Friedrich-Kaserne nun auch der erste Pieks gesetzt. Der zweitägige Testlauf vor der offiziellen Eröffnung am 9. Februar wurde genutzt, um die hauptamtliche Mitarbeiter der Rettungsdienste des Deutschen Roten Kreuzes DRK) und des Malteser Hilfsdienstes MHD) mit der ersten Impfung zu versorgen.

Fritzlar. Jan-Christoph Ulrich war einer der ersten, die am gestrigen Freitag im Impfzentrum in Fritzlar seine Corona-Schutzimpfung bekam. Der Notfallsanitäter beim DRK gehört zu den 108 Mitarbeitern, die am Freitag ihre erste Schutzimpfung bekamen. Am heutigen Samstag sollen 110 weitere folgen.

Erst am Dienstag war der Betrieb in Hessen in den sechs regionalen Impfzentren angelaufen. Noch am selben Tag gab Innenminister Peter Beuth den 9. Februar als Starttermin für den Betrieb in allen hessischen Impfzentren bekannt.

„Das Impfzentrum in Fritzlar ist längst einsatzbereit. Auf einen Testlauf mit Statisten haben wir jedoch bewusst aus Gründen des Infektionsschutzes verzichtet“, sagt Landrat Winfried Becker am Freitag. Im Kaltstart sollte das Fritzlarer Impfzentrum jedoch nicht am 9. Februar in Betrieb gehen, deshalb hat sich der Schwalm-Eder-Kreis für einen zweitägigen Probelauf entschieden, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste des Deutschen Roten Kreuzes DRK) und des Malteser Hilfsdienstes MHD) mit der ersten Impfung zu versorgen.

Zwei der sechs zur Verfügung stehenden Straßen wurden für den Testlauf geöffnet. Für einen reibungslosen Ablauf an beiden Tagen sind jeweils 20 Mitarbeiter des Impfzentrums von 10 bis 17 Uhr im Einsatz. „Der Schutz unserer Rettungsdienste hat neben dem Schutz der vulnerablen Gruppen sowie des medizinischen Personals in Krankenhäusern und des Pflegepersonals höchste Priorität. Deshalb war es unser Ziel, den Probelauf sinnvoll zu nutzen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rettungsdienste die Impfung zu ermöglichen“, so Landrat Becker, der zusammen mit Nina Beyer, der medizinischen Leiterin des Impfzentrums den Start vor Ort begleitete.

Das erste Fazit der beiden fällt positiv aus: Der Testlauf sei fast reibungslos verlaufen. Die aufgetretenen Probleme, wie eine fehlende Stehlampe im Container für die Impfstoffaufbereitung, seien schnell gelöst worden, so Beyer, ebenso einiger Hänger des IT-Systems. Und auch bei der Fiebermessung, die bei den kühlen Temperaturen draußen zu Problemen geführt hatte, gab kurzfristig eine Lösung. Es wird nun direkt im Impfzelt gemessen.

In gut zwei Wochen kann es dann in den Regelbetrieb gehen. „Wir sind froh, dass die Landesregierung unserer Forderung nachkommt und jetzt alle Impfzentren zeitnah am 9. Februar 2021 öffnen wird. Dabei sind wir natürlich auf die Versorgung mit ausreichend Impfstoff seitens des Bundes und Landes angewiesen. Auch wenn aktuell leider noch immer nur geringe Mengen an Impfdosen zur Verfügung stehen, stellt die Öffnung der Impfzentren in allen Landkreisen doch eine erhebliche Erleichterung für die Impfberechtigten über 80 Jahre und deren Angehörige dar. Ihnen bleibt so die Anfahrt nach Kassel erspart“, so Becker abschließend.

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