„Herzlos und feige“: Katze vor dem Tierheim Beuern ausgesetzt

Fenja wartet jetzt im Tierheim auf neue Besitzer, die ihr ein behütetes Zuhause bieten.
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Fenja wartet jetzt im Tierheim auf neue Besitzer, die ihr ein behütetes Zuhause bieten.

Bei sechs Grad Außentemperatur und Dunkelheit mit einem "Love"-Halsband in einer Transportbox. So wurde die Katze Fenja ausgesetzt.

Felsberg-Beuern. Eine Transportbox, überdeckt mit einer klammen Wolldecke und darin eine völlig unterkühlte Katze: Das fand eine Tierheimmitarbeiterin nachts neben dem Tierheimgelände im Felsberger Ortsteil Beuern vor. Die Katze, die mittlerweile den Namen „Fenja“ trägt, wurde dort ausgesetzt.

Sie saß völlig verängstigt in der Box, bei einer Außentemperatur von sechs Grad, trug ein rosa Halsband mit dem Schriftzug „Love“ sowie einen Herzanhänger und Glöckchen. Doch Liebe scheint bei den Besitzern nicht vorhanden zu sein. „Wie kann jemand so herzlos und feige sein, sein Tier nachts auszusetzen“, so Johanna Schäfer, Pressewartin des Tierheim Beuern, verständnislos.

In einer Transportbox, nur mit einer Wolldecke bedeckt: So fand die Tierheimmitarbeiterin die völlig unterkühlte Katze nachts vor dem Tierheimgelände in Beuern.

Die Mitarbeiterin brachte die unterkühlte Katze umgehend in die Quarantänestation. Am nächsten Tag wurde sie vom Tierarzt dann noch eingehend untersucht. Dabei wurde eine Blasenentzündung diagnostiziert, die medizinisch behandelt werden müsse. Das Alter der Katze schätzt der Arzt auf circa neun Jahre ein. Fenja ist zwar kastriert, jedoch nicht tätowiert oder gechipt. Vor allem die Tatsache, dass eine Katze in Kälte und Dunkelheit alleine gelassen wird, schockt die Mitarbeiter des Tierheims. Ein krankes und altes Tier auszusetzen, sei „feige und nicht nachvollziehbar“.

Doch leider ist Katze Fenja kein Einzelfall. Öfter werden Tiere vor dem Tierheim abgestellt, obwohl das gesetzlich verboten ist. Das Tierheim Beuern appelliert daher an alle Besitzer, Tiere nicht auszusetzen: „Tiere sind lebende Wesen, sie empfinden Schmerz, Leid und sind weder Gegenstände noch Spielzeuge, die man benutzt und auch wieder wegwirft“, so Schäfer bestimmt. Bei Problemen steht das Tierheimteam mit Rat und Tat zur Verfügung, um solche Aktionen zu vermeiden.

Wer Hinweise zu Fenja oder ihren Besitzern geben kann, setzt sich bitte mit dem Tierheim Beuern, Steinbruchsweg 1a, Felsberg-Beuern, Tel. 05662-6482 (13 bis 16 Uhr), in Verbindung. Alle Hinweise werden vertraulich behandelt.

Und wer Fenja ein neues Heim schenken möchte, meldet sich bitte ebenfalls. Sie wartet nun im Tierheim Beuern auf neue Besitzer, um den nächsten Lebensabschnitt in einem gut behüteten Zuhause beginnen zu können.

Tiere aussetzen: Strafe bis 25.000 Euro

Laut Tierschutzgesetz §3 ist es verboten, „ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen“.

Unerheblich ist, ob durch das Aussetzen eine konkrete oder abstrakte Gefahrenlage für das Tier entsteht. So erfüllt auch das beispielsweise Anbinden an dem Tierheimtor den Tatbestand des Aussetzens.

Nach dem Tierschutzgesetz muss jeder, der ein Tier vorsätzlich oder fahrlässig aussetzt oder zurücklässt, mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro rechnen.

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