Heuschnupfen am Steuer: TÜV und Apotheker warnen vor reaktionsverzögernden Tabletten

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Niesattacken hinterm Steuer können zur Gefahr werden. Mittel gegen Heuschnupfen können helfen – aber auch hier ist Vorsicht geboten.

Die Pollenzeit hat begonnen, somit müssen Allergiker beim Autofahren vorsichtig sein. Viele greifen zu Medikamenten doch TÜV und Apotheker warnen vor Tabletten.

Region. Die Hochsaison für den Pollenflug hat begonnen. Als wären rote Augen, eine triefende Nase und unkontrollierbare Niesanfälle nicht genug, ist für Allergiker beim Autofahren höchste Vorsicht geboten. Ein Nieser am Steuer kann schnell zum gefährlichen Blindflug werden und somit zur Gefahr für den Allergiker selbst und andere Verkehrsteilnehmer.

Doch welche Möglichkeiten haben Betroffene sich dieser Gefahr zu entziehen? Viele Allergiker greifen zu Medikamenten. Die lindern zwar die Beschwerden können aber für Autofahrer fatale Nebenwirkungen haben. „Selbst rezeptfreie Medikamente können müde machen und das Reaktionsvermögen deutlich einschränken. Das ist ein Risiko, das im Straßenverkehr zur echten Gefahr werden kann“, warnt Uwe Herrmann von TÜV Hessen. Herrmann rät deshalb, Medikamente möglichst am Abend vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Sprays statt Tabletten

Die Aussagen bestätigt Dr. Alexander Schröder, Apotheker und Inhaber der Rosen-Apotheke in Melsungen, auf EXTRA TIP-Nachfrage: „Tabletten gegen Heuschnupfen können zu Reaktionsverlust führen. Vor allem ältere Mittel, wie etwa das unter Allergikern bekannte Cetirizin, können sehr müde machen.“

Apotheker Dr. Alexander Schröder, Inhaber der Rosen-Apotheke in Melsungen.

Je nach Wirkung auf den Allergiker rät der Melsunger Apotheker sogar ganz davon ab, sich nach der Einnahme hinters Steuer zu setzen. „Diese Mittel haben eine 24-Stunden-Wirkung“, macht er deutlich. Modernere Mittel machten weniger müde, seien jedoch auch rezeptpflichtig – die „älteren“ hingegen rezeptfrei. „Da wäre unter anderem Aerius zu nennen, das sich erwiesenermaßen weniger ermüdend auf Allergiker auswirkt“, erklärt Schröder.

Bevor Betroffene jedoch zu Tabletten greifen, rät der Melsunger Apotheker zu Nasenspray und Augentropfen. „Falls Antihistaminika nicht helfen, haben sich hier in den vergangenen Jahren kortisonhaltige Nasensprays bewährt, die auch rezpeptfrei sind“, sagt Schröder. Das Spray sollte allerdings regelmäßig gebraucht werden, um dauerhaft seine Wirkung zu entfalten. Augentropfen sollte man jedoch nicht kurz vor der Fahrt anwenden, warnt der Apotheker und betont: „Generell gilt, schnell behandeln und nicht aushalten. Nur so kann man die Allergie auf einem niedrigen Niveau halten.“

Um sich im Auto zu schützen empfiehlt der TÜV, generell während der Pollensaison Schiebedach und die Fenster immer geschlossen zu halten. Für wirksamen Schutz vor Pollen, könne außerdem ein Filter sorgen.

Filter sperrt die Pollen aus

Eine echte Hilfe sind laut TÜV Hessen Filter im Auto, die die Pollen daran hindern ins Wageninnere zu gelangen.

Hindert Pollen daran ins Auto zu gelangen: Spezielle Filter gehören in neueren Fahrzeugen zum Serienumfang.

Diese Pollenfilter gehören heute meist zum Serienumfang oder können zumindest als Option dazu bestellt werden. Wer keinen Filter im Auto hat, sollte bei einer Werkstatt klären, ob sich dieser eventuell nachrüsten lässt. Wichtig: Den Filter regelmäßig nach Herstellervorgaben austauschen lassen. Er setzt sich mit der Zeit zu und behindert damit die Luftzirkulation im Auto.

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