Hotpants-Verbot „Ja“ oder „Nein“? Zwei Meinungen...

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Ein „Pro“ und „Contra“ zum Hotpants-Verbot von MB-Media-Volontärin Julia Engelhardt und MB-Media-Redakteur Karsten Knödl.

Das Verbot "aufreizender Kleidung" an der Werkrealschule in Horb am Neckar (Baden-Württemberg) hat bundesweit für große Aufregung und Ärger gesorgt und eine alte Diskussion neu entfacht: Wie sexy darf Schulkleidung eigentlich sein?

Wir haben uns im Schwalm-Eder-Kreis umgehört und die Schulleiter von vier Schulen in Fritzlar, Melsungen und Homberg dazu befragt. Den Artikel dazu lesen Sie HIER.

Ein "Pro" und "Contra" zum Hotpants-Verbot von MB-Media-Volontärin Julia Engelhardt und MB-Media-Redakteur Karsten Knödl:

Das meint MB-Volontärin Julia Engelhardt zur Diskussion um das sogenannte "Hotpants-Verbot":

Packt die Backen ein

Meiner Meinung nach gehören Hotpants oder andere "aufreizende" Kleidung nicht in eine Schule. In der Freizeit kann jeder das tragen, was er möchte und so viel Haut zeigen, wie er möchte. Im späteren Berufsleben können die Mädels auch nicht mehr so herumlaufen, wie sie es wollen. Und warum sollten sie dann nicht schon in der Schule darauf vorbereitet werden?

Dennoch finde ich, dass eine Schuluniform auch nicht unbedingt eingeführt werden sollte. Jeder kann auch in "normaler" Kleidung seinen eigenen Stil und seine Individualität ausleben.

Trotzdem gehört "sexy" für mich nicht in den Unterrcht, sondern in die Freizeit. In der Schule wird man schon oft genug von anderen Dingen abgelenkt.

Und außerdem sollte jemand, der ernst genommen werden möchte, nicht unbedingt seine halben Pobacken zeigen. Das gleiche gilt für einen tiefen Ausschnitt. Auch sonst wird doch immer beklagt, dass Frauen und Mädels in den Medien als Sexobjekte dargestellt werden. Darüber regen sich die meisten auf. Wenn dann etwas dagegen getan wird, ist es auch wieder nicht richtig.

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Das meint MB-Redakteur Karsten Knödl zu dem Thema:

Wovor muss man Euch denn noch schützen?

Das meint MB-Redakteur Karsten Knödl zur Diskussion um das sogenannte "Hotpants-Verbot":

Hotpants-Verbot? Was soll der Quatsch? Am Ende sogar noch Schuluniformen für alle? Das wäre in meinen Augen der Worst Case. Ich kann solchen Argumenten wie "Schuluniformen verhindern Neid-Debatten" nichts abgewinnen. Das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. Und: Nicht alle Menschen sind gleich. Nicht während der Schulzeit und schon gar nicht später, im "richtigen" Leben. Es gibt arm und reich genauso wie faul und fleißig, dumm und intelligent oder hässlich und hübsch. Warum sollen Schüler vor diesen Fakten (!) geschützt werden?

Für viel vernünftiger halte ich es, sie schon während der Schulzeit mit diesen Tatsachen vertraut zu machen und sie zu lehren, dass man mit sowas umgehen können muss.

Und genauso verhält es sich mit Hotpants oder anderer sogenannter "aufreizender" Kleidung. Wer es sich leisten kann, Haut oder Figur zu zeigen, der möge es doch tun. Und wer es sich nicht zutraut, der soll es eben lassen. Und diejenigen, die ein Problem damit haben, wenn andere das machen, die müssen sich schon die Frage gefallen lassen: "Vor was muss man Euch denn noch alles schützen?"

Als Mitschüler würde ich da genussvoll, interessiert, vielleicht erfreut oder erheitert hinschauen und vielleicht ‘nen lockeren Spruch machen – damit wäre die Sache erledigt. Das Leben ist Vielfalt, Diversifikation, Verschiedenartigkeit. Gott sei Dank. Und eine der von mir am meisten geschätzten Charaktereigenschaften ist Toleranz.

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