Impfen als Weg aus der Pandemie

Sie sind verantwortlich für die Organisation des Impzentrums und der mobilen Impfteams: v. li.) Frank Grunewald, Julia Weber und Johannes Seidl mit DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau.
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Sie sind verantwortlich für die Organisation des Impzentrums und der mobilen Impfteams: v. li.) Frank Grunewald, Julia Weber und Johannes Seidl mit DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau.

Seit 1. April hat das DRK die Organisation des Fritlarer Impfzentrums und der mobilen Impfteams im Kreis übernommen. Jetzt zogen die Organisatoren eine erste Zweischenbilanz.

Schwalm-Eder. Bereits bei der Einfahrt auf das Parkgelände vor dem Corona-Impfzentrum in Fritzlar wird man freundlich begrüßt. Diese Freundlichkeit zieht sich durch sämtliche Stationen, die man bei der Impfung durchlaufen muss. Die Impfstraßen teilen sich nach den entsprechenden Impfstoffen auf. Der bürokratische Teil und Fiebermessen ist schnell erledigt. Nach kurzer Wartezeit wird man in eine Impfkabine geführt, wo eine kurze ärztliche Überprüfung stattfindet sowie eventuelle Fragen geklärt werden können. Dann heißt es Arm freimachen, durchatmen – und schon sitzt die Spritze und es ist geschafft. Nach einer 15-minütigen Überwachungszeit kann man sich abmelden und nach Hause fahren.

An diesem gut organisierten Ablauf und der Freundlichkeit im Umgang hat sich seit Start des Impfzentrums nichts geändert, allerdings ist seit 1. April das DRK Schwalm-Eder hauptamtlich für die Organisation zuständig. Gesamtverantwortung und ärztliche Leitung verbleiben indes beim Kreis. Bisher wurde der Kreis von Mitgliedern des Katastrophenschutzes unterstützt, die von ihren Arbeitgebern mit Lohnersatz durch den Kreis freigestellt wurden.

„Der Wille zur Mithilfe war überwältigend“, berichtet DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau. „Ohne diese Unterstützung wäre der Start gar nicht möglich gewesen. Mein großer Dank gilt auch den Arbeitgebern, die diese Einsätze ermöglicht haben.“ Doch auf Dauer war der Betrieb mit den freigestellten Mitarbeitern nicht zu schaffen.

Mit der Übernahme des Impfzentrums mussten rund 150 hauptamtliche Stellen besetzt werden. Bis Ende April wurden 300 neue Mitarbeiter mit Zeitverträgen eingestellt. Der Zulauf sei phänomenal, so Lau. Man merke, die Leute wollen helfen, aus dieser Pandemie herauszukommen.

Die Organisation des Impfzentrums beinhaltet Aufgaben wie die Erstellung des Dienstplans, Einteilung der Mitarbeitenden für die Impfstraßen, Management der Impfdosen und Dokumentation der Impfungen einschließlich der statistischen Meldungen. Das Leitungsteam setzt sich zusammen aus Johannes Seidl, der die Gesamtleitung übernommen hat, Julia Weber, Leiterin der mobilen Impfteams und Einsatzkoordinator Frank Grunewald.

Betrieben werden zurzeit fünf Impfstraßen, ab Mai kommt die sechste dazu. Der Impfstoff komme in Wellen, so Seidl. Er wird komplett verplant und kontinuierlich verimpft. Landesweit werden die Impfdosen von der Task Force Impfen TFI) des Landes Hessen geplant. 1,6 Prozent des Impfstoffs wird als Notfallreserve vorbehalten.

Seit Mitte März besetzt das DRK zwei Mobile Impfteams hauptamtlich. Nachdem alle Senioreneinrichtungen im Kreis versorgt worden sind, fahren die beiden DRK-Impfteams und das Impfteam der Malteser nun Einrichtungen für psychisch Erkrankte und Eingliederungshilfen an. Zudem werden Impfungen in der Häuslichkeit, die von Hausärzten nicht abgedeckt werden können, übernommen. Ein Impfteam besteht aus drei DRK-Hilfskräften, die für die Dokumentation zuständig sind, einem Apotheker, einem Arzt und ein bis zwei Pharmazeutisch-Technischen Assistenten. Bisher wurden Menschen im Alter von 80 und älter mobil geimpft. Weiter geht es nun mit den Jahrgängen 1951 bis 1959.

„Der Verwaltungsaufwand ist gewaltig“, betont Julia Weber. „Wir haben in einer Aktion 2.400 Menschen telefonisch kontaktiert, um die Impfungen zu organisieren.“ Bis 18. April wurden 2.900 mobile Impfungen mit dem Impfstoff Moderna durchgeführt.

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