Ein Mann der Zukunft: Jesberger Michael Schramek bringt mit seiner Firma Regio.Mobil neue Mobilitätsideen aufs Land

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Michael Schramek hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln. So brachte er bereits CarSharing aufs Land. Nicht mehr weit in der Zukunft steht bereits die nächste Idee an: autonomes Fahren.
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Michael Schramek hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Mobilitätskonzepte zu entwickeln. So brachte er bereits CarSharing aufs Land. Nicht mehr weit in der Zukunft steht bereits die nächste Idee an: autonomes Fahren.
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CarSharing ist einfach: Seinen gechipten Führerschein an die Windschutzscheibe des CarSharing-Autos halten, und schon öffnet sich das gebuchte Auto.
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In fünf Städten und Gemeinden sind aktuell neun Fahrzeuge von Regio.Mobil eingesetzt. In den nächsten Wochen werden drei Stationen im Schwalm-Eder-Kreis eröffnet, sowie 15 weitere Fahrzeuge den Fuhrpark erweitern.

Am Donnerstag, 7. Februar, öffnet die Firma Regio.Mobil seine Türen in der ehemaligen Jesberger Kreissparkasse. Unsere Zeitung hat sich vorab mit Gründer Michael Schramek über seine Mobilitätsideen fürs Land unterhalten.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Jesberg.

CarSharing ist einfach: Seinen gechipten Führerschein an die Windschutzscheibe des CarSharing-Autos halten, und schon öffnet sich das gebuchte Auto.

Der Blick von Michael Schramek ist stets in die Zukunft gerichtet, denn er denkt bereits jetzt an die Mobilität von Morgen. Mit seiner Firma Regio.Mobil beschäftigt er sich mit möglichen Mobilitätskonzepten auf dem Land. Die Idee dahinter: Weg vom eigenen Auto, hin zu neuen Ideen, wie man trotzdem von A nach B kommt. Alles begann im Jahr 2015. Michael Schramek ist mit seiner Mobilitätsberatungsfirma Eco Libro Mitglied im Netzwerk intelligenter Mobilität. „Ich stehe dort mit 1.000 Leuten unterschiedlichster Gebiete und Arbeitskreise“, erklärt Schramek.

Eines Tages unterhielt er sich mit eben diesen Experten, wohin Mobilität in Zukunft wohl gehen mag. „Wenn wir uns eh so intensiv mit dem Thema beschäftigen, können wir ja auch eine Firma gründen.“ Heraus kam 2016 die Firma Regio.Mobil.

Zalando als Kunde von Regio.Mobil

„Unzählige Menschen nutzen ihr Auto nur für den Arbeitsweg. Öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen ist bei Firmen im Industrie- oder Gewerbegebiet oder an Autobahnen schlichtweg nicht möglich. Wenn dann auch noch ein Schichtdienst hinzukommt, scheint die Idee, das Auto ersetzen zu können, unmöglich“, schildert Schramek das Problem. So startete die Idee, Mitarbeiter großer Unternehmen mit Regio.Mobil-Fahrzeugen abzuholen und wieder heimzubringen.

In fünf Städten und Gemeinden sind aktuell neun Fahrzeuge von Regio.Mobil eingesetzt. In den nächsten Wochen werden drei Stationen im Schwalm-Eder-Kreis eröffnet, sowie 15 weitere Fahrzeuge den Fuhrpark erweitern.

Dafür konnte sich unter anderem der bekannte Online-Versandhändler Zalando begeis­tern. Seit April 2017 kommen dort Fahrgemeinschaften mit Neun-Sitzern von Regio-Mobil zu ihrer Arbeitsstelle nach Erfurt. Das Zweitauto wird so für viele überflüssig, sie sparen Sprit-, Unterhaltungs- und Versicherungskosten.

Was in der Stadt funktioniert, muss auch auf dem Land umsetzbar sein, dachte sich Schramek und erweiterte das Konzept CarSharing auf den ländlichen Raum. Der Firmensitz Jesberg ist nicht ohne Grund gewählt: „Ich kann mich nicht für Mobilität auf dem Land einsetzen und dann ein Büro in einer Großstadt haben. Hier habe ich inmitten von Deutschland den direkten Zugang für meine Mobilitätsberatung“, so der Jesberger.

Im Fuhrpark der Region stehen verschiedene Kleinwagen, Minibusse, Pedelecs und Lastenräder. Die Kosten für ein gemietetes Fahrzeug richten sich nach der Tageszeit (abends und nachts sind die Fahrzeuge günstiger) und nach Fahrzeugtyp, Dauer der Ausleihe und gefahrenen Kilometern (siehe EXTRA INFO-Kasten). Wer das eigene Auto nur gelegentlich oder halbtägig nutzt, kann dies auch zum CarSharing-Fahrzeug machen und wird bei der Nutzung am Umsatz beteiligt.

Das Konzept hat Erfolg: In fünf Städten und Gemeinden (Homberg, Jesberg, Rauschenberg, Malsfeld, Treysa) sind aktuell neun Fahrzeuge von Regio.Mobil eingesetzt. In der Kreisstadt sind zudem zwei CarSharing-Fahrzeuge im Betrieb, die tagsüber von Stadt- und Kreisverwaltung dienstlich genutzt und zum Feierabend von Mitarbeitern in ihren Wohnort (Treysa bzw. Malsfeld) mitgenommen werden und Privatleuten zur Verfügung stehen.

In den nächsten Wochen werden voraussichtlich weitere 15 Fahrzeuge sowie Stationen in mindestens drei weiteren Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis hinzu kommen.

Nächster Schritt: Autonomes Fahren

Das nächste Mobilitätskonzept steht quasi schon vor der Tür. Verkehrsminister Andreas Scheuer macht sich momentan für einen Gesetzentwurf stark, der autonom fahrende Shuttles zulassen soll. „Ich bin mir sicher, dass es in drei Jahren normal sein wird, autonom zu fahren. Unser Auto sucht sich alleine einen Parkplatz, auf Autobahnen fährt unser Auto allein an das gewünschte Ziel. Oder aber ein Neun-Sitzer fährt seine tägliche Route und steuert Arzt, Supermarkt, Bahnhof und ähnliches an“, ist sich Schramek sicher.

An der Stelle kommt seine Firma Regio.Mobil ins Spiel: „Keiner muss sich ein autonomes Auto kaufen, jeder Interessierte kann sich bei uns per CarSharing vom autonomen Fahren begeistern lassen.“

Neues Zuhause von Regio.Mobil

Weil sich Regio.Mobil so gut entwickelt, entschieden sich Schramek und sein Team dazu, in die ehemaligen Jesberger Kreissparkassenräume zu ziehen. Am Donnerstag, 7. Februar, gibt es anlässlich der Neueröffnung um 15.30 Uhr einen großen Empfang.

Unter anderem werden Landrat Becker und Bürgermeister Manz Grußworte sprechen.

Davor gibt es für Interessierte eine einstündige Fachveranstaltung über die Entwicklung von CarSharing in Nordhessen.

CarSharing von Regio.Mobil nutzen

In knapp fünf Minuten können sich die Nutzer unter www.regio-mobil-deutschland.de registrieren. An einer Ausgabestelle vor Ort wird dann der Führerschein verifiziet und mit einem sogenannten RFID-Chip beklebt, mit dem sich das CarSharingFahrzeug öffnet und verschließt. Danach kann online, per App oder am PC ein Fahrzeug gebucht werden.

Mit dem Chip auf dem Führerschein öffnet und verschließt sich das Fahrzeug am Kartenlesegerät hinter der Windschutzscheibe. Alle Fahrten werden am Monatsende per Rechnung oder Lastschriftverfahren bezahlt.

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