Jüdische Zeitreise: Stolpersteinverlegung in Borken mit Programm und Friedhofsführung

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Diese Woche sind die Borkener auf Spurensuche: Anlässlich der 700-Jahrfeier wird die Geschichte der Stadt und ihrer jüdischen Bürger aufgearbeitet.

Borken. Im Rahmen des Jubiläumsjahres finden im Mai gleich drei Veranstaltungen statt, in deren Mittelpunkt die jüdische Geschichte der Region steht. Den Auftakt bildet am Donnerstag, 18. Mai, ab 12 Uhr eine Stolpersteinverlegung in der Borkener Kernstadt und in Kerstenhausen.

Stolpersteinverlegung mit Gunter Demnig

Der Künstler Gunter Demnig ist weltbekannt. Er verlegt Stolpersteine, die an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und an den Holocaust erinnern. Demnig schafft damit Erinnerungsorte an Menschen, deren Schicksal oft schon in Vergessenheit geraten ist. So verlegte er im Jahr 2014 in Borken bereits vier Stolpersteine „An der Kirche“, die seither an die vierköpfige jüdische Familie Speier erinnern. Jetzt steht die Verlegung weiterer 16 Stolpersteine auf dem Programm. Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, 18. Mai. um 12 Uhr vor dem Historischen Rathaus am Marktplatz. Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm wird dazu Nachfahren begrüßen, die aus dem Anlass der Stolpersteinverlegung aus den USA, aus Israel und aus England anreisen werden. Der bekannte Künstler und Musiker Dany Bober wird die Stolpersteinverlegung musikalisch begleiten. Gerhard Willing, Vorstandsmitglied der Jüdischen Liberalen Gemeinde Nordhessen, wird eine Rede halten. Nach der Verlegung der ersten Stolpersteine am Marktplatz werden weitere Erinnerungsorte in der Bahnhofstraße sowie im Gellenweg entstehen. Schüler der Gustav-Heinemann-Schule werden sich aktiv an den Stolpersteinverlegungen beteiligen. Es ist geplant, die Veranstaltung in der Borkener Innenstadt um ca. 15 Uhr im Stadtpark zu beschließen. Dabei wird Dany Bober ein „Gebet zum Gedenken an die Opfer der Shoah Elm aale rachamiim“ intonieren. Danach ist noch die Verlegung eines weiteren Stolpersteines in der Stiegelbachstr. 9 in Kerstenhausen vorgesehen. Alle Borkener Bürger sind herzlich eingeladen, an der Stolpersteinverlegung teilzunehmen. Die Veranstaltung kostet keinen Eintritt.

Buntes Programm – Jüdische Zeitreise

Am gleichen Tag, Donnerstag, 18. Mai, verbindet der Künstler Dany Bober ab 19.30 Uhr im Foyer des Rathauses auf einer „Jüdischen Zeitreise“ Lieder, Mundartgedichte, Berichte und humoristische Einlagen zu einem informativ-unterhaltsamen Kleinkunstprogramm. Das Konzert wird von dem Kulturamt der Stadt Borken (Hessen) organisiert. In der Pause werden Getränke und ein kleiner Snack gereicht. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Führung über den Jüdischen Friedhof Haarhausen

Am Internationalen Museumstag, Sonntag, 21. Mai., laden das Bergbaumuseum Borken und das Stadtarchiv um 11 Uhr zu einer Führung über den Jüdischen Friedhof in Haarhausen, Am Wasserwerk, ein. Hier finden sich zahlreiche Gräber aus dem 19. Jahrhundert, die einen Rückschluss darauf erlauben, dass im Jahr 1900 in Borken ca. 200 jüdische Bürger lebten, die damals knapp 20 Prozent der Einwohnerschaft stellten. Der Jüdische Friedhof in Haarhausen ist ein Kulturgut ersten Ranges, das Vielen noch relativ unbekannt ist. Auf der Führung wird die Bedeutung dieses historischen Ortes hervorgehoben. Hans-Peter Klein, Experte der jüdischen Geschichte im Schwalm-Eder-Kreis, und Frau Willing von der Jüdischen Liberalen Gemeinde Nordhessen werden die Führung leiten. Der Eintritt ist frei. Alle Teilnehmer sollten feste Schuhe tragen. Männliche Gäste werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Die weiblichen der Führung sollten Kleidung tragen, die die Schultern bedeckt.

Jubiläum „700 Jahre Stadt Borken (Hessen)“

Alle drei Veranstaltungen sind Bestandteil des diesjährigen Jubiläumsjahres der Stadt. Das Bergbaumuseum wird in diesem Jahr Aspekte zur jüdischen Geschichte in einer Sonderausstellung aufgreifen, deren Eröffnung für den 25. Juni vorgesehen ist. Die Veranstaltungen des Stadtarchivs und des Bergbaumuseums stehen unter dem Leitmotiv des diesjährigen, bundesweit begangenen Internationalen Museumstages „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“.

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