In der Jugendwerkstatt Felsberg: Junge Flüchtlinge bekamen Rechtsstaatsschulung

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Viele Fragen bei der Rechtsstaatsschulung in der Jugendwerkstatt Felsberg: Rechtspflegerin Kristina Henning (2.v.l.), Olaf Rossmann von der Jugendwerkstatt Felsberg (ganz hinten), Rechtspfleger Thomas Fiehler (re. daneben).

Die Malteser Nordhessen und das Amtsgericht Fritzlar gaben jungen Flüchtlingen in der Jugendwerkstatt Felsberg einen wichtigen Einblick in die rechtlichen Grundlagen des Lebens und Arbeitens in Deutschland.

Fritzlar/Felsberg. „Die Arbeitswelt in Deutschland ist eine große Herausforderung für geflüchtete Menschen“, sagt Olaf Rossmann, Leiter der Produktionsschule des Bildungszentrums Jugendwerkstatt Felsberg. „Der Umgang mit technischen Geräten, die Sprachbarrieren, Recht und Gesellschaft in Deutschland – all das ist für sie keine Selbstverständlichkeit.“

Mit einer zweitägigen Rechtstaatsschulung haben die Malteser Nordhessen und das Amtsgericht Fritzlar nun in der Jugendwerkstatt Felsberg einen wichtigen Einblick in die rechtlichen Grundlagen des Lebens und Arbeitens in Deutschland gegeben. Teilgenommen haben elf Geflüchtete zwischen 18 und 30 Jahren, die sich in der Internationalen Produktionsschule der Jugendwerkstatt auf den Arbeitsmarkt in Deutschland vorbereiten.

Wie kann man in Deutschland arbeiten oder eine Ausbildung beginnen? Welche Rechte und Pflichten hat man als Mieter einer Wohnung? Und wie lange kann ein Asylverfahren dauern? Es waren viele drängende Fragen, die Rechtspflegerin Kristina Henning und ihr Kollege Thomas Fiehler vom Amtsgericht Fritzlar in der Rechtsstaatsschulung beantworteten.

Da die Teilnehmer noch kaum Deutsch sprechen, waren Dolmetscher nötig. Arabisch, Farsi, Englisch und Türkisch – Yagmur Özisil, Obeid Heimaq, Mohamed Hasan Rishi und Qasim Walizada sind ehrenamtliche Integrationslotsen der Malteser Nordhessen und sorgten bei der Rechtstaatsschulung für eine reibungslose Verständigung.

„Mit der Schulung sind wir bei den jungen geflüchteten Menschen auf ein riesengroßes Interesse gestoßen“, erzählt Marcel Matheis, Koordinator des Integrationsdienstes der Malteser Nordhessen. „Es war das erste Mal, dass wir unsere kostenlose Rechtsstaatsschulung in einer Bildungseinrichtung angeboten haben – dieses Engagement möchten wir in Zukunft ausweiten.“

Mit dem Bildungszentrum Jugendwerkstatt Felsberg ist auch weiterhin eine enge Zusammenarbeit geplant: „Beispielsweise im Bereich Pflege oder Hauswirtschaft haben die Malteser eine starke Kompetenz, von der die geflüchteten jungen Menschen profitieren könnten“ so Marcel Matheis.

Und Olaf Rossmann ergänzt: „Außerdem sind gemeinsame Projekte im Bereich Umwelt- und Naturschutz in Planung.“ Die Internationale Produktionsschule der Jugendwerkstatt Felsberg bietet geflüchteten Menschen eine Perspektive im Bereich der beruflichen Qualifizierung und Integration. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Hessen.

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