Karneval in Fritzlar: „Alle Wille“ im Nieselregen

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Der traditionelle Rosenmontagsumzug lockte eine große Narrenschar in die Dom- und Kaiserstadt

Fritzlar. Nichtsahnend, welches schreckliche Ereignis sich zeitgleich im nur knapp 40 Kilometer entfernten Volkmarsen zutrug, wurde in Fritzlar der traditionelle Rosenmontagsumzug gefeiert. Gelegentlicher Nieselregen sorgte lediglich dafür, dass die meisten Gardetänzerinnen in „Klarsichthülle verpackt“ waren.

Am frühen Mittag hatten Zugleiter Pascal Prior und seine Helfer alle Hände voll zu tun – nach und nach kamen 25 große Motivwagen, vier Musikkapellen und jede Menge Fußgruppen in den Hellenweg, die alle ihren vorgesehenen Platz für den traditionellen Rosenmontagsumzug suchten. Auch Bürgermeister Hartmut Spogat hatte seine liebe Not, denn bevor er sich mit seinem Dienstfahrrad in die Narrenparade einreihen konnte, musste er erst einmal ausreichend Luft für den Hinterreifen organisieren.

Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der Zug schließlich in Bewegung, angeführt vom Spielmannszug Fritzlar bewegte er sich langsam in Richtung Innenstadt. Am Wegesrand säumten unzählige Besucher die Strecke, viele hatten sich phantasievoll verkleidet. Da waren rosa Flamingos aus Knüllwald zu sehen, drei bunte Schmetterlinge aus Fritzlar flogen kurzerhand zur Tankstelle, um Getränkenachschub zu holen, und wieder ein paar Meter weiter trotzten zwei blasse Vampire dem nicht ganz so grellen Tageslicht. Insgesamt 63 Zugnummern schlängelten sich durch die Straßen und Gassen, darunter zehn Karnevalsvereine und ihre Tollitäten.

Neben schicken Uniformen waren auch viele andere Kostüme zu sehen – die Rothhelmshäuser beispielsweise zeigten ihr schauriges Gruselkabinett, der Rot-Weiß Hemfurth hatte sich der bunten Hippiewelt verschrieben und die Mitglieder des DRK präsentierten sich als ehrenamtliche Superhelden. Die Karnevalsvereinsgemeinschaft aus Homberg-Holzhausen setzte zusätzlich ein Zeichen, neben ihrem Vereinsschild trug sie auch ein Banner des kreiseigenen Projekts „Gewalt geht nicht!“ mit sich und warb für ein friedliches und tolerantes Miteinander.

Während des Umzugs ertönte regelmäßig der Fritzlarer Schlachtruf „Alle Wille“ – an anderer Stelle war auch mal ein dreifaches „Helau“, „Hü Hott“ oder auch „Hau Ruck“ zu hören. Die Zuschauer und Akteure hatten gleichermaßen viel Spaß bei der Sache, vor allem die jüngsten Besucher freuten sich über den Bonbonregen, der ein wenig vom Schmuddelwetter ablenkte.

Aufgrund des Vorfalls in Volkmarsen, wurde der für Dienstag geplante Kinderumzug in Fritzlar abgesagt.

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