Kein Ei am Wandern: Kleiner Kasseler Bioladen setzt auf lokale Wirtschaft, kurze Transportwege und persönlichen Kontakt zu Lieferanten

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Der in Nassenerfurth lebende Michael Pillkowsky steht mit seinem Schmiedehof für nachhaltige und hochwertige Bioware. Nun arbeitet der Kasseler Schmanddibben Naturkost Laden mit ihm zusammen.

Borken/Kassel. In den vergangenen Jahren hat in puncto Ernährung ein Umdenken in den Köpfen vieler Verbraucher stattgefunden. Die Lebensmittel sollen kurze Wege, und maximale Frische aufweisen und die Herkunft soll transparent sowie bio sein. An diesem Konzept halten auch Barbara und Silke Obermeier fest. Ihren Laden „Schmanddibben Naturkost“ in Kassels Vorderem Westen gibt es bereits seit 1983. Dort verkaufen die beiden aus Überzeugung regionale Bioprodukte und kennen jeden einzelnen ihrer Lieferanten und deren Betriebe persönlich.

„In den 80er Jahren gründeten wir zusammen mit anderen ansässigen Läden eine Erzeuger-Verbraucher Gemeinschaft (EVG), die es sich als Ziel gesetzt hat, ein ausreichendes Angebot an naturgemäß erzeugten Lebensmitteln in Kassel zu schaffen, die für jeden erschwinglich sind und eine Alternative zu zweifelhaften Produkten aus dem Supermarkt darstellen“, erklärt Silke Obermeier.

Die Obermeiers beziehen ihre Lebensmittel nur von regionalen Lieferanten. Seit diesem Frühjahr arbeiten sie auch mit Michael Pillkowsky aus Borken-Nassenerfurth zusammen. Von ihm beziehen sie Gemüse, Glaswurst, Ahle Wurst und Eier. Aber keine gewöhnlichen Eier. Denn die Hühner, die auf dem Schmiedehof von Michael Pillkowsky leben, sind Exoten und vom Aussterben bedroht, wie beispielsweise die Augsburger oder Sperber.

Im Vergleich zu Batterie-Legehennen, die im Jahr circa 320 bis 340 Eier legen, sind es bei den Bio-Hühnern von Pillkowsky gerade mal 160 bis 180 Eier pro Huhn im Jahr. „Es ist uns wichtig, mit unserem Konzept das Bewusstsein der Verbraucher zu sensibilisieren, damit die wissen, wie dieser Markt funktioniert“, sagt Barbara Obermeier, „wir besuchen unsere Lieferanten vor Ort und schauen uns an, wie sie ihre Betriebe und Höfe führen. Uns ist es wichtig, dass nicht nur mit den Produkten, sondern beispielsweise auch mit dem Boden und den Tieren vernünftig umgegangen wird. So haben wir es auch bei Michael gemacht. Ebenso verzichten wir auf Flugware und weite Transportwege.“

Jetzt haben die beiden ihr Konzept ausgeweitet: „Mitmachen – solidarischer Bioladen“ lautet das Motto. „Die Kunden haben die Möglichkeit, für einen gewissen Monatsbetrag, sogenannte Supporter (Unterstützer) zu werden“, erklärt Silke Obermeier. Das hat viele Vorteile, denn außer dass es bei jedem Einkauf zehn Prozent auf alle Produkte des Schmanddibben gibt, können die Verbraucher zum Beispiel zu den Lieferanten fahren und sich vor Ort selbst ein Bild davon machen, wo ihre Lebensmittel herkommen. „Wer mag, kann auch direkt auf dem Hof bei der Ernte mithelfen. Bei einem Besuch der Höfe kann man auch das Umfeld kennenlernen und einen Einblick in das bekommen, was dahinter steckt“, erklärt Pillkowsky.

Wer künftig die lokale Wirtschaft stärken und aktiv seinen Teil zum Umweltschutz beitragen möchte, oder ein Gesicht zu dem Hersteller seiner Lebensmittel haben will, schließt sich einfach dem Schmanddibben-Supporter-Team an.

Weitere Infos zum Konzept und zu den Zielen: www.schmanddibben.com/mitmachen

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