Katze in Melsunger Wohngebiet angeschossen

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Dank Tierärztin Regina Korthaus (re.) konnte zwar Schlimmeres verhindert werden, aber der Schock bleibt. "Jemand hat in unserem Wohngebiet einfach auf Nele geschossen", sagt Susanne Kripko (li.), der man die Fassungslosigkeit über die Tat noch immer anmerkt.

Es war ein Schock für die Obermelsungerin, Susanne Kripko, als ihre Katze Nele mit blutender Wunde nach Hause kam. Die anfänglich für eine Bisswunde gehaltene Blessur, entpuppte sich als Schussverletzung.

Melsungen-Obermelsungen. Es ist ein Moment des Schreckens, den Susanne Kripko am Sonntagmorgen des 16. Juni erlebte. Nele, die dreijährige Katze, der Obermelsungerin lag blutend und stark zitternd auf ihrer Decke im Haus von Familie Kripko. Doch was war geschehen? „Als mein Mann gegen halb 10 das Haus verlassen hat, ist unsere Katze Nele mit raus gelaufen“, schildert Kripko die morgendliche Routine,der Freigängerkatze.

„Eigentlich ist Nele mehrere Stunden draußen auf Entdeckungstour, doch am Sonntag war sie um 10 Uhr schon wieder da“, sagt die Katzenbesitzerin. „Wir haben Nele dann wieder ins Haus gelassen und uns darüber gewundert, dass sie auf ihre Decke humpelte. Als wir dann plötzlich Blut auf der Decke gesehen haben, haben wir sofort nach einer Verletzung gesucht. Aber Nele zitterte auf einmal am ganzen Körper und ließ sich nicht anfassen.“ Die erste Diagnose des tierärztlichen Notdienstes: eine mögliche Bissverletzung. „Die Wunde wurde versorgt und geklammert. Nele ging es schon nach wenigen Tagen besser. Aber als wir bei der Nachuntersuchung waren, konnte ich die Diagnose nicht glauben“, beschreibt Susanne Kripko ihren Schock.

Klar und deutlich zu sehen: Die Röntgenaufnahme zeigt das runde Projektil, mit dem die dreijährige "Glückskatze" beschossen wurde.

Die Melsunger Tierärztin, Dr. Regina Korthaus, die sich eigentlich nur auf die Entfernung der Klammern eingestellt hatte, traute bei der Nachuntersuchung ihren Augen nicht. „Im Rahmen der Wundkontrolle habe ich das Tier abgetastet und etwas hartes gefühlt“, schildert die Tierärztin die Untersuchung. „Da habe ich mir schon gedacht, dass es ein Geschoss ist – die Röntgenaufnahmen haben das dann bestätigt.“ Der harte Gegenstand stellte sich als knapp fünf Millimeter großes Projektil heraus – abgefeuert aus einem Luftgewehr.

Bei dem Projektil handelt es sich um ein sogenanntes „Diabolo“. Je nach Material und Beschaffenheit sind Diabolos auf einer Länge von bis zu 25 Metern hochpräzise Geschosse, weshalb sie sowohl von Sportschützen als auch von Jägern genutzt werden.

Glück im Unglück: Bei der Wundkontrolle fand Tiermedizinerin Regina Korthaus dieses Projektil - ein Diabolo - in Neles linkem Vorderbein. Eine OP unter Vollnarkose war die unabwendbare Folge.

Um das Projektil herauszuholen, musste Nele operiert werden – unter Vollnarkose. Und auch wenn ein solcher Eingriff einer gewissen Routine unterliegt, birgt er doch auch immer ein Risiko. „Wenn Nele schon etwas älter wäre, wäre ich mir nicht sicher, ob sie die OP überlebt hätte“, so die Katzenbesitzerin. Doch statt nur die Klammern und das Diabolo zu entfernen, musste auch ein Lymphknoten der drei Jahre alten „Glückskatze“ (Anm. d. Red.: Name aufgrund des dreifarbigen Fells) entfernt werden. Grund: das Projektil ist beim Aufprall zersplittert und hat dabei den Lymphknoten verletzt. Kripkos Dank gilt Dr. Regina Korthaus: „Hätte die Tierärztin unsere Katze nicht abgetastet, wäre die Patrone nicht entdeckt worden und hätte noch mehr anrichten können.“

Die Schussverletzung: Wenige Zentimeter höher und Neles Herz wäre getroffen worden.

Zwar gehe es Nele den Umständen entsprechend gut, aber an einen möglichen Unfall glaubt Susanne Kripko nicht. „Es ist schon kurios, dass Nele bereits kurze Zeit nachdem sie rausgegangen ist, getroffen wurde. Also muss es in der Nähe passiert sein“, sagt die Obermelsungerin. Und auch die Tierärztin äußert den Verdacht: „Die Nähe der Wunde zum Herzen könnte darauf hindeuten, dass eigentlich darauf gezielt wurde und sich Nele plötzlich – und glücklicherweise – bewegt hat.“ Die Katzenbesitzerin zieht ein düsteres Résmué: „Nur ein paar Zentimeter höher und unsere Katze wäre tot gewesen.“

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