Kreis hilft Schul-Fördervereinen bei Organisation von Betreuungs- und Ganztagsangeboten

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Beim Pressetermin in Gudensberg: (v.li.) Landrat Winfried Becker, Jan Liewald (Kaufmännischer Leiter Starthilfe), Starthilfe Geschäftsführerin Christiane Krause und Peter Häßel (Schulleiter an der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule).

Der Landkreis stellte bei einer Pressekonferenz an der Gudensberger Dr. Georg-August-Zinn-Schule sein neues Dienstleistungsangebot für Schul-Fördervereine vor.

Gudensberg/Homberg. „Wo das Ehrenamt an seine Grenzen stößt...“, mit diesen Worten leitete Landrat Winfried Becker die Pressekonferenz an der Gudensberger Dr. Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) ein, bei der der Landkreis sein neues Dienstleis­tungsangebot für Schul-Fördervereine vorstellte, die die Betreuungs- und Ganztagsangebote an den Schulen des Kreises organisieren.

Fast alle Schulen dabei

2002 gab es erstmals an Schulen im Schwalm-Eder-Kreis Betreuungs- und Ganztagsangebote. Seitdem wurden diese immer weiter ausgebaut. Aktuell sind es 62 Schulen, die für ihre Schüler Betreuungs- und Ganztagsangebote vorhalten. „Das sind – bis auf die drei beruflichen Schulen – alle Schulen des Schwalm-Eder-Kreises“, so Mike Stämmler, Leiter des für Schulen zuständigen Fachbereichs 40 beim Kreis.

Verein als Arbeitgeber

Organisiert und koordiniert wurden die Angebote bislang – bis auf zwei Ausnahmen – immer von den Fördervereinen der jeweiligen Schulen. „Das barg mit dem steigenden Umfang der Angebote zunehmend Probleme“, berichten GAZ-Schulleiter Peter Häßel und der Vorsitzende des dortigen Fördervereins Hendrik Bargheer. Mittlerweile sei man in der Situation, betriebswirtschaftliches Handeln leisten zu müssen. Häßel: „Unser Förderverein ist ein Arbeitgeber, mit allem was dazu gehört: Abschluss von Arbeitsverträgen, Abrechnung der Gehälter, Einnahmen-/Ausgabenrechnung erstellen, Verwendungsnachweise erstellen... um nur einige zu nennen.“

„Wir mussten reagieren“

Landrat Becker dazu: „Das war jetzt so mit gutem Gewissen nicht mehr hinnehmbar – im Schlimmsten aller Fälle könnte ein Fördervereinsvorsitzender für Verfehlungen ja sogar persönlich haftbar gemacht werden.“ Deshalb habe man reagiert. Über den Starthilfe Ausbildungsverbund e.V. wird den Vereinen künftig Unterstützung angeboten. Becker: „Der Kreisausschuss hat im Dezember 2017 beschlossen, den Trägern der Angebote die Möglichkeit zu geben, Verwaltungsdienstleistungen des Starthilfe Ausbildungsverbundes kostenlos in Anspruch zu nehmen.“

Jan Liewald hilft

Dafür wurde beim Ausbildungsverbund extra eine neue Stelle geschaffen, die vom Kreis finanziert wird. Als Experte für die Unterstützung der Vereine wurde zum 1. August dieses Jahres der gelernte Bankkaufmann und Wirtschaftsingenieur Jan Liewald eingestellt.

Der 33-jährige, der bei der Starthilfe auch kaufmännischer Leiter ist, sagt: „Aktuell nehmen bereits 27 Trägervereine in unterschiedlichem Umfang Dienstleistungen der Starthilfe in Anspruch. Den übrigen sagen wir: ‘Scheuen Sie sich nicht, sich mit uns in Verbindung zu setzen, wir helfen Ihnen gerne’.“ Das Dienstleistungsangebot der Starthilfe umfasst drei Module: Personalwesen, Rechnungswesen und Verwendungsnachweise. Diese können von den Trägern einzeln oder in beliebiger Kombination in Anspruch genommen werden.

Kontakt: Starthilfe Ausbildungsverbund Schwalm-Eder e.V. Bindeweg 32 Homberg-Efze Jan Liewald Telefon: 05681/9902-10

Der Starthilfe Ausbildungsverbund...

Der Starthilfe Ausbildungsverbund Schwalm-Eder e.V. besteht seit 1985. Mitglieder sind der Schwalm-Eder-Kreis sowie dessen 27 Städte und Gemeinden, der Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises, der Deutsche Gewerkschaftsbund Schwalm-Eder sowie die Kreissparkasse Schwalm-Eder. Zielsetzung des Verbundes ist, schulisch und sozial benachteiligten Schulabgängern, jugendlichen Langzeitarbeitslosen, Erwachsenen und Migranten eine außerbetriebliche Erstausbildung in kooperativer oder integrativer Form zu ermöglichen, eine berufliche Grundlage in Berufsvorbereitungs-, Fortbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen zu vermitteln und Förderunterricht mit gleichzeitigen pädagogischen Maßnahmen für Auszubildende in verschiedenen Fachbereichen anzubieten. Alle Angebote werden von Lehrern und Sozialpädagogen betreut. Die praktische Qualifizierung und Ausbildung findet in eigenen Werkstätten und in Zusammenarbeit mit Fachbetrieben der Region statt. Die Maßnahmen werden von der Bundesagentur für Arbeit, dem Land Hessen, der Europäischen Union und dem Jobcenter Schwalm-Eder gefördert.

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