Kreisjugendfeuerwehr vor die Tür gesetzt

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Ihr 50. Jubiläum hätten sich die Organisatoren anders vorgstellt. Denn Fritzlar zieht seine Zusage für den Festplatz zurück - wegen der Bundeswehr.

Schwalm-Eder.   Erst war die Freude über die Zusage groß. Ganze 50 Jahre alt wird die Kreisjugendfeuerwehr Fritzlar-Homberg – und das sollte gebührend auf dem Fritzlarer Festplatz gefeiert werden. Doch daraus wird nun nichts: Anfang Dezember sagte die Stadt Fritzlar den zugesagten Festplatz ab. Trotz des bereits vorangegenen Überlassungsbescheids und Organisation der Jubiläums-Festlichkeiten. Lediglich  ein  Magistratsbeschluss  bezüglich  der  Miete  des  Platzes und  der  Nutzung  des  städtischen  Freibads  stand  noch  aus  –  alles  nur  eine Formsache, wie es aus Reihen der Verantwortlichen hieß.

Jugend weicht Bundeswehr

Der Grund für den plötzlichen Rückzug sei ein zeitgleich stattfindendes Event der Bundeswehr Fritzlar. Das Bundesverteidigungsministerium habe für den Zeitraum einen "Tag der Bundeswehr" angeordnet.  Vom  gültigen  Überlassungsbescheid  habe Bürgermeister Hartmut  Spogat  nichts  mehr  wissen wollen, schließlich  benötige  er  den  Festplatz  und  die angrenzenden  Wiesen  als  Parkfläche.

Die  rund 1.500 Jugendlichen  müssen  dafür  weichen – werden einfach vor die Tür gesetzt. Dabei sollte das erstmals gemeinsame Groß-Zeltlager aller drei  Altkreisverbände  Fritzlar-Homberg,  Melsungen  und  Ziegenhain  (rund  218  Wehren) der Höhepunkt des runden Geburtstags werden. Mit der Zusage begannen die Organisatoren das Event im Einzelnen zu planen: Sie mieteten ein Festzelt, engagierten Catering- und Sicherheitspersonal, auch ein Feuerwerk wurde bestellt. Die Entscheidung ist für viele nicht nachvollziehbar: Das  Gelände  verfügt  über  die  Infrastruktur und Gegebenheiten, um eine solche Mammutveranstaltung zu stemmen.

Gudensberg springt ein

Doch dann die Rettung: Nach nervenaufreibenden Verhandlungswochen und einer neuen Suche, einigten sich die Organisatoren mit der Stadt Gudensberg. Das  Zeltlager  wird  nun  im  Sommer  auf  dem  alten Sportplatz  in  Gudensberg  stattfinden. Auch  das  Stadion  für  die  Ausrichtung  der Wettbewerbe  sowie  das  städtische  Freibad  seien  problemlos und unbürokratisch zur Verfügung gestellt worden.

Enttäuschung ist riesig

"Man hört oft von politischen Vertretern, dass es ohne ehrenamtliches Engagement nicht  geht,  Jugendarbeit für die Gesellschaft  unverzichtbar ist", sagt  Christian Rinnert, Pressesprecher der Kreisjugendfeuerwehr Fritzlar-Homberg. Man  müsse  sich  nun fragen,  ob  das  Vorgehen  des  Bürgermeisters  der  Stadt  Fritzlar  auch  mit  dem Hintergrund  eines  Tages  der  Bundeswehr  in  dieser  Form  gerechtfertigt  ist.  "Wird ehrenamtliche Jugendarbeit wirklich unterstützt und geschätzt? Wie  wichtig  ist  die  unentgeltliche  ehrenamtliche  Arbeit  wirklich  für  die Verantwortlichen der Politik?", macht Rinnert seinem Ärger und seiner Enttäuschung Luft.

Für eine Stellungnahme war Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat am Freitag nicht mehr zu erreichen.

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