Von Krücken-Sirtaki bis Penis-Neid

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20. Kabarett-Wettbewerb in der Kulturfabrik Melsungen: Die Preisträger bringen mit ihren Anekdoten Tausende zum Lachen.

Schwalm-Eder. Von Penis-Neid über Rücken-Schmerzen, Sprach-Probleme bis hin zur Altersheim-Frage: Die Gewinner des 20. Kabarett-Wettbewerbs in der Melsunger Kulturfabrik waren am Samstagabend mehr als in ihrem Element. Und das dankte ihnen das Publikum, indem es Lachen an die erste Stelle der Tagesordnung setzte.

"Bühne ist ein bisschen wie Fallschirmspringen: Du weißt Du musst gleich raus. Und dann geht es hoffentlich gut", erklärt John Doyle sein Gefühl vor seinen Auftritten. Der Amerikaner belegte im Wettbewerb den zweiten Platz. "Ich wollte unter die besten Drei. Das habe ich geschafft. Als Zweiter dachte ich erst: Cool, das ist in der Mitte. Und dann dachte ich: Damn, kann ich es noch zurück geben? Ich wäre lieber Erster."Auch seine beiden Kollegen Lars Redlich und Erik Lehmann stehen ihm in nichts nach. Sie klagten zwar nicht über Rückenschmerzen und hohe Telefonrechnungen, weil sie mit Hilfe einer Sexhotline versuchten Deutsch zu lernen. Aber auch sie prangerten wichtige Themen der Gesellschaft auf humorvolle Weise an und garantierten sich viele Lacher der Melsunger Kabarett-Fans.

Insgesamt über 1000 Besucher kamen an den vier Wettbewerbstagen in die Kulturfabrik, um sich von den Kabarett-Stars einen ganz neuen und humorvollen Blick auf eigentlich lästige Alltagsprobleme geben zu lassen.

Socken-Probleme und Rollator-Polka

Musical-Star Lars Redlich überzeugte das Publikum mit musikalischen Anekdoten zu verschwundenen Socken, Anakondas und anderen Männlichkeitsidentifikationen. Der studierte Lehrer wurde zwar nur Dritter des Wettbewerbs, das Publikum hatte ihn jedoch umso lieber und kürte ihn zum Publikumsliebling. "Mit 22 wollte ich der Rampensau in mir doch nochmal freien Lauf lassen und studierte Schauspiel und Gesang", erzählt der Berliner.Der strahlende Gewinner des Abends ist Erik Lehmann. Auf Sächsisch ließ er die Besucher über die Altersprobleme der Gesellschaft schmunzeln. Und mit einem charmanten Wiener Schmäh erklärt er, wann der Opa noch was taugt und wann er Altersheimreif ist. Das Publikum reagierte nur verhalten auf dieses brisante Thema, aber das störte den Künstler kaum. "Das Publikum entzog mir zwar viel Energie, aber ich liebe die Wiener Nummer und habe sie an diesem Abend genossen."

Moderiert wurde das runde Jubliäum des Kabarett-Wettbewerbs von HR-Moderator und Leiter des HR Fernsehen Kassel Andreas Gehrke. Der gesamte Abend wurde vom HR aufgezeichnet und ist am Dienstag,  23. November von 12.05 bis 13 Uhr auf HR 2 zu hören.

+++ EXTRA INFO +++

Großzügige Kulturförderer

Die Gewinner wurden jeweils mit 3.000, 2.500 und 2.000 Euro dotiert. Die Preise wurden von Vertretern der Hauptsponsoren überreicht: Die Kreissparkasse Schwalm-Eder, vertreten durch Direktor Volker Komiske, stellte den ersten Preis bereit. Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, ebenfalls vertreten durch Direktor Volker Komiske, sponserte den zweiten Preis. Und die EAM , vertreten durch Andreas Schneider, steuerte den dritten Preis bei. Der Publikumspreis "Scharfe Barte" wurde von der ehemaligen Melsunger Kabarettgruppe "Die Bartenschwätzer" gesponsert und von Peter Reinhardt überreicht.

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