Kulturelle Schätze waren das Ziel: Landrat und Chefredakteur reisten durch den Kreis

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Erster Halt: Museum der Schwalm. Die Teilnehmer der Kreisbereisung ließen sich von Peter Reuter (Vorsitzender des Schwälmer Heimatbundes, 4. v. li.) und Museumsleiterin Dr. Simone De Santiago Ramos (2. v. re.) das Ziegenhainer Museum der Schwalm zeigen.
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Einmal in Schwälmer Tracht schlüpfen: Das Ziegenhainer Museum der Schwalm machte es für Sabine Baumunk (li.), Winfried Becker und Kirsten Kühnemund möglich.
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So entspannt kann lernen sein: Chefredakteur Rainer Hahne nahm im Sessel Platz und informierte sich über Ziegenhainer Geschichte.
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Besonderes Ausstellungsstück im Museum der Schwalm: Am 3. April 1916 um 15.30 Uhr berichteten Augenzeugen von einem Donnerschlag und Rauchwolken. Die Leucht- und Geräuscherscheinung stammte von einem aus dem Weltall auf die Erde stürzenden Meteoriten, der in einem Waldstück nahe Rommershausen einschlug.
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Während der Kreisbereisung besuchte (v. li.) Landrat Winfried Becker auch das Vor- und Frühgeschichtliche Museum Gesungen rund um die Arbeitskreisvorsitzenden Jörg Rode und Rolf Fröhlich. Das multimediale Museum begeisterte auch Ersten Kreisbeigeordneten Jürgen Kaufmann, Büroleiterin Kirsten Kühnemund mit Stellvertreterin Sabine Baumunk, Rainer Geisel (Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung) und Chefredakteur der EXTRA TIP Mediengruppe Rainer Hahne.
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Jörg Rode (2. v. re.) erklärte seinen Gästen die ausgestellten Fundstücke aus dem Altkreis Melsungen.
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Dass der Schwalm-Eder-Kreis über viele Schätze im kulturellen Bereich verfügt, war den Teilnehmern der diesjährigen Kreisbereisung klar. Doch die besuchten Orte sorgten trotzdem für Staunen.

Von VANESSA VON LENGERKEN

Schwalm-Eder.Über rund 7.000 Kulturdenkmäler sowie zahlreiche Schlösser, Burgen, Kirchen und Museen verfügt der Schwalm-Eder-Kreis. Von einigen dieser sehenswerten Zeugen einer reichhaltigen Kulturgeschichte konnte sich Rainer Hahne, Chefredakteur der EXTRA TIP Mediengruppe, vergangene Woche überzeugen. Gemeinsam mit Landrat Winfried Becker und Erstem Kreisbeigeordneten Jürgen Kaufmann fuhr er durch den Schwalm-Eder-Kreis, um die kulturellen Schätze der Region kennenzulernen. Kirsten Kühnemund (Büroleiterin) und ihre Stellvertreterin Sabine Baumunk, Rainer Geisel (Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung), Stephan Bürger (Büroleitung, Controlling und Öffentlichkeitsarbeit) komplettierten die Runde.

Getroffen wurde sich im Museum der Schwalm in Ziegenhain, wo Leiterin Dr. Simone De Santiago Ramos und Peter Reuter, Vorsitzender des Schwälmer Heimatbund, auf die Gäste warteten, um sie auf eine Reise durch die Schwälmer Geschichte zu geleiten. Jede Schwälmerin hatte für verschiedenste Anlässe ihre Tracht zur Auswahl, ausgeschmückt mit Schnatz, Ecken und Brustlappen in verschiedenen Farben – je nach gesellschaftlichem Rang. Gewaschen wurde die Tracht allerdings nicht: „Die Stücke werden nach der Fertigstellung eingefärbt. Bei Kontakt mit Wasser würde sich die Farbe auswaschen“, erklärte De Santiago Ramos und sorgt mit dieser Aussage für viele Scherze seitens der Beteiligten. Der Lieblings-Ausstellungsraum von Reuter durfte bei dem Rundgang durch das Museum auch nicht fehlen: Dort wurden alle Schritte der Flachsproduktion vorgestellt. „Hechel, Breche, Haspel und viele mehr – hier im Museum haben wir alles ausgestellt, was es zum Spinnen einer Schwälmer Tracht braucht“, erläuterte er nicht ohne Stolz in der Stimme.

Nach einer Stärkung im Ziegenhainer Hotel - Restaurant Rosengarten ging es nach Gensungen. Dort hat im Mai dieses Jahres nach rund zweieinhalbjähriger Umbauzeit das Museum für Vor- und Frühgeschichte wieder eröffnet. „Die dreißig Jahre alte Dauerausstellung zur Vor- und Frühgeschichte des Altkreises Melsungen entsprach nicht mehr den aktuellen Anforderungen an die Vermittlungsarbeit im Museum“, so Jörg Rohde, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Vor- und Frühgeschichte. Und der Träger und Leiter des Museums hat ganze Arbeit geleistet: Die verschiedenen Epochen finden sich farblich abgestuft in beleuchteten Vitrinen wieder, Fundortkarten sowie Monitore mit Bildern, Texten und Kurzfilmen sorgen für die nötigen Informationen. Vor allem die Geschichte um die Fundumstände des „ältesten Hessen“ aus dem Felsberger Ortsteil Rhünda ließ die Besucher gespannt den Worten vom Zweiten Vorsitzenden Rolf Fröhlich lauschen.

Endstation der Kreisbereisung war das Spangenberger Schloss, das mit seiner prunkvollen Bauweise für Staunen sorgte. Als Pächterin Silvana Gattschau dann die Teilnehmer durch die Räumlichkeiten führte, kamen die Beteiligten aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Sie und ihr Mann Arno haben den alten Gemäuern mit modernen Elementen wieder neues Leben eingehaucht. Doch das hat sich das Ehepaar auch einiges kosten lassen. „Die veranschlagten 800.000 Euro haben nicht gereicht“, resümierte Gattschau die fünfjährige Renovierungszeit. Einige Überraschungen kamen dabei auch zutage: So versteckte sich hinter einem Vorhang ein prächtiges, wandfüllendes Gemälde. „Das wurde in die Suite selbstverständlich integriert.“ Die Pächterin hat auch selbst angepackt: „Wir wollten das schöne Parkett freilegen, doch der Teppich war so festgeklebt. Das war ein wahrer Kraftakt“, bei der Erinnerung danach kann sie aber mittlerweile lachen – es habe sich gelohnt. Laut eigenen Angaben sei sie mit den Übernachtungen, Restaurant- und Veranstaltungsbesuchen der vergangenen zwei Jahre für den Anfang zufrieden. Erinnerungen kamen bei Kaufmann und Geisel auf, als sie den großen Saal im Obergeschoss betraten. Dort hatten beide in den 80er Jahren ihre mündliche Jägerprüfung erfolgreich abgeschlossen.

Am Ende des Tages war man sich einig, dass es zu viele kulturelle Schätze im Schwalm-Eder-Kreis gäbe, die unbekannt seien. „Aus diesem Grund schafft der Kreis nun eine neue Stelle, die das Kulturangebot im Kreis bekannter und vielfältiger gestalten soll“, verkündete Bürger.

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