Landrat Winfried Becker im Interview nach der Wahl: Anspruchsvolle Aufgaben warten

Vize-Landrat Jürgen Kaufmann (re.) gehörte zu den ersten Gratulanten, die Winfried Becker zur Wiederwahl beglückwünschten.
+
Vize-Landrat Jürgen Kaufmann (re.) gehörte zu den ersten Gratulanten, die Winfried Becker zur Wiederwahl beglückwünschten.

Der alte Landrat ist auch der neue Landrat. Winfried Becker ist am Sonntag mit 51,51 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Der SPD-Mann konnte sich gegen seine drei Herausforderer in ersten Wahlgang durchsetzen. Michael Schär CDU) erhielt 20,66 Prozent, Stefanie Pies Grüne) 11,21 Prozent und Christoph Pohl FWG) 16,61 Prozent der Stimmen.

Schwalm-Eder. Im Interview blickt Becker auf den Wahlkampf unter Corona-Bedingungen zurück und voraus auf die Aufgaben, die in den kommenden Jahren auf ihn noch warten.

Herr Becker, Ihr Ziel am Wahlabend war „50 Prozent + 1 Stimme“, am Ende waren es 51,51 Prozent. Sind Sie zufrieden mit dem Wahlergebnis?

Ja, ich bin sehr zufrieden. Es war mein Ziel im ersten Wahlgang die Mehrheit zu erreichen. Das ist gelungen und ich bin sehr dankbar dafür.

Die Mehrheit der Wähler hat sich für Sie entschieden. Sehen Sie das Ergebnis als Bestätigung Ihrer bisherigen Arbeit?

Ja, die bisher geleistete Arbeit in den vergangenen sechs Jahren hat sicher eine große Rolle gespielt.

Es sind aktuell wahrlich keine einfachen Zeiten, für niemanden. Die durch die Corona-Pandemie von uns in der Kreisverwaltung zu bewältigenden Aufgaben sind immens. Viele von uns umzusetzenden Entscheidungen sind zudem auch nicht populär und führen immer wieder zu kontroversen Diskussionen.

Eine Wahlentscheidung bei einer Direktwahl ist immer eine Mischung der geleisteten Arbeit, der aktuellen Situation und einem Blick in die Zukunft. Meine Themen, allen voran das Thema der Bildung, scheinen also auch vonseiten der Wählenden als wichtig eingestuft worden zu sein.

Setzt Sie das Ergebnis auch unter Druck, in der zweiten Amtszeit den Erwartungen der Wähler noch stärker gerecht zu werden?

Nein. Den Anspruch gute Arbeit zu machen habe ich an mich selbst. Und ich weiß, dass aktuell und auch in Zukunft sehr anspruchsvolle Aufgaben zu erledigen sind. Ich stelle mich diesen mit all der mir zur Verfügung stehenden Kraft.

Was sind die wichtigsten politischen Entscheidungen, die in der neuen Wahlperiode anstehen?

Zunächst müssen wir die Corona-Pandemie weiter gemeinsam bekämpfen. Bei aller gebotenen Vorsicht wird es Zeit, dass wir wieder zu unserem normalen Leben zurückkehren können. Ich setze da nach wie vor auf die hohe Impfbereitschaft der Menschen. Das ist und bleibt unsere Chance der Pandemie zu begegnen.

Ansonsten gibt es viele wichtige Aufgaben, die angepackt und erledigt werden müssen. Da sind u.a. zu nennen, die weiter voranzutreibende Digitalisierung, die Weiterentwicklung der Mobilität auf dem Land, die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Landkreis sowie die Entwicklung unserer Ortskerne, die Förderung des Ehrenamtes und auch die Förderung unserer Demokratie.

Mein großes Thema ist und bleibt die Bildung. Dieser werde ich mich weiter widmen. Dieses Thema ist generationenübergreifend zu betrachten. Allerdings brauchen besonders die jungen Menschen einheitlich gute Lernbedingungen. Niemand darf zurückgelassen werden. Es muss immer eine zweite und dritte Chance geben. Dafür setze ich mich ein.

Es geht mir darum, den Menschen im Schwalm-Eder-Kreis eine Perspektive für das gleichberechtigte Leben in ihren Städten, Gemeinden und auch den Ortsteilen zu bieten.

Kommen wir zurück zum Wahlkampf. Vor sechs Jahren hatten Sie nur einen Herausforderer, diesmal gleich drei. Wie haben Sie den Wahlkampf erlebt?

Es war ein völlig anderer Wahlkampf. Das lag aber besonders an der Corona-Pandemie, die leider keine direkten Begegnungen mit den Menschen zugelassen hat. Das hat mir sehr gefehlt und fehlt mir auch im Arbeitsalltag. Aber alle Kandidierenden hatten gleiche Bedingungen.

Besonders war, dass unsere Diskussionen im Online-Format stattgefunden haben. Aber es war doch etwas steif und eindimensional. Auf dem Podium vor voller Halle hätte ich mich deutlich wohler gefühlt. Auffällig war natürlich, dass sich der Wahlkampf in die Sozialen Medien verlagert hat. Da waren doch eine Menge Posts unterwegs. Ob das immer den erhofften Erfolg gebracht hat, vermag ich allerdings nicht zu sagen. Vor allem in sozialen Netzwerken wie Facebook bewegen sich die Menschen oft in sogenannten Filterblasen. So wurden sicher in großen Teilen die eigenen Wählergruppen angesprochen.

Wie war es für Sie, Wahlkampf unter Corona-Bedingungen machen zu müssen?

Wie schon gesagt, ich habe den direkten Kontakt und das Gespräch mit den Menschen sehr vermisst. Das ist das Elixier eines jeden Wahlkampfs. Mir sind diese Begegnungen sehr wichtig. Nur da entwickelt sich ein echtes Gespür für Stimmungslagen und man erfährt von den Problemen und Bedürfnissen der Menschen.

Zitterpartie im Kreishaus: Becker bleibt Landrat

Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg
Impressionen vom Wahlabend im Kreishaus Homberg © Sorembik

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Fritzlarer wird Opfer der Betrugsmasche "Tech Support Scam"

Angeblicher Microsoft-Mitarbeiter ergaunert mehrere tausend Euro
Fritzlarer wird Opfer der Betrugsmasche "Tech Support Scam"

100 Jahre AWO: Zum großen Jahr gibt es wieder die drei beliebtesten und kostenlosen Vorträge im Schwalm-Eder-Kreis

Der Demenz entgegenwirken, Erben und Vererben, sowie Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen: Alles Themen, die in AWO-Vorträgen leicht verständlich erklärt werden.
100 Jahre AWO: Zum großen Jahr gibt es wieder die drei beliebtesten und kostenlosen Vorträge im Schwalm-Eder-Kreis

Fritzlar und Bundeswehr laden zum Neujahrsempfang in die Dom- und Kaiserstadt

Der traditionell von der Stadt Fritzlar und dem Kampfhubschrauberregiment 36 veranstaltete Neujahrsempfang hatte einiges zu bieten. Neben vielen Ehrungen und Rückblicken …
Fritzlar und Bundeswehr laden zum Neujahrsempfang in die Dom- und Kaiserstadt

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.