Kommt die neue Umgehungsstraße? Bürger sehen Lebensqualität in Malsfeld-Dagobertshausen in Gefahr

Ärger in Malsfeld: Über 20 Bürger haben sich vor Kurzem zur Bürgerinitative Dagobertshausen zusammengeschlossen. Geeint wollen sie sich gegen eine Umgehunggstraße in unmittelbarer Nähe zu ihrem Ortsteil einsetzen. Die bislang wahrscheinlichste Variante ginge im Hintergrund an einem der Felder entlang oder würde ein Feld kreuzen.
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Ärger in Malsfeld: Über 20 Bürger haben sich vor Kurzem zur Bürgerinitative Dagobertshausen zusammengeschlossen. Geeint wollen sie sich gegen eine Umgehunggstraße in unmittelbarer Nähe zu ihrem Ortsteil einsetzen. Die bislang wahrscheinlichste Variante ginge im Hintergrund an einem der Felder entlang oder würde ein Feld kreuzen.

Bürgerinitiative Dagobertshausen ist gegen neue Umgehungsstraße nach Beiseförth – Malsfelds Bürgermeister und Ortsvorsteher geben Entwarnung.

Ärger in Malsfeld: Über 20 Bürger haben sich vor Kurzem zur Bürgerinitative Dagobertshausen zusammengeschlossen. Geeint wollen sie sich gegen eine Umgehunggstraße in unmittelbarer Nähe zu ihrem Ortsteil einsetzen. Die bislang wahrscheinlichste Variante ginge im Hintergrund an einem der Felder entlang oder würde ein Feld kreuzen.Malsfeld. In der Gemeinde Malsfeld könnte eine neue Umgehungsstraße gebaut werden – mit direkter Zufahrt für die Lkw der Firma Dr. Schumacher GmbH im Ortsteil Beiseförth. Damit ist ein Ende der Straße, wenn sie denn gebaut wird, schon sicher, doch wo diese anfängt, liegt in den zukünftigen Plänen.

Ärger in Malsfeld: Über 20 Bürger haben sich vor Kurzem zur Bürgerinitative Dagobertshausen zusammengeschlossen. Geeint wollen sie sich gegen eine Umgehunggstraße in unmittelbarer Nähe zu ihrem Ortsteil einsetzen. Die bislang wahrscheinlichste Variante ginge im Hintergrund an einem der Felder entlang oder würde ein Feld kreuzen.

Im idyllischen Dagobertshausen lässt sich der weite Ausblick über Malsfeld genießen, doch im Hintergrund ist das Rauschen der rund zwei Kilometer entfernten A7 zu hören. Eine Variante der Umgehungsstraße würde auf der Hilgershäuser Straße, auf halber Strecke in Richtung des Ortsteils, beginnen und nord­östlich an Dagobertshausen vorbei führen. Dann ginge es weiter auf die Malsfelder Straße in Richtung Osten und über eine zur Zeit ausschließlich dem landwirtschaftlichen Verkehr vorbehaltenen Straße bei der Firma enden. Daher sind die Ängste der kürzlich gegründeten Bürger­initative (BI Dago) nachvollziehbar, die in unmittelbarer Nähe zu ihrem Ortsteil nicht noch mehr Lärm haben wollen. „Wir haben unser Haus aus gutem Grund in ruhiger Lage gebaut“, gibt der Dagobertshäuser Denny Kliem zu bedenken.

„So eine Straße ist ein Verlust an Lebensqualität, ganz zu schweigen vom Wertverlust der Grundstücke“, ergänzt die Dagobertshäuserin Alexandra Koch. Beiseförths Ortsvorsteher Michael Böse entwarnt aber: „Egal, wo die Straße gebaut wird, es soll für alle Bürger die belastungsärmste Lösung gefunden werden. Da spielt auch eine entsprechende Bepflanzung an der Straße eine Rolle, die den Schall auffängt.“

Ebenfalls Teil der Umgehungsstraße, die an Dagobertshausen vorbeiführen könnte, wäre eine Brücke über den Wolfsgraben, ein beliebter Rückzugsort und Treffpunkt für die Kinder des Ortsteils inmitten der Natur. „Da waren wir gestern noch spazieren und es ist so schön da“, erklärt Marie Kliem, die sich mit ihrer Schwester Emely und anderen Kindern aus dem Ortsteil gerne an dem Naturbiotop trifft. Je nachdem, wie nah die Brücke über den Wolfsgraben an Dagobertshausen vorbei führt, wäre auch dieser Rückzugsort und die Ruhe zwischen den Bäumen dahin.

Hier gibt es den Kommentar zum Thema.

Spielen gerne im Wald beim Wolfsgraben (v.li.): Emely Kliem, Anastasia Asbrand und Marie Kliem. Im Hintergrund könnte die Umgehungsstraße mit einer Brücke über den Wolfsgraben gehen.

Beate Kriegisch aus dem betroffenen Ortsteil äußert sich sehr kritisch gegenüber der aktuellen Lage und den herausgegebenen Infos von Bürgermeister Herbert Vaupel und Dagobertshausens Ortsvorsteher Winfried Hucke: „Das alles ist grober Unfug. Die Firma gehört ins Industriegebiet. Wir fühlen uns hingehalten, bis es zu spät ist, an der Entscheidung teilzuhaben.“

Doch Hucke diskutiert nicht ‘im luftleeren Raum’: „Wenn feststeht, dass überhaupt etwas gebaut wird und handfes­te Infos vorliegen, dann diskutiere ich gerne und informiere alle Bürger Dagobertshausens. In der nächsten Gemeindevertretersitzung am 21. Juni erfolgt erstmal eine Variantenüberprüfung.“ Vorher berät der Haupt- und Finanzausschuss am 14. Juni. Auch Vaupel gibt Entwarnung: „Wenn der Variantenüberprüfung zugestimmt wird, folgt eine Erarbeitung und Bewertung von fünf verschiedenen Möglichkeiten. Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag muss aber stimmen. Dadurch bedeutet etwa die fünfte Möglichkeit, dass alles so bleibt, wie es ist.“

Bei den anderen Varianten werden breite Korridore berücksichtigt, um Natur, Boden und Menschen möglichst wenig zu beeinträchtigen. „Ich werde immer den Bürgerdialog suchen, doch welche Variante nun die beste ist oder welche am ehesten umgesetzt wird, das kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, weil ich es einfach noch nicht weiß“, so Vaupel. Auch für Bürgerbeteiligung an der Entscheidung sei noch genügend Zeit.

Profiteure der Straße

Neben der Firma Dr. Schumacher GmbH profitieren von der Umgehungsstraße auch die Beiseförther und Malsfelder, die weniger vom Lkw-Verkehr belastet werden würden. Zur Zeit nutzen auch Pendler aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg die Straßen um etwa zur A7 zu kommen. Wer da mit 30 km/h unmittelbar durch Dagobertshausen fährt, könnte stattdessen die Umgehungsstraße nutzen und damit den Ortskern entlas­ten – auch wenn die Umgehungsstraße mit 80 bis 100 km/h schneller befahren wird und dadurch wiederum entfernt mehr Lärm entsteht.

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