„Es wird immer brutaler“ – Leserbrief zu den 33.000 bei Plukon entsorgten Masthähnchen

„Wer jetzt noch Fleisch aus Massentierhaltung isst, ist einfach nur dumm und ignorant.“

Zu unserem Aufmacher vom Mittwoch, 18. Oktober, „Erst Mast, dann Müll“ (Der Gudensberger Geflügelschlachthof Plukon musste 33.000 bakteriell verseuchte Hähnchen entsorgen) und zum Leserbrief von Andreas Grede erreichte uns ein weiterer Leserbrief:

Auch ich habe den Bericht vom 18. Oktober „Erst Mast, dann Müll“ gelesen, leider zu spät, um gleich reagieren zu können. Ebenso habe ich den Leserbrief von Andreas Grede, dem Sprecher der Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung, gelesen, und ich danke Herrn Grede für diesen genau auf den Punkt gebrachten Bericht.

Wer jetzt noch Fleisch aus Massentierhaltung isst, ist einfach nur dumm und ignorant. Das gilt für Schweinehaltung, Putenaufzucht usw.. Männliche Küken werden lebendig geschreddert, männliche Kälbchen sind ein Abfallprodukt. Man macht sich nicht einmal die Mühe, diese aufzuziehen.

Den Milchkühen geht es auch nicht anders. Sie werden ausgenutzt und geschlachtet. Allein in Deutschland werden eine Million Kühe geschlachtet – teilweise obwohl man weiß, dass sie trächtig sind. Oft werden sie geschlachtet, noch ehe sie drei oder vier Jahre alt sind. Obwohl eine normale Kuh, wenn sie artgerecht auf einer Weide gehalten wird, auch mal 15 oder 20 Jahre alt werden kann.

Massentierhaltung bedeutet für die Tiere ein qualvolles Leben, schlimmer könnte es gar nicht sein. Und nach diesen Qualen schickt man die Tiere auf Tiertransporte in die Türkei. Das ist die schlimmste Route überhaupt. Jedes dritte Tier verreckt jämmerlich unter höllischen Qualen.

Ich beschäftige mich seit 40 Jahren mit diesen Themen. Ich kann nur sagen: Es wird immer brutaler, und ein Ende ist nicht in Sicht. Es wäre schön, wenn Sie von diesen armen Tieren berichten könnten, damit man ein gutes Stück Fleisch auch mit gutem Gewissen essen kann... bitte nicht immer nur „billig“ kaufen.

Jutta Kupfer, Malsfeld

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