Leuchturmprojekt in Gudensberg nimmt Form an

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Leben im Stadt- und Ortskern: Bauarbeiten in der Braugasse gehen flott voran

Gudensberg. Das Gudensberger Leuchtturmprojekt des Förderprogramms "Leben im Stadt- und Ortskern", die Renovierung des Hauses in der Braugasse 4, nimmt Form an. Mitarbeiter des Zimmererbetriebes Günther-Dieling schlagen derzeit aus den Gefachen das Lehm-Stroh-Gemisch in Brocken auf die Flächen neben dem Haus in der Braugasse. Bauherr Matthias Paar ist an diesem Tag mit am Bau und trotz der Staubwolke, die alle Anwesenden auf der Baustelle überzieht, gut gelaunt: "Das Wetter spielt mit. Würde es jetzt schneien oder gar regnen, wäre das wegen der Feuchtigkeit problematisch." Nässe könnte in die ungeschützt stehenden alten Balken eindringen oder auch durch die offenen Gefache ins Innere des Hauses gelangen.

Die für die Jahreszeit hohen Temperaturen und die geringen Niederschläge ermöglichen, dass die Bauarbeiten zügig weitergehen können, freut sich Paar und mit ihm Zimmereichef Gerhard Günther-Dieling aus Körle, der seine Arbeiten möglichst schon in einer Woche abschließen möchte. Beim Baustellentermin erläutert er, dass an den Außenwänden die Öffnungen für die neuen Fenster geschlagen werden müssen. Da durch den Abriss des Nachbarhauses Braugasse 2 eine Freifläche entstanden ist, können an die Hausnummer vier Balkons angebaut werden. Dafür werden Öffnungen für die Balkontüren vorgesehen.

Soweit es geht, werden die alten Balken erhalten, wo es nicht geht, werden neue Ständer, Streben oder Riegel eingesetzt, erklärt der Zimmermeister. Ständer oder Säulen sind die senkrecht stehenden Balken, Streben nennt man die diagonal stehenden Hölzer und Riegel die waagerechten. Die neuen Balken sind aus Fichtenholz. Im Fachwerkbau verwendet man traditionell eher Eichenholz. Bei dem Bauvorhaben in der Braugasse eignet sich aber auch Fichtenholz, da das Fachwerk dieser Gebäudeseite gedämmt und verputzt werden soll.

Auf traditionelle Gestaltungsformen soll aber nicht verzichtet werden, ergänzt Bauherr Paar: Im unteren Bereich erhält die Wand einen Sandsteinsockel, im Giebelbereich wird eine Naturschiefer-Verkleidung angebracht. "Alte und neue Materialien müssen sich nicht nur optisch, sondern auch bauphysikalisch miteinander vertragen", erklärt Günther-Dieling. Eine Erkenntnis, die Bauherrn Paar besonders am Herzen liegt.

Das Sanierungsobjekt Braugasse 4 ist das Leuchtturmprojekt des städtischen Förderprogramms "Leben im Stadt- und Ortskern". Mit dem Förderprogramm setzt die Stadt Gudensberg auf vitale Stadt- und Ortskerne und unterstützt diejenigen Bauherren, die Altbauten sanieren und modernisieren möchten. Gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege sollen auch für das Jahr 2015 Fördermittel bereitgestellt werden. Das Programm ist auf mehrere Jahre ausgelegt und die Stadtverordnetenversammlung kann jährlich entscheiden, welcher Betrag neu zur Verfügung gestellt wird. Gefördert werden bauliche Maßnahmen an Gebäuden, um die Wohn- und Aufenthaltsqualität der jeweiligen Bereiche zu stärken und Leerstand und Verfall zu vermeiden.

Weiterhin unterstützt die Stadt interessierte Gebäudeeigentümer durch eine Architektenberatung. Hierdurch erhalten die Hauseigentümer Ideen und Anregungen, was sie aus ihrem Haus machen können.

Die Fördermaßnahmen

Architektenberatung

Um interessierten Gebäudeeigentümern Entwicklungs-, Umbau- und Sanierungsmöglichkeiten ihrer Immobilien aufzuzeigen, fördert die Stadt Gudensberg Beratungs- und Vorplanungsleistungen durch Architekten/Planungsbüros. Die Kosten trägt die Stadt Gudensberg.

Investitionen

Die Förderung für Investitionen beträgt grundsätzlich 10 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens jedoch 10.000 Euro für das Gesamtobjekt. Gehören Kinder, Senioren oder Menschen mit Behinderung zum Haushalt, wird eine höhere Förderung gewährt.

Geltungsbereich

Das Programm gilt für die Ortskerne der Stadtteile und die Altstadt Gudensberg. Über die Abgrenzung des Geltungsbereichs kann man sich im Rathaus informieren.Fachwerkinstandsetzung

Das bestehende Förderprogramm zur Fachwerkinstandsetzung wird beibehalten. Daraus wird explizit die Instandhaltung von Fachwerkfassaden gefördert, während das Programm "Leben im Stadt- und Ortskern" investive Maßnahmen fördert.

Ansprechpartnerin für das Förderprogramm im Gudensberger Rathaus ist Ina Polter, Tel. 05603/933-121. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.gudensberg.de

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