Ein Macher ist gegangen: WIKUS-Gründer Wilhelm H. Kullmann im Alter von 91 Jahren gestorben

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Wurde 91 Jahre alt: WIKUS-Firmengründer Wilhelm Hubert Kullmann.

An Heiligabend ist Wilhelm H. Kullmann, Gründer der WIKUS-Sägenfabrik, gestorben. Der Spangenberger Unternehmer wurde 91 Jahre alt.

Spangenberg. Es war das Jahr 1958, als Wilhelm Hubert Kullmann in Spangenberg den Grundstein für ein Unternehmen legte, das heute gut 750 Mitarbeiter hat und weltweit agiert. Kullmann war der Vater der WIKUS-Sägenfabrik – am Heiligen Abend musste seine Familie von dem 91-Jährigen Abschied nehmen. Der Macher und Familienmensch ist nach schwerer Krankheit gestorben.

Was bleibt, ist nicht nur das wirtschaftliche Erbe, das Kullmann hinterlässt. Der Spangenberger hat sich Zeit seines Lebens auch stets in den Bereichen Politik, Sport, Kultur und Wohltätigkeit ehrenamtlich engagiert.

Sein größtes Vermächtnis ist jedoch der Familienbetrieb: In 60 Jahren wurde aus einer kleinen Drei-Mann-Firma ein Unternehmen von internationaler Bedeutung. WIKUS ist heute weltweit einer der drei größten Hersteller von Sägebändern. Als junger Kaufmann kam Kullmann 1950 nach Spangenberg, mit dem festen Vorsatz, sich selbständig zu machen. Gemeinsam mit Lorenz Weisel gründete er zuerst die Firma WESPA, bis er sich entschloss seinen eigenen Weg zu gehen und gründete die WIKUS-Sägenfabrik, die bis 1962 noch unter dem Namen WIKU firmierte.

Ebenfalls in Spangenberg lernte er Erna Jaskula, die Frau seines Lebens, kennen und lieben und heiratete sie 1955. Erna und Wilhelm Kullmann bekamen zwei Söhne, Rolf und Jörg, die ebenfalls in das Unternehmen mit einstiegen. Seit dem tragischen Tod von Rolf Kullmann in 2006 führt Dr. Jörg H. Kullmann als Geschäftsführender Gesellschafter das Unternehmen WIKUS weiter. Aber auch die Dritte Generation der „Kullmänner“ ist bereits in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens eingebunden.

Der Umgang mit der Familie und mit Freunden sei ein Herzstück des Lebens von Wilhelm Kullmann gewesen. „Wenn Du Freunde hast“, so lautete sein Credo, „musst Du etwas dafür tun. Freundschaft kannst Du haben, aber Du musst auch Freundschaft geben. Ohne Freunde könnte ich nicht sein. Allein schmeckt mir kein Glas Wein. Gern versuche ich immer wieder, meinen Freundeskreis hochzuhalten, in Ehren zu halten“. Auch das Unternehmen WIKUS habe von dieser freien und offenen Wesensart maßgeblich profitiert, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Ehrenamt wurde bei Wilhelm Kullmann ebenso großgeschrieben: So war er Stadtverordneter in Spangenberg und sogar Ehrenbürger. Zudem war er unter anderem 35 Jahre Mitglied im Vorstand der Stadtsparkasse Spangenberg, über Jahrzehnte Rotarier und ein großer Förderer des Internationalen Reitturniers in Spangenberg. Weiterhin war der Unternehmensgründer Stiftungsmitglied der 2010 gegründeten Kullmann-Stiftung.

Für sein Engagement wurde Kullmann unter anderem mit der Goldenen Hessisch-Thüringischen Sparkassen-Medaille und dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

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