Malsfelder „Original“ Karl Mihm feiert 85. Geburtstag

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Geschichtsunterricht mit einem Zeitzeugen: Karl Mihm hat als kleiner Junge auch den feuerroten Himmel in der Kasseler Bombennacht von Malsfeld aus miterlebt. Mit einer Luftwarnlagekarte (Foto) verfolgte er am Radio die Flugroute der Bomber.

Sein Rezept fürs Älterwerden: Viel Bewegung und abends 'nen Fläschchen Bier.

Malsfeld. Treffpunkt ist der Rasthof an der A 7-Anschlussstelle Malsfeld. Hierher lädt Karl Mihm immer ein, wenn er unserer Redaktion was zu erzählen hat. Und der Malsfelder hat in der Vergangenheit jede Menge Stoff für unsere Zeitung geliefert. Mihm hat geschichtsträchtige Ereignisse in seiner nordhessischen Heimat hautnah miterlebt, die er zu erzählen weiß. Dabei vermeidet es der Malsfelder Geschichten zu erzählen. Was er vorbringt, kann er anhand von Dokumenten, Fotos, Plänen oder Exponaten aus dem privaten Fundus belegen.

Auch nach Jahrzehnten sind viele Erinnerungen nicht verblasst. Wie etwa die Ereignisse vom 22. Oktober 1943, als der damals neunjährige Karl mit seiner Mutter vor dem Radio saß – eine selbstgezeichnete Luftlagewarnkarte in der Hand, den Koordinaten lauschend, die monoton durchgesagt wurden. Der feuerrote Himmel in dieser Nacht, die als Kasseler Bombennacht in die Geschichte eingegangen ist, hat sich auch in das Gedächtnis des Malsfelders gebrannt. Die Karte ist bis heute im Besitz des mittlerweile 84-Jährigen, der Ende des Monats, am 29. Juli, seinen 85. Geburtstag feiert.

Geburtstagsfeier im kleinen Kreis

Jahrzehntelang ehrenamtlich engagiert: Vor allem in seiner Heimatgemeinde Malsfeld hat sich Karl Mihm in Vereinen und Politik eingesetzt.

Eine große Feier hat Mihm nicht geplant, wie er im Gespräch verrät. „Wir bleiben im ganz gleinen Kreis. Nur meine Frau, mein Sohn und ich werden den Tag zusammen verbringen“, so der Malsfelder. Gratulanten wird es sicher trotzdem viele geben – denn Mihm hat sich im Laufe seines Lebens weit über die Grenzen seiner Heimat-Gemeinde bekannt und vor allem einen Namen gemacht. Sei es im Sport, als Mitbegründer der Fußballabteilung des TSV Malsfeld, oder in der Politik. Für seine Partei, die CDU, saß er von 1980 bis 82 sogar im Hessischen Landtag.

Noch heute engagiert sich der überzeugte Christdemokrat in der Seniorenunion und im evangelischen Arbeitskreis der CDU. Aus der aktiven Politik hält sich Mihm jedoch seit geraumer Zeit raus. Dennoch verfolgt er nach wie vor das aktuelle politische Geschehen – nicht ohne Sorge, wie er zugibt. „Es ist doch alles etwas komplizierter geworden als früher. Ich bin jedoch keiner, der kluge Ratschläge erteilt und sagt, dass früher alles besser war“, macht der 84-Jährige deutlich. Falls seine Meinung gefragt sei, gebe er gerne seinen Rat.

Trainerkarriere gegen Ehrenamt eingetauscht

Noch auf der Schreibmaschine geschrieben: Der Antwortbrief von Weltmeister-Trainer Sepp Herberger auf die Frage von Karl Mihm „Wie kann ich professioneller Fußballtrainer werden?“.

Am Sportplatz ist er jedoch nur noch selten anzutreffen. Er habe einfach nicht mehr so den Kontakt zu den Spielern wie früher, so Mihm. Dabei hat der langjährige Kicker in den frühen 50er-Jahren selbst eine Karriere als professioneller Fußballtrainer angestrebt. Keinem Geringernen als Weltmeister-Trainer Sepp Herberger hatte er damals angeschrieben, um zu erfahren, was es braucht, um Fußball-Lehrer zu werden. „Der Herberger hat mir tatsächlich auch geantwortet und mich an Hennes Weisweiler, der die Trainerlehrgänge an der Sporthochschule Köln damals geleitet hat, verwiesen“, erzählt Mihm. Die Entfernung habe schließlich den Traum platzen lassen, den Brief hat der Malsfelder aber natürlich bis heute aufgehoben.

Aktiv und engagiert bis ins hohe Alter

Von dem kleinen Rückschlag ließ sich Mihm jedoch nicht ausbremsen und wurde schnell zum Hansdampf in allen Gassen. Es gibt wohl kaum ein Ehrenamt, das Mihm in seiner Heimat nicht inne hatte. Dafür wurde er mehr als einmal ausgezeichnet – sei es mit dem Hessischen Verdienstorden am Bande, dem Ehrenbrief des Landes Hessen oder dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, um nur einige der vielen Ehrungen zu nennen.

Mit bald 85 Jahren blickt der CDU-Mann stolz auf sein Wirken in und für die Heimat zurück. Zum Geburtstag hat er nur einen Wunsch: „Ich möchte noch möglichst lange gesund bleiben. Das kann sich im hohen Alter doch schnell ändern“, sagt Mihm, der sich vor allem mit Arbeiten im Haushalt fit hält. „Man muss in Bewegung bleiben“, betont der Malsfelder, „außerdem trinke ich jeden Abend meine Flasche Bier.“

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