Im Schwalm-Eder-Kreis: Malteser Rettungsdienst setzt auf digitale Einsatzerfassung

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Die Malteser in Nordhessen dokumentieren ihre Notfall-Einsätze mit speziellen Tablet-PCs. Tobias Vratz am Gerät.

„Zettelwirtschaft“ hat ein Ende – alle Rettungswagen der Malteser im Schwalm-Eder-Kreis sind jetzt mit Endgeräten zur digitalen Einsatzerfassung ausgerüstet

Gudensberg/Jesberg. Seit knapp einem Jahr sind die Rettungswagen der Malteser im Schwalm-Eder-Kreis mit Endgeräten zur digitalen Einsatzerfassung ausgerüstet. Bei den Geräten handelt es um spezielle Tablet-PCs, die den Mitarbeitern zur Dokumentation der Notfalleinsätze dienen. In der Vergangenheit wurden alle Daten zum Einsatz, zum Patientenzustand sowie die eingeleiteten Maßnahmen auf Papier-Protokollen erfasst.

„Bei der steigenden Anzahl der Rettungsmittel sowie steigender Einsatzzahlen kamen wir so letztes Jahr bei uns auf ca. 5.000 Protokolle“, so Stephan Frühauf, Bereichsleiter Rettungsdienst der Malteser. Da die Einsatzdokumentationen nach Hessischem Rettungsdienstgesetz für zehn Jahre aufbewahrt werden müssen, stellte sich irgendwann die Frage nach ausreichender Lagerkapazität.

Mit den Tablet-PCs ist dies nun kein Problem mehr, da die Einsätze digital gespeichert werden. Und das Krankenhaus bekommt dank fahrzeugeigener Thermodrucker dennoch ein Protokoll an die Hand, mit dessen Hilfe die Weiterbehandlung des Patienten sichergestellt ist. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die lückenlose Dokumentation des Notfalleinsatzes.

Eine strukturierte Eingabemaske führt die Mitarbeiter durch das Menü. Wichtige Untersuchungsparameter müssen zwingend erhoben werden, um die Dokumentation abschließen zu können. Dabei hilft auch die medizinisch-technische Ausstattung, wie beispielsweise das EKG-Gerät. Dieses verbindet sich per Klick mit dem Tablet und spielt Daten wie EKG-Rhythmus, Blutdruck und Herzfrequenz automatisch in Echtzeit auf das Gerät. Ein integriertes Kartenlesegerät für Versichertenkarten ergänzt die Ausstattung.

„Nach der Einweisung aller Mitarbeiter sowie einer einmonatigen Probephase im letzten Jahr sind wir jetzt vollständig umgestiegen“ freut sich Dirk Schneider, Wachleiter der Rettungswache in Gudensberg. „Die Umstellung gelang den meisten Kolleginnen und Kollegen relativ schnell; vielleicht weil auch im privaten Bereich die Akzeptanz für solche Systeme schon im Vorfeld da war. Viele Mitarbeiter wollen inzwischen gar nicht mehr auf die digitale Einsatzdokumentation verzichten; dennoch halten wir für technische Ausfälle weiterhin Papier-Protokolle in begrenzter Anzahl vor“, so Schneider.

Auch bezüglich der Abrechnung der Rettungsdiensteinsätze werden die Prozesse mit dem Tablet verschlankt. Die eingegebenen Daten werden direkt in das Abrechnungsprogramm übernommen und müssen vom Mitarbeiter nur noch kontrolliert werden.

Für den nächsten Ausbauschritt sind die Malteser ebenfalls gerüstet. So ist es mit moderner Leitstellentechnik möglich, die Einsatzdaten direkt auf das Tablet zu schicken. „Wir haben dann Echtzeit-Statusmeldungen unserer Fahrzeuge, was einen weiteren wichtigen Baustein für unsere Qualitätssicherung darstellen würde“, sagt Stephan Frühauf. „Doch trotz aller Technik bleibt die individuelle Zuwendung zum Patienten nach wie vor unser höchstes Ziel. Dabei können technische Hilfsmittel nur unterstützend wirken; die individuelle Versorgung und Betreuung durch unser qualifiziertes Personal ist und bleibt der Schlüssel für unsere erfolgreiche Dienstleistung.“

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