Sie hatten Coli-Bakterien: Bei Plukon mussten 33.000 Mast-Hähnchen entsorgt werden 

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Am 9. September wurden bei Plukon in Gudensberg 33.000 Masthähnchen angeliefert. Die wurden erst geschlachtet und dann entsorgt. „Nicht für den menschlichen Verzehr geeignet“, sagte das Veterinäramt in Homberg zu dem Hähnchenfleisch seinerzeit. An dem Fleisch waren Coli-Bakterien festgestellt worden.

Homberger Veterinäramt entschied: „Fleisch nicht für den Verzehr von Menschen geeignet“

Gudensberg. 33.000 Masthähnchen gingen im Gudensberger Geflügelschlachthof von Plukon den Weg von der Schlachtbank in den Müllcontainer. So geschehen am 9. September. Diese den HEIMAT NACHRICHTEN vorliegenden Informationen bestätigte jetzt Dr. Hans-Gerhard Heil, Chef des Veterinäramtes bei der Schwalm-Eder-Kreisverwaltung in Homberg.

Der Amtsleiter drückt den Sachverhalt jedoch anders aus: „Die Herde wurde untauglich gemacht und verworfen.“ Auch Plukon Betriebsleiter Frank Grundl bestätigte das gegenüber unserer Zeitung. „Das ist nicht schön, kommt aber in seltenen Fällen schon mal vor“, so Grundl, „für mich ist das das erste Mal, seit ich Betriebsleiter von Plukon bin.“

Tierärzte und amtliche Fachassistenten untersuchen das Geflügelfleisch auf unterschiedliche Kriterien. Dabei steht der Verbraucherschutz an oberster Stelle.

Was war geschehen? Am Samstag, 9. September, bekam Plukon eine Lieferung von 33.000 Hähnchen aus einem Mastbetrieb in Nordrhein-Westfalen. Dr. Heil erklärt: „Schon bei ihrer Ankunft werden die Tiere von einem Veterinär aus unserem Hause überprüft. Die Tiere aus dieser Lieferung machten auf unsere Mitarbeiterin – eine Tierärztin – den Eindruck, als seien sie nicht so fit, wie sie es hätten sein müssen.“

Dennoch wurden die Tiere betäubt, geschlachtet und ausgenommen. Nach der anschließenden Fleischbeschauung – gesucht wird nach Blutungen, Entzündungen, Nekrosen, Verfärbungen – entschloss man sich, das Fleisch nicht für den menschlichen Verzehr freizugeben. „Verbraucherschutz hat hier oberste Priorität“, sagt Heil. Seine Behörde hat über 20 Mitarbeiter dauerhaft zu Plukon abgestellt – Tierärzte und amtliche Fachassistenten. Zehn davon arbeiten immer – im Schichtbetrieb.

Dr. Hans-Gerhard Heil, Leiter des Veterinäramtes in Homberg.

Nach Aussage von Heil lag bei den Hühnern eine bakterielle Erkrankung vor. „Wir vermuteteten Coli-Bakterien“, so Heil, „und dieser Verdacht hat sich später, bei den anschließenden Laboruntersuchungen, auch bestätigt.“

Stellt sich die Frage, warum die kranken Tiere erst nach Nordhessen gebracht wurden und nicht schon in Nordrhein-Westfalen getötet worden sind? Heil: „Wir sind gehalten, in solchen Fällen mit den „mildesten“ Mitteln – für den Mastbetrieb – vorzugehen. Die härteste der Alternativen wäre gewesen, die Tiere in Nordrhein-Westfalen zu vergasen. Zu hart. Beim Transport waren die Hühner noch zusätzlichem Stress ausgesetzt, sodass sich ihr Zustand während der Fahrt vermutlich noch stark verschlechtert hat und wir letztendlich zu unserer Maßnahme gezwungen waren.“

Musste der Plukon Schlachthof, nachdem dort Geflügel geschlachtet wurde, bei dem Coli-Bakterien festgestellt wurden, im Nachgang speziell gereinigt werden? „Nein“, sagt Grundl, „der Schlachthof wird sowieso allabendlich nach jedem Schlachttag lang und aufwendig gereinigt. Das war auch in diesem Fall, und so sieht es das Veterinäramt auch, ausreichend.“

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