Melsunger Bildungsmesse: Mit Speed-Dating auf der Suche nach Nachwuchs

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Im Rahmen der dritten Bildungsmesse in der Melsunger Kulturfabrik informierten Azubis über ihre Ausbildungen und standen Schülern Rede und Antwort. Erstmals gab es ein Speed-Dating, bei dem Ausbildern und Schülern die Chance gegeben wurde, sich einen ersten Eindruck voneinander zu verschaffen.

Melsungen. Fertig mit der Schule – und was dann? Diese Frage stellen sich vermutlich viele Schüler, wenn es auf die Zielgerade geht. Die Bildungsmesse in der Melsunger Kulturfabrik öffnete am vergangenen Samstag zum dritten Mal ihre Pforten und gab so die Möglichkeit, sich an zentraler Stelle über berufliche Perspektiven zu informieren.

70 potenzielle Arbeitgeber, darunter produzierendes Gewerbe, Dienstleister und Behörden, präsentierten sich und stellten eine Vielzahl möglicher Ausbildungs- und dualer Studiengänge vor. „Hier finden Gespräche auf Augenhöhe statt“, betonte Studiendirektor Markus Gille von der Radko-Stöckl-Schule, denn an den Ständen gäben überwiegend gleichaltrige Azubis Einblicke in den jeweiligen Beruf. Beim offiziellen Empfang dankte er allen Sponsoren, Unterstützern und Helfern, ohne die ein solches Großevent nicht möglich sei.

„Das Interesse an jungen Nachwuchskräften steigt stetig“, hob Staatssekretär Mark Weinmeister die Bedeutung der Veranstaltung hervor und Landrat Winfried Becker ergänzte: „Lasst nicht nach, junge Menschen in der Berufsorientierung zu helfen“. Die selbständige Berufliche Schule Melsungen hatte die Veranstaltung in Kooperation mit dem Bildungsfonds Schwalm-Eder und dem Schwalm-Eder-Kreis organisiert - Schüler aus dem Schulverbund Melsungen, Spangenberg, Guxhagen und Felsberg sowie Jugendliche aus Hessisch Lichtenau, Bebra und Rotenburg nutzten das Angebot.

Der 15-jährige Jan Alter beispielsweise ließ sich die Aufgaben der Bundeszollverwaltung aufzeigen, „das Mindestalter beträgt 16 Jahre“, erfuhr der Obermelsunger von einem jungen Zollsekretär. Andrea Metz und Linda Biesel von der Diakonie Hessen vermittelten unterdessen Stellen, an denen Interessierte ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr absolvieren können.

 „Man muss vor allem Spaß an Technik haben“, verdeutlichte Friedemann Kaiser vom Malsfelder Unternehmen Werkzeugbau Holzhauer, während seine Auszubildenden mit einem 3-D-Drucker praktische Flaschenöffner produzierten. Ein Novum auf der diesjährigen Veranstaltung war das Speed-Dating, das etwas abgeschirmt vom Trubel auf der Bühne stattfand. Innerhalb von 15 Minuten konnten Teilnehmer und Unternehmen erste Kontakte knüpfen, dabei wurden konkrete Fragen erörtert, die vorbereiteten Bewerbungsunterlagen geprüft und mögliche Übereinstimmungen festgestellt - bestenfalls führte das zu einem Vorstellungsgespräch. Neben den Infoständen gab es auch acht Workshops, die direkt zum praktischen Arbeiten einluden. Bei den Installateuren etwa wurden Gartenduschen gebaut, dazu lötete Erik Akhmetov Kupferrohre zusammen.

Bis zum frühen Nachmittag waren über tausend Schüler durch die Hallen der ehemaligen Tuchfabrik flaniert und hatten gegebenenfalls ihre Zukunftspläne konkretisiert – die erfolgreiche Veranstaltung soll auch im kommenden Jahr wiederholt werden, hieß es von Seiten der Organisatoren.

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