Melsunger Thomas Markert macht Fachwerkhaus fit für Jahrzehnte

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Daniel Blöthner.

Aus dem Gebäude in der Rosenstraße 8-10, das mit Markerts Orthopädie in der Friedhofsstraße 9 verbunden ist, wird nun ein saniertes Wohnhaus für eine Großfamilie.

Melsungen. Während das Leben in Großstädten zunehmend teurer wird, weisen ländliche Kommunen neue Baugebiete aus, um den Menschen einen Wohnort in Stadtnähe zu bieten, der bezahlbarer ist.

Doch es müssen nicht immer Neubauten sein, wie Thomas Markerts umfangreiche Sanierung eines Fachwerkhauses in der Melsunger Innenstadt beweist. Aus dem Gebäude in der Rosenstraße 8-10, das mit Markerts Orthopädie in der Friedhofsstraße 9 verbunden ist, wird nun ein saniertes Wohnhaus für eine Großfamilie. „Eine Familie in der Altersspanne von etwa 16 bis 55 Jahren zieht hier ein“, freut sich Markert.

Für die neue Dämmung an den Wänden hat Markert rund 25.000 Euro investiert. „Die wird gut 50 Jahre halten, ohne dass Probleme mit Feuchtigkeit auftreten werden. Stroh und Lehm wurden verarbeitet, um die Wärme möglichst im Haus zu halten. Gegen das oft mit Fachwerkhäusern verbundene Knarren des Fußbodens nagelte man Filzstreifen an, um das Geräusch zu reduzieren.

Thomas Schifferer von der Bürgergruppe Fachwerk Melsungen witzelt dagegen: „Kennt man das Knarren in seinem Haus und hört nachts einen Einbrecher, weiß man gleich, in welchem Raum er sich aufhält.“ Insgesamt wurde laut Markert wenig rausgenommen am Gebäude. „Trotz der Sanierung blieb vieles beim Alten. Wenn vernünftige Arbeit geleistet wird, zahlt sich das aus und man hat erstmal Ruhe“, lobt Markert die Handwerker, die bei ihm tätig sind.

In ein paar Jahren werde das Haus noch von außen aufgehübscht. „Das letzte Mal ist es 1971 gestrichen worden“, ergänzt der Orthopäde.

Einziges Manko: In der Rosenstraße gibt es lediglich sechs Anwohnerparkplätze, die bereits vergeben sind. Die Familie muss also abseits parken und ein paar Gehminuten in Kauf nehmen.

Doch eine Garantie für einen Parkplatz vor dem Haus gäbe es in einer Großstadt auch nicht immer. Zudem lassen sich viele Geschäfte in der Melsunger Innenstadt ohnehin gut ohne Auto erreichen.

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EXTRA INFO

So fördert die Stadt Melsungen

Zur Sicherung der historischen Bausubstanz und zur nachhaltigen Unterstützung der Städtebauförderung im Bereich der Stadt Melsungen werden Investitionsbeihilfen zur Erhaltung von Fachwerkhäusern in der Kernstadt sowie den Stadtteilen gewährt. Gefördert werden Fachwerkhäuser, deren Erhaltung bautechnisch vertretbar ist und die von besonderer städtebaulicher, ortsbildprägender, baugeschichtlicher oder kultureller Bedeutung sind. Mehr Infos gibt es bei der Stadt Melsungen.

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Ein Kommentar zum Thema von MB-Redakteur Daniel Blöthner:

Alles richtig gemacht

Fachwerkhäuser haben unterschiedlich hohe Decken, knarrende Fußböden, enge Treppenhäuser und gerne mal Balken mitten im Raum. Mit diesen Vorurteilen, die mir an anderer Stelle auch schon bestätigt wurden und werden, bin ich zu Thomas Markert in die Rosenstraße 8-10 gekommen und wurde positiv überrascht. Der Boden knarrt fast nirgends, in die Räume fällt genügend Licht, das Treppenhaus bietet reichlich Platz und es gibt keinen Türrahmen, bei dem ich mich mit meinen knapp 180 Zentimetern ducken müsste. Wenn dazu die Dämmung hält, was sie verspricht, sollten sich auch die Heizkosten im Rahmen halten.

Daniel Blöthner.

Zwar wird ein altes Gebäude aus dem 18. Jahrhundert wohl nie die Werte eines modernen Passivhauses erreichen, aber wenn es diesen nahe kommt, so ist schon viel gewonnen. Ich nahm auch an, dass Fachwerkhäuser nichts für die Jugend sind. Die jungen Leute wohnen lieber in modernen Neubauten, die reichlich Platz bieten. Doch bei Markert zieht eine Großfamilie in der Altersspanne von 16 bis 55 Jahren ein – und Platz gibt es genug.

Mein Fazit aus diesem Besuch ist daher, dass es nunmal verschiedene Fachwerkhäuser und deren Besitzer gibt. Markert scheint mit seiner Immobilie alles richtig gemacht zu haben, so dass sie auch junge Menschen anspricht. Dennoch gibt es genügend alte Häuser, deren Schnitt und Raumaufteilung so abenteuerlich sind, dass sich Mieter anstrengen müssen, um diese wohnlich zu gestalten. Wie etwa, wenn die eingangs erwähnten Vorurteile zutreffen und trotz Förderung nicht genug Geld vorhanden ist, um das Gebäude attraktiver zu gestalten.

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