Trotz Arbeit: Im Schwalm-Eder-Kreis sind über 1.600 Menschen auf Hartz IV angewiesen

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Andreas Fritsch, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Schwalm-Eder.

DGB warnt: „Minijobs sind keine Brücke in reguläre Beschäftigung sondern Armutsrisiko.“

Schwalm-Eder. „Es ist untragbar, dass so viele Menschen im Schwalm-Eder-Kreis trotz guter wirtschaftlicher Lage von ihrer Arbeit nicht leben können“, erklärt Andreas Fritsch, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands. Im Schwalm-Eder-Kreis bekamen im letzten Jahr 1.646 Menschen Hartz IV-Leistungen vom Jobcenter, obwohl sie arbeiten gehen. Eine große Zahl, 609 Beschäftigte, arbeitet geringfügig in einem Minijob.

Fritsch: „Die Minijobs bleiben ein ganz besonderes Problem. Sie sind keine Brücke in reguläre Beschäftigung, sondern ein Armutsrisiko.“ Besonders für Frauen nach der Familienphase, die den Wiedereinstieg in sozialversicherte Arbeit suchten, würden Minijobs zur Sackgasse. Minijobs böten keine ausreichende Perspektive auf Qualifizierung und Aufstieg im Beruf.

Hinzu komme, dass meistens keine Ansprüche für die gesetzliche Rente erworben werden und dies über viele Jahre. Oftmals klebe das Etikett „Minijob gleich Aushilfe“ an den geringfügig Beschäftigten, obwohl sie für qualifizierte Arbeit ordentlich bezahlt werden müssten.

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass viele Menschen in Minijobs gerne mehr arbeiten würden. Für Andreas Fritsch ist deshalb klar: „Mehr Minijobs müssen in reguläre Arbeitsverhältnisse umgewandelt werden.“

Aber auch Land und Kommune sieht er in der Verantwortung: „Weit über die Hälfte der geringfügig Beschäftigten bundesweit, die aufstocken müssen, sind Frauen. Viele von ihnen leisten Familien- und Pflegearbeit und arbeiten nur eine begrenzte Anzahl von Stunden. Wenn beispielsweise die Kinderbetreuung ausgebaut würde, könnte sich ihr erfüllen Wunsch mehr zu arbeiten.“

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