Der Morgen nach dem schrecklichen Brand in Frielendorf

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Kaum haben sie sich eingelebt, stehen die elf Asylbewerber schon wieder vor dem nichts: Ein Brand zerstörte ihr neues Leben.

Frielendorf.Die Flammen stechen Meter hoch in den Himmel als die Feuerwehrleute gegen 22.45 Uhr zum Einsatzort in der "Neuen Bahnhofsstraße" in Frielendorf kommen. Der Dachstuhl der Flüchtlingsunterkunft brennt unbändig. Bis zwei Uhr nachts versuchen die rund 140 Feuerwehrleute den Brand unter Kontrolle zu bringen. "Dennoch flammten die Glutnester immer wieder auf", erklärt Norbert Bühling, Einsatzleiter und Brandinspektor der Gemeinde Frielendorf am Montagmorgen. Dem Tag danach. "Wir organisierten eine Nachtwache und haben heute Morgen noch einmal zum Einsatz gerufen, um die Kollegen der Nacht abzulösen", sagt er weiter.

Die elf Bewohner des Hauses wurden durch die Rauchmelder im Haus auf die Gefahr von oben aufmerksam. Sie weckten die Schlafenden und konnten sich deshalb unverletzt aus dem Haus retten. Eine Nachbarin hörte die aufgeregten Stimmen auf der Straße und bemerkte sofort die starke Rauchentwicklung. Sie griff zum Hörer, rief Polizei und Feuerwehr. Innerhalb von Minuten trafen die ersten Einsatzkräfte ein und versuchten den Brand zu bändigen.

Kein Angriff von Rechten

Am Morgen danach ermitteln die Kriminalpolizei Homberg und die Brandermittler des Landeskriminalamtes Hessen nach den Ursachen. Ein erstes Aufatmen: Bisher kann die Polizei einen Brandanschlag mit rechtsextremem Hintergrund ausschließen. Dies bestätigen die Ermittler auch am Montagnachmittag. "Ein Brandanschlag kann definitiv ausgeschlossen werden. Die Ermittler des Landeskriminalamtes haben keine Brandbeschleuniger oder andere Hinweise auf Brandsätze gefunden", sagt Polizeioberkommissar Volker Schulz von der Polizei Homberg. "Es liegt entweder ein unbeabsicht gelegter Brand vor oder ein technischer Defekt. Einige Geräte waren noch angeschlossen, darunter auch ein Handyladegerät. Das könnte die Ursache gewesen sein. Das lässt sich jedoch nicht mehr endgültig klären." Der Brand sei im Schlafzimmer der Wohnung im dritten Obergeschoss ausgebrochen. Die Wohnungstür war zum Einsatzzeitpunkt verschlossen und die Bewohner befanden sich nicht in der Wohnung.

"Fürchterlich!"

"Es war ein großer Schock", sagt Bürgermeister Birger Fey, "von den elf Bewohnern sind fünf sehr junge Kinder. Die Anteilnahme der Nachbarn war deshalb umso herzerwärmender. Sie haben sofort Getränke besorgt und heute morgen haben die Hausbesitzer die Betroffenen mit einem Frühstück versorgt. Auch die Nachbarn zeigen sich betroffen und geschockt von den Vorkommnissen der Nacht. "Furchtbar. Die armen Menschen. Ich hoffe, dass es kein Anschlag war", sagt Danielle Mai und fröstelt während sie die Worte ausspricht. "Das sind so nette Menschen. Sie grüßen vom ersten Tag an. Es ist schrecklich, dass sie das schon wieder durchmachen müssen", sagt Margott Hahn, die ebenfalls in der direkten Nachbarschaft wohnt.

Für die Schrecken-Nacht und die kommenden Tage sind die Asyselbewerber in Häusern des Ferienwohnparks Silbersee untergebracht. "Es war schlimm für die Familien. Sie sind gerade erst angekommen und jetzt stehen sie schon wieder auf der Straße", sagt Fey im Gespräch mit unserer Zeitung.Aber es gibt Hoffnung: Die Beauftragten des Schwalm-Eder-Kreises organisieren bereits eine neue Unterkunft für die Familien. "Vermutlich werden sie in Treysa untergebracht. Es ist bloß sehr schade. Sie haben sich hier in der Gemeinde bereits eingelebt und wurden auch sehr gut aufgenommen und unterstützt", sagt der Bürgermeister, "vielleicht können sie wieder einziehen, wenn das Haus renoviert ist. Aber das wird einige Zeit dauern."Bei dem Brand ist der Dachstuhl komplett zerstört worden. Der Sachschaden beträgt etwa 80.000 Euro.

Galerie-Fotos: HessennewsTV/Lindner

 

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