Mit dem Motorrad von der Mongolei nach Gudensberg

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Gudensberger Olaf „Ole“ Fankhänel fliegt in die Mongolei und fährt von dort mit einem australischem Post-Motorrad zurück nach Gudensberg.

Gudensberg. "‘Ist das die Reise Deines Lebens?’, werde ich oft gefragt", erzählt der Gudensberger Olaf – genannt "Ole" – Fankhänel. "Und dann antworte ich: "Nein, das ist eine der Reisen meines Lebens." "Verrücktes" habe der 48-Jährige vor, würde ein Normal-Sterblicher sagen. Ole, der mit seinem langen rotblonden Haar und dem wallenden Bart an einen Wikinger erinnert, plant auch – ganz nach Wikinger Art – eine verwegene Reise: Er will mit einem alten australischen Post(Posti)-Motorrad  von der Mongolei zurück ins heimatliche Gudensberg fahren. Die Tour will er gemeinsam mit seinem Freund Victor Kurick – ebenfalls aus Gudensberg – stemmen.

Los geht’s am Sonntag: Mit dem Flieger one-way nach Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei. Und dann mit dem Motorrad zurück. "Unsere Maschinen sind dann schon da", so Fankhänel, "die haben wir schon vor sechs Wochen rüberfliegen lassen."

Und warum ausgerechnet von der Mongolei zurück nach Gudensberg? "Ich mache immer ‘verrückte’ Motorradtouren", erzählt der Familienvater. In seiner "Motorradfahrer-Vita" stehen beispielsweise Trips nach Schweden und Norwegen. "Am Nordkap war es so kalt, dass man keine Heringe fürs Zelt in den Boden schlagen konnte. Der war nämlich gefroren", lacht Fankhänel. Und vor zwei Jahren tourte er durch Estland, Lettland, Litauen und Finnland. "Und von der Mongolei zurück nach Deutschland", so Fankhänel, "das hat meines Wissens noch keiner gemacht", erklärt er den Grund für die außergewöhnliche Tour.

Benziner raus, Diesel rein

Auf einer seiner frühen Fahrten ärgerte er sich einst auch darüber, dass das Benzin für seine Maschinen so teuer war. Und er fing an – als er wieder daheim war – Motorräder umzubauen: Benzinmotor raus, Dieselmotor rein. Fünf Stück hat er in den letzten Jahren mittlerweile umgebaut. "Ja", sagt Fankhänel, "das ist – neben den Motorradtouren – eine weitere meiner großen Leidenschaften. Ich kann abends nicht vor dem Fernseher abhängen. Ich muss schrauben. Oft bis tief in die Nacht."

Die beiden Maschinen, mit denen er und Kurick von der Mongolei zurück nach Gudensberg fahren wollen, sind allerdings Benziner. "Die Versorgung mit Benzin ist dort, wo wir langfahren wollen, sicherer", erklärt der gelernte  Lokomotivschlosser.

Eine BMW wäre zu groß, zu schwer und zu unhandlich

Die beiden Post-Bikes erstanden Fankhänel und Kurick über E-Bay... und dann wurde umgebaut. "Wichtig war, dass wir große Tanks, beziehungsweise Zusatztanks haben", sagt Ole, "weil wir teilweise über mehrere hundert Kilometer keine Tankstelle sehen." Jetzt fassen die beiden Bikes jeweils 19 Liter, in 11-, 5- und 2-Liter-Tanks. Für den Laien ungewöhnlich: Die beiden Maschinen sind schwach motorisiert: Der 110 Kubikzentimeter-Motor leistet lediglich 9 PS. Fankhänel erklärt: "Eine BMW GS wäre bei unserer Tour die falsche Wahl. Zu schwer, zu hoher Verbrauch. Schnell fahren kann man da sowieso nicht. Leicht und wendig müssen unsere Motorräder sein. Und verbrauchen tun sie auch wenig: 2,5 Liter auf 100 Kilometer."

Geplante Rückkehr: Im September

Drei Monate soll die Reise dauern. Ende September sind Fankhänel und Kurick wieder in Gudensberg. "Wenn alles nach Plan läuft", meint Fankhänel, lacht und sagt: "Und dann hätte ich eine weitere ‘ganz normale" Reise in meinem Leben absolviert."

Fotos: Karsten Knödl

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