Mutter Natur ohne Korsett: Renaturierung der Schwalm bei Gombeth

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Endlich rollen zwischen Borken und dem Stadtteil Gombeth die Bagger: Die Schwalm wird dort renaturiert und darf fortan ihrem natürlichen Lauf folgen.

Gombeth.Die Schwalm zwischen Gombeth und der "Neuen Mühle Gombeth" soll sich wieder natürlich entfalten dürfen. Das sei nicht nur wichtig für die Natur, sondern auch ein geeigneter Schutz gegen Hochwasser in dem Borkener Stadtteil."Wir haben schon 2012 einen Antrag auf Renaturierung dieses Schwalm-Abschnittes eingereicht", erklärt Projektleiter Thomas König, "im Mai 2014 hat das Regierungspräsidium Kassel als Obere Wasser- und Naturschutzbehörde die Genehmigung erteilt. " Nach langen Projektplanungen rollen seit Montag die Bagger.

Halbe Million für den Fluss

Das Projekt kostet rund 540.000 Euro, die zum größten Teil aus Fördermitteln des Landes Hessen gezahlt werden. Die Stadt Borken und der Schwalmverband zahlen  lediglich einen Anteil von rund 38.000 Euro."Vor einigen Jahren war die Schwalm an dieser Stelle noch wichtig für das ehemalige Kohlekraftwerk. Deshalb wurde sie begradigt", sagt Michael Kann, zuständiger Projektplaner. Dazu käme, dass die Ufer einen hohen Lehmgehalt hätten und der Fluss so in ein Korsett gedrängt wurde. "Wir wollen das Korsett nun lösen", erklärt Kann. Das Wasser solle sich wieder seinen eigenen Weg durch die Natur suchen können.

Viel Raum für Mutter Natur

Die Flächen rund um den Fluss wurden daher der Energiefirma E.On abgekauft. Dort sollen Retentionsflächen (Anmerk. d. Red. Flutungsfläche) entstehen. "Auf diesen Flutungsflächen  kann sich das Wasser des Flusses bei Hochwasser ausbreiten. Der Ort wird dadurch geschützt. Und es entstehen Ruhezonen für Flora und Fauna", erklärt Projektleiter Thomas König. Besonders Wasserpflanzen und Amphibien sollen sich dort ungehindert ausbreiten können. Die Bedingung dafür seien auch deshalb so gut, weil der Flusslauf nun weiträumig von Flächen, die gedüngt werden, entfernt ist. Das Wasser wird somit nicht von Mineraldüngern und anderen landwirtschaftlichen Unkrautbekämpfungs-Mitteln verpestet.

Ende November soll das Projekt abgeschlossen sein. Aber: "Wir sind jedoch stark auf das Wetter angewiesen", betont Michael Kann.

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