Nach blutiger Macheten-Attacke steht ein Appenfelder vor Gericht

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Mit einer Machete soll der Angeklagte das Opfer attackiert und an Armen und Oberkörper verletzt haben.

Ein lang andauernder Nachbarschaftsstreit kam im Jahr 2018 zu seinem blutigen Höhepunkt. In dieser Woche begann der Prozess am Landgericht Kassel, vor dem sich ein 51-jähriger Appenfelder wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu verantworten hat.

Knüllwald-Appenfeld/Kassel. Im Jahr 2018 kam es auf einer Straße in Appenfeld zum blutigen Höhepunkt eines lang andauernden Nachbarschaftsstreits, der seit dieser Woche vor dem Kasseler Landgericht verhandelt wird. Der 51-jährige Angeklagte soll seinen Nachbarn mit einer Machete angegriffen und schwer verletzt haben. Er muss sich nun wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Das Opfer sei einfach auf ihn los gerannt. „Wie aus dem Nichts kam er aus dem Dunkeln auf mich zu und hat mich umgeschubst“, erklärt der Angeklagte und ergänzt: „Ich habe mich nur verteidigt.“ Wozu er denn die Machete dabei gehabt habe, war die darauf folgende Frage des Vorsitzenden Richters Volker Mütze. „Ich wollte, dass er Angst bekommt.“ Seit 2013 sei es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Nachbarn gekommen. In seiner Aussage stellte sich der Täter jedoch als Opfer dar. Er habe sich regelrecht dazu genötigt gefühlt zu dem drastischen Mittel der Machete zu greifen.

Vor dem Landgericht Kassel muss sich ein 51-jähriger Appenfelder wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten.

„Ich habe mich nur gegen die Anfeindungen von ihm gewehrt“, erklärte der Beschuldigte. Beleidigungen stünden an der Tagesordnung. Der 51-Jährige fühle sich täglichem „Psychoterror“ ausgesetzt. „Der schreckt neben Mobbing auch nicht vor Sachbeschädigung und Mord zurück“, warf der Angeklagte dem Macheten-Opfer vor. So habe der Nachbar seinen Hund vergiftet und auf dem 1.200 Quadratmeter großen Weinberg alle Weinstöcke zerstört. Auf die Frage des Gerichts, wozu er überhaupt eine Machete brauche, antwortete der Angeklagte: „Für den Tabakanbau.“

Nach einigen „wilden Jahren“, einer einjährigen Gefängnisstrafe und einer abgeschlossenen Ausbildung zum Winzer habe er versucht in der Gemeinde Knüllwald heimisch zu werden. Aufgrund der Bundeswehrkarriere seines Vaters und der damit verbundenen häufigen Umzüge sei dies bisher „nirgends so richtig“ möglich gewesen.

„Ich komme mit allen gut klar, habe mich in die Dorfgemeinschaft integriert und habe viele Freunde“, betonte der 51-Jährige. Als jedoch herauskam, dass er Hartz-IV-Em­pfänger ist, sei das Verhältnis zu seinem Nachbarn stetig schlechter geworden. „Ich wurde als Schmarotzer und Parasit bezeichnet“, schilderte der gebürtige Rotenburger das Verhalten seines Nachbars. Dass er zur Tatzeit betrunken war, sei ebenfalls mit dem „Psychoterror“, dem er ausgesetzt gewesen sei, zu begründen.

Der nächste Verhandlungstag ist für Donnerstag, 28. Februar, angesetzt. Insgesamt sollen 17 Zeugen und vier Sachverständige zu den Hauptverhandlungen geladen werden, unter ihnen auch das Opfer.

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