Nach Online-Eklat: Jüdische Gemeinde fordert Einsatz von Muslimen

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Antisemitische Inhalte: Website der Melsunger Moscheegemeinde ist nach Hasszitat-Skandal offline. Jüdische Gemeinde fordert jetzt Einsatz von Muslimen

Melsungen. Erst vor einigen Tagen sorgte der Internetauftritt der türkisch-muslimischen Moscheegemeinde (DITIB) in  Melsungen für bundesweite Schlagzeilen und Unmut – nicht nur bei denjenigen, die die Seite anklickten, sondern auch bei der Gemeinde selbst. Denn: Antisemitische Zitate prangten auf der Website. In türkischer Sprache sei dort gegen Juden gefeuert worden.

Moschee distanziert sich und löscht antisemitische Website

Die Moscheegemeinde selbst ist entsetzt und distanziert sich von den antisemitischen Online-Inhalten, von islamistischen Strömungen wie den Salafisten, radikalen Thesen und sei gegen jede Form von Gewalt.  Dieser Vorfall gefährde das gute Miteinander in Melsungen und sei für die Arbeit des Vereins absolut kontraproduktiv. "Das ist unverantwortlich und die Tat eines Einzelnen", betont Theologe Selçuk Dogruer vom DITIB-Landesverband Hessen. Der Landesverband distanziert sich von den "irrigen" Äußerungen. Online gestellt wurden die Zitate wohl vom stellvertretenden Vorsitzenden der Gemeinde – dieser musste umgehend zurücktreten. Vor allem angesichts der angespannten politischen Situation sei es auch für die Gemeinde schockierend. "Wir wollen religiösen Austausch fördern", sagt Dogruer. Die Seite wurde umgehend gelöscht.

Aktiver Einsatz gegen Judenhass

Die Jüdische Gemeinde Kassel, die rund 900 Mitglieder aus ganz Hessen vertritt,fordert nun von den muslimischen Verbänden, sich aktiv gegen "einen zum Teil aggressiven" Antisemitismus einzusetzen. "Das ist ganz sicher kein exklusives Problem von Muslimen", sagt Ilana Katz, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kassel. Es sei auch kein Imageproblem für den Islam, sondern ein ernstzunehmendes Thema. "Der Antisemitismus bedroht Juden in besonderer Weise, meint in der Konsequenz aber auch immer die offene Gesellschaft, zu der zweifellos auch viele Muslime gehören, die kein Problem mit Juden haben", sagt Katz. Zugleich sei bei aller Kritik klar, dass Judenfeindlichkeit in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten vertreten sei.

Wer mehr über die Arbeit der Moscheegemeindeerfahren möchte, hat auch auf dem Melsunger Weihnachtsmarkt die Gelegenheit dazu.

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