Nach vier Jahren Party-Pause: Schaltjahr-Kinder feiern Geburtstag

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Wie lebt es sich, wenn der Geburtstag nur alle vier Jahre kommt? Schaltjahr-Kinder erzählen und es stellt sich raus: Es gibt Schlimmeres.

Schwalm-Eder. Schülerin mit drei Jahren, Facharztassistentin mit neun, Schulsekretärin mit elf und Börokaufmann mit 15 Jahren – geht nicht? Geht doch. Denn: Emily Huber (11), Miriam Mikosz (35), Kirsten Lesch (43) und Roland Heinzerling (59) sind am 29. Februar geboren – und haben nur alle vier Jahre Geburtstag. Zumindest wenn es  nach dem Kalender geht.

Das jüngste Geburtstagskind, Emily Huber aus Frielendorf, wird am Montag zwölf Jahre alt. "Also eigentlich drei", sagt die Schülerin und lacht. Sie nimmt es wie alle in der Runde mit viel Humor. Dabei war ihre Geburt gar nicht lustig. "Emily kam mit einem Notkaiserschnitt zur Welt", erzählt ihre Mutter Petra Huber. Eigentlich hätte sie erst im März zur Welt kommen sollen. Doch das Schicksal entscheidet 2004 im Homberger Krankenhaus anders: Emily wird am 29. Februar geboren. Weil sich die Eltern wegen des ungewöhnlichen Geburtsdatums unsicher sind, informieren sie sich im Netz. "Der Pfarrer gab uns den entscheidenden Rat, den Geburtstag in einem Nicht-Schaltjahr auf den 28. Februar zu legen", erklärt Petra Huber. Emily gefällt die Entscheidung. "Ich habe im Februar Geburtstag, nicht im März", sagt die noch Elfjährige selbstbewusst.

Anders bei Miriam Mikosz aus Melsungen. Die 35-Jährige feiert am 1. März nach. "Ich habe das einfach von meinen Eltern übernommen", sagt sie. Diese sagten immer, dass sie am 28. eben nicht auf die Welt gekommen sei. Als Kind war das rare Datum der Facharztassistentin egal. "Hauptsache die Freunde waren da und es gab Geschenke", erzählt die 35-Jährige. Doch eine Sache stört sie: "Wenn ich mich irgendwo anmelde, finde ich mein Geburtsdatum nicht." Bei Facebook habe sie das Datum erst dieses Jahr ändern können. Die Freude auf Montag nimmt ihr das aber nicht: "Natürlich feiere ich da. Wenn das Datum schonmal im Kalender steht, will ich auf keinen Fall nachfeiern", erklärt sie. Und auf einen Geburtstag wartet sie  auch schon lange: "Der 40ste – das ist ein runder Geburtstag und ein Schaltjahr." Glück hat sie: 2020 fällt der 29. Februar auf einen Samstag.

Ihren 40sten hat die Hombergerin Kirsten Lesch bereits hinter sich. "Als Kind dachte ich immer, dass ich dann alt bin", gesteht die heute 43-Jährige mit einem Lächeln. Alt fühle sie sich aber ganz und gar nicht. Auch gebe es viel mehr Schaltjahrkinder als vermutet wird. "Es gab mal eine Radio-Geburtstagsjagd", beginnt sie zu erzählen, "ich bin einfach nicht durchgekommen. Es war ständig besetzt." Doch das nimmt sie gelassen. Und auch sonst habe die Schulsekretärin kein Problem mit ihrem Geburtsdatum. "Das ist für andere irgendwie schlimmer als für mich selbst", sagt sie.

Das bestätigt auch Roland Heinzerling aus Wichte (Morschen). Als er 1956 das Licht der Welt erblickt, bittet seine Mutter die Hebamme, den 1. März als Geburtsdatum einzutragen. "Hat sie aber nicht getan", bemerkt der 59-Jährige, "und gefeiert habe ich meistens sowieso am 1. März." Dieses Jahr ist das anders. Er feiert im Juni nach. "Montags feiern ergibt für mich keinen Sinn und im Sommer ist es viel schöner", erklärt der Bürokaufmann und bleibt entspannt. Außerdem kämen auch am Montag viele Gratulanten, nur die Feier werde verlegt.

In einem Punkt sind sich alle einig: Es gibt schlimmere Geburtsdaten als den 29. Februar. "Weihnachten zum Beispiel", sagt Miriam Mikosz und lacht, "da hat keiner Zeit und weniger Geschenke gibt es auch."

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