Naturkundemuseumsschef informierte Fritzlarer Jungredakteure über das Insektensterben

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Schülerzeitungsredakteure der Albert-Schweitzer Schule Kassel und der Ursulinenschule Fritzlar wurden von Dr. Kai Füldner, Leiter des Naturkundemuseums Kassel persönlich durch die Ausstellung "Ausgesummt" geführt.

Museumsleiter Dr. Kai Füldner führte junge Redakteure von Schülerzeitungen durch die Sonderausstellung zum Thema "Insektensterben".

Kassel/Fritzlar. Das Thema „Insektensterben“ ist seit der sogenannten Krefelder Studie in das öffentliche Interesse gerückt. Die Zahlen sind dramatisch, die Folgen für die Natur und den Menschen auch. Dies zeigt die laufende Sonderausstellung im Naturkundemuseum Kassel (bis 14. Oktober).

Auf Einladung der Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen besuchten jetzt junge Redakteure von Schülerzeitungen die Ausstellung, durch die Museumsleiter und Kurator Dr. Kai Füldner persönlich führte. Anschaulich erläuterte Dr. Füldner die Folgen der regelrechten Aussterbewelle von Insekten und fand dabei auch deutliche Worte für die Ursachen. Bodenversiegelung, Lichtverschmutzung sowie zu viel Gift und zu wenig naturbelassene Flecken in Privatgärten zählen dazu. Hauptverursacher aber bleibt laut Füldner die Agrarindustrie, die Monokulturen fördert.

Denn durch Großflächen verschwinden nicht nur artenreiche Wiesen, die in zu stark gedüngten Produktionsflächen (Äckern) umgewandelt werden, oft für den Maisanbau und Biogasanlagen. Der Einsatz von Neonicotinoiden (kurz Neonics) sorgt für eine Vernichtung der Insekten: das Nervengift stört u.a. den Orientierungssinn und sorgt für Verhaltensänderungen, die zum Aussterben führen.

Auch den populären Begriff „Bienensterben“ relativierte Dr. Füldner. Glücklicherweise ist die Honigbiene dank vieler Imker nicht vom Aussterben bedroht. Allerdings ist deren Bestäubungsleistung vergleichsweise niedrig. Wildbienen und Falter leisten wesentlich mehr, werden aber durch die Neonics mehr und mehr verdrängt. In China müssen Obstplantagen schon von Menschenhand bestäubt werden.

 Die Schülerinnen und Schüler machten sich umfangreiche Notizen und wollen das Gehörte und Gesehene in ihren Redaktionen einbringen. Dr. Füldner sprach auch von seiner persönlichen Motivation und erklärte, wie so eine Ausstellung überhaupt entsteht. Im abschließenden Gespräch gaben die Teilnehmer ein positives Feedback. „Ich hatte echt Sorge, dass die Ausstellung langweilig ist bei dem Thema. Aber die ist richtig interessant gemacht“, sagte ein Schüler.

Mit dabei war Andreas Grede, Sprecher und Vorstand der Aktionsgemeinschaft Agrarwende Nordhessen (kurz AGA-Nordhessen). Er betonte die Bedeutung von Informationen und Aufklärung über diese wichtigen Themen. Deshalb seien Schülerinnen und Schüler, die sich bei einer Schülerzeitung engagieren, genau die richtigen Adressaten für die Ausstellung. Die AGA-Nordhessen bietet seit kurzem auch ganze Unterrichtseinheiten für die verschiedenen Jahrgangsstufen an, um junge Menschen für die Themen Natur- und Umweltschutz sowie Tierschutz zu sensibilisieren. Zudem wurde eine 16-seitige Broschüre für Schülerinnen erstellt. Interessierte Schulen können sich per Mail an die AGA-Nordhessen wenden.

Kontakt über www.aga-nordhessen.de oder per E-Mail an kontakt@aga-nordhessen.de

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