Neujahrsempfang in Fritzlar: Live-Schaltung zu Soldaten in Mali

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Fritzlar: Garnison und Stadt feiern gemeinsamen Neujahrsempfang.

Fritzlar. „Ein erfolgreiches Jahr - aber leider auch ein Jahr mit sehr bitteren Momenten liegt hinter uns", traditionell zog Bürgermeister Hartmut Spogat beim Neujahrsempfang ein Resümee über das abgelaufene Jahr und gewährte einen Ausblick in das laufende Jahr.

Um die Geschehnisse der letzten Monate in die Köpfe der zahlreich erschienenen Gäste zu rufen, folgte seinem Beitrag eine Diashow im Hintergrund, auf der die Bilder der wichtigsten Ereignisse gezeigt wurden. Der Besuch des päpstlichen Nuntius Bischoff Dr. Nicola Eterovic im Rathaus, der Brand im Hospital zum Heiligen Geist, Ferienspiele - der Rathauschef verdeutlichte die Ereignisse und Veränderungen in der Domstadt.

"Freudig überrascht sind wir über die Bewertung des Online Magazins GEO, dass Fritzlar zu den zehn schönsten Fachwerkstätten Deutschlands gehört. Wir stehen somit auf Augenhöhe unter anderem mit den Städten Bamberg, Celle, Einbeck etc.", sagt Spogat stolz. In der offiziellen Begründung wird der historische Marktplatz und das Gildehaus sowie das Ensemble der gut erhaltenen mitteldeutschen Fachwerkkunst genannt. "Dies macht uns zusätzlich sehr stolz, denn nicht umsonst wird der Marktplatz auch als 'die gute Stube Fritzlars' bezeichnet", so Spogat.

Laut dem Bürgermeister habe Fritzlar sich weiterhin sehr gut entwickelt. Die Bevölkerungszahlen gehen nach oben, es gäbe kaum noch Leerstände in den Ortsteilen, Bauplätze seien rar. Die Verbindlichkeiten - sprich Schulden - konnten weiter reduziert werden, trotz hoher Investitionen. Die Menschen leben gut und gerne mit ihren Familien hier. Umso wichtiger sei es, dass die gute wirtschaftliche Entwicklung fortgesetzt werden kann, die Fritzlar in den letzten Jahren genommen hat. Dafür plant Spogat, ein barrierefreies Bürgerbüro in den ehemaligen Rolandstuben zu errichten - die Idee der Schaffung eines Bürgerinformationszentrums stehe ebenfalls im Raum. Ebenso soll der Bahnhof barrierefrei umgestaltet werden.

Ein überregionales Ereignis erwartet die Bürger im Sommer: vom 15. bis 17. Juni wird in den Ederauen der Deutsche Landjugendtag mit circa 1.000 Vertretern der Landjugend stattfinden.

Oberst Dr. Volker Bauersachs entführte anschließend die Zuschauer der Stadthalle in den Einsatzort Mali - zumindest mental. Die Einsatzkräfte des Kampfhubschrauberregiments 36 Fritzlar sind dort mit vier Tiger-Kampfhubschraubern sowie vier NH 90 Transporthubschraubern aus den Transporthubschrauberregimenten 10 und 30, deren Soldaten ebenfalls im sogenannten Einsatz Minusma sind.

"Der gebildete Heeresflieger-Einsatzverband aus den Regimenten ist im Einsatz gut zusammengewachsen und pflegt ein lobenswertes Gemeinschaftsgefühl, das sich in der Zahl 76 ausgedrückt, sprich: Die Summe aus den Regimentsziffern 36, 30 und 10", erklärt Oberst Dr. Bauersachs: "Allerdings bestimmen auch Staub, Hitze und wüstenklimatische Bedingungen das Lager-Leben." 

Um dem Publikum einen besseren Eindruck der Lage in Mali zu verschaffen, wurde während des Vortrages eine Live-Schaltung eingerichtet. Major Kienzle und Hauptmann Eifler erzählten vom "76-Spirit", 45 Grad Arbeitsbedingungen in der Fliegerhalle,  99 Prozent Luftfeuchtigkeit nach Regen sowie Sandstürmen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h, die eine Sandwand von bis zu 900 Metern aufwirbeln können und machten deutlich: "Hier sterben täglich Menschen - ob Zivilisten oder UN-Kameraden." Das Ende des Einsatzes ist für Ende Juli dieses Jahres vorgesehen.

Doch auch die Kehrseite des Soldatenberufes wurde nicht unerwähnt gelassen. Dem Verlust der zwei Piloten Major Färber und Stabshauptmann Müller wurde gedacht. Oberst Dr. Bauersachs zeigte sich überwältigt von der Anteilnahme, den Spendenaktionen, den zahlreichen Kondolenzschreiben, angefangen von hochgestellten Persönlichkeiten bis hin zum persönlich betroffenen Bürger.

Bei einem Ausblick in die Zukunft hinsichtlich des Standortes Fritzlar ist vor allem der baldige Hessentag in Korbach zu nennen, bei dem die Fritzlarer Georg-Heinrich-Kaserne mit einem abgerüsteten Tiger als Ausstellungsstück vertreten sein wird. Auch der Standortbiwak am 31. August steht bevor.

Abschließend wurden die Sportler des vergangenen Jahres vom Bürgermeister geehrt.

Musikalisch begleitet wurde der Nachmittag von dem Schulorchester der Ursulinenschule Fritzlar unter Leitung von Eva-Maria Heupts und Michael Siegel.

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