Ein Ort für Leben: Neukirchenerin Christin Schwarz sucht Grundstück für Gnadenhof und hofft auf Unterstützer

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Ein Herz für Tiere: Seit vielen Jahren hat Christin Schwarz den Traum von einem eigenen Gnadenhof. Jetzt möchte sie ihn realisieren.

Ihren gut bezahlten Job in der Schweiz hat sie gekündigt, um sich ihren großen Traum zu erfüllen: Christin Schwarz möchte einen Gnadenhof für Nutz- und Haustiere aufbauen. Favorisierter Standort ist ihre Heimat Nordhessen. Dafür sammelt die 32-Jährige jetzt Spenden.

Neukirchen. Dass Beruf und Berufung doch sehr weit voneinander abweichen können, wusste Christin Schwarz früh. Lange habe sich die 32-jährige Neukirchenerin allerdings nicht getraut, für ihren Traum ihr „sicheres Leben“ aufzugeben.

Nach dem Abitur an der Melanchthon-Schule Steinatal im Jahr 2006 zog es sie an die Uni. In Bielefeld studierte sie Tourismus- und Eventmanagement. Nach erfolgreichem Abschluss lebte sie zuerst in der Mainmetropole Frankfurt, wo sie für die Condor und die Deutsche Bahn tätig war. Später führte ihr beruflicher Weg in die Schweiz nach Zürich, um für die Swiss International Air Lines zu arbeiten. Unbefristet und gut bezahlt im Angestelltenverhältnis und das auch noch in einer Stadt, die laut einer aktuellen Mercer-Studie weltweit die zweithöchste Lebensqualität bietet. Was will man mehr?

Der 32-Jährigen fehlte die Erfüllung. „Von klein auf habe ich ein Herz für Tiere“, betont Schwarz. Ihr großer Traum: Ein Gnadenhof, auf dem sowohl Nutztiere wie Schweine, Kühe oder Schafe, aber auch Haustiere wie Hunde und Katzen ihren Lebensabend verbringen können. „Ich habe das lange für mich behalten, weil mir selbst noch die Vorstellung fehlte, wie ein Projekt dieser Art in die Tat umgesetzt werden kann“, erzählt die Neukirchenerin.

Erfahrungen auf der ganzen Welt gesammelt: Unter anderem in Australien hat die Neukirchenerin auf Farmen gearbeitet.

2018 brachte Schwarz schließlich den Mut auf, warf ihren Job hin und flog ans andere Ende der Welt. „Ich war ein Jahr in Australien und habe dort auf Farmen mit Tieren gearbeitet und gegärtnert“, sagt die 32-Jährige. Bereits bevor sie in die Schweiz zog, ist Schwarz mit einem Wohnmobil durch Europa gereist und hat in dieser Zeit für zwei Monate in Schweden auf einem Bio-Hof mit Permakultur (nutzbares Ökosystem, das sich selbst erhält; Anm. d. Red.) gearbeitet. „In diesem Jahr habe ich mich zudem noch an mehreren Projekten in Indien und Portugal beteiligt, um mehr über autarkes Leben und Permakultur zu lernen“, erzählt Schwarz.

Mit all den Erfahrungen und dem Wissen, das sie an den verschiedenen Stationen gesammelt hat, fühle sie sich jetzt bereit für den großen Traum: den eigenen Gnadenhof. Dabei hat die Neukirchenerin das Heimweh gepackt. „Es wäre schön, wenn ich ein Grundstück in meiner alten Heimat Nordhessen finden könnte“, verrät Schwarz.

Nicht nur Tiere sollen hier Zuflucht finden. „Gleichzeitig möchte ich einen Permakultur-Garten schaffen, Bäume pflanzen und Insektenwiesen anlegen“, erklärt die 32-Jährige. Das Leben auf dem Hof möchte Schwarz zudem teilen. Nicht nur mit ihrem Freund Luca, mit dem sie dieses Projekt in die Realität umsetzen möchte, sondern auch mit Gästen. „Die Nachfrage nach gesunden, nachhaltigen Alternativen in allen Lebensbereichen ist stetig wachsend und mit der Klimakrise werden sich wohl auch die Vorlieben für Urlaub nach und nach verändern. Hier möchte ich Vorreiter sein“, betont die Tourismus-Expertin. Ohne das Standbein, den Hof auch touristisch zu nutzen, sei das Projekt auf Dauer finanziell auch nicht zu stemmen, weiß die 32-Jährige.

Doch das ist vorerst Zukunftsmusik, denn jetzt geht es darum, ein bezahlbares Grundstück zu finden. Dafür spare die Neukirchenerin jeden Cent. „Ich lebe sehr minimalistisch“, sagt Schwarz. Unterstützung sei jedoch unerlässlich.

Die Neukirchenerin ist auf Spenden angewiesen und hat deshalb ein Fundraising (siehe EXTRA-INFO) im Netz gestartet. So sollen in einem ersten Schritt 25.000 Euro zusammenkommen, die unter anderem den Grundstückskauf ermöglichen. „Allein mit Eigenkapital geht es nicht. Es klappt nur, wenn wir genügend Spenden sammeln können“, ruft die 32-jährige auf und hofft auf zahlreiche Unterstützer.

EXTRA-INFO

Das Fundraising für das Hof-Projekt

Seit 13. Dezember ist das Fundraising unter www.startnext.de/nachhaltigerlebenshof freigeschaltet. In zwei Stufen soll das Projekt Gnadenhof in die Realität umgesetzt werden. Fundingziel in Stufe eins sind 25.000 Euro, der Finanzierungszeitraum endet am 31. Januar. Fundingziel Nummer zwei ist mit 125.00 Euro (Realisierungszeitraum 2020/2021) deutlich höher gesteckt. Dabei können Unterstützer einzelne Maßnahmen finanzieren, wie etwa 30 Euro für ein Insektenhotel oder aber auch ein Stück Zaun für 60 Euro. Auf ihrem Instagram (@almagea_lebenshof) und Facebook-Account (@Sanctuary AlmaGea) hält die Neukirchenerin alle Interessierten stets auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen.

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