Nicht wegschauen, sondern aus der Geschichte lernen - Dr. Dieter Vaupel stelle sein neues Buch vor

Kürzlich stellte der Gudensberger Historiker und Buchautor Dr. Dieter Vaupel gemeinsam mit Alida Scheibli in einer szenischen Lesung sein Buch „Etwas Schaden ist wohl bei den meisten Juden eingetreten“ erstmalig der Öffentlichkeit vor.

Felsberg. Die Buchpräsentation – veranstaltet vom „Verein zur Rettung der Synagoge“ - über jüdisches Leben in Felsberg war ursprünglich in der Felsberger Synagoge geplant, musste aber aufgrund der zu hohen Anmeldezahlen in das Dorfgemeinschaftshaus nach Felsberg-Wolfershausen verlegt werden, um die Corona-Regeln einzuhalten.

Vaupel las im Wechselspiel mit Scheibli, die auch für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte. Sie stellten vor allem bewegende Berichte aus Dokumenten und Zeitzeugenaussagen aus der Zeit direkt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten vor, als die Juden immer mehr ausgegrenzt und letztendlich nach und nach vertrieben wurden, sowie aus den schlimmen Ereignissen des Felsberger Novemberpogroms von 1938. Auch auf die Täter ging Vaupel ein, indem er Auszüge vortrug, in denen der NSDAP Ortsgruppenleiter, ein erklärter Antisemit, im Mittelpunkt stand. Scheibli gab danach einer „stillen Heldin“ ihre Stimme, die zu einer Zeit, als es für alle verboten war, noch immer heimlich ihre jüdischen Nachbarn mit Lebensmitteln versorgte.

Am Ende mahnte der Buchautor, gerade heute, angesichts Rechtspopulismus und aufstrebendem Antisemitismus, wachsam zu sein. Das Beispiel Felsberg zeige eindringlich, wohin Hass und Intoleranz führen und mache sensibel dafür, gerade heute genau hinzuschauen, wo grunsätzliche Werte unserer demokratischen Gesellschaft missachtet werden. „Wir dürfen nicht schweigen, nicht wegschauen, wenn jemand angegriffen, gedemütigt oder in seiner Würde verletzt wird“, so Vaupel.

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