Norbert Bühn pflegt 180 Nistkästen rund um Obermelsungen – Forstamt setzt auf natürliche Rückzugsräume

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Seit über 20 Jahren aktive für den Vogelschutz: Norbert Bühn aus Obermelsungen pflegt Nistkästen rund um seinen Heimatort und sucht nach einem Nachfolger.

Norbert Bühn ist ein großer Vogelfreund. Aus diesem Grund pflegt er seit über 20 Jahren 180 Nistkästen rund um Obermelsungen. Aus gesundheitlichen Gründen wird er die Arbeit nicht mehr lange leisten können. Das Forstamt springt jedoch nicht ein.

Melsungen-Obermelsungen. 180 Nistkästen hängen in den Bäumen am Waldrand rund um Obermelsungen – Norbert Bühn kennt sie alle. Der 66-jährige Vogelfreund hat sich der Pflege der Behausungen verschrieben – viele davon hat er sogar selbst gebaut. Dabei hält er jedoch nicht nur die von ihm angebrachten Nistkästen sauber und in Schuss, sondern pflegt die des Forstamtes Melsungen ebenso.

„Das mache ich seit über 20 Jahren. Anfangs wollte das Forstamt nicht, dass ich eigene Kästen anbringe“, erinnert sich der Obermelsunger. Später habe man doch noch zusammengefunden. Das Forstamt habe es sogar begrüßt, dass Bühn eigeninitiativ Nistkästen anbringe.

„Damals hieß es noch, dass es wichtig sei, den Vögeln Nistmöglichkeiten zu schaffen, die in der Natur nicht ausreichend vorhanden waren“, erzählt Bühn. Umso erstaunter sei der Vogelschützer gewesen, als er vor einigen Monaten von Steffen Wildmann, kommissarischer Forstamtsleiter in Melsungen, erfahren musste, dass man sich seitens des Forstes nicht mehr um die Kästen kümmere.

„Ich habe das Forstamt darüber informiert, dass ich aus gesundheitlichen Gründen in naher Zukunft die Pflege gewährleisten kann. Hier sagte mir der Forstamtsleiter, dass es genügend Nisthöhlen gäbe und man die Kästen nicht mehr brauche“, sagt der Obermelsunger.

180 dieser Nistkästen säubert der Vogelschützer zweimal im Jahr.

Nachfrage beim Forstamt Melsungen, bestätigt Steffen Wildmann, dass er Bühn darüber informiert habe, seitens des Forstamtes keinen aktiven Singvogelschutz durch das Anbringen von Nistkästen zu betreiben. „Norbert Bühn hat unsere größte Anerkennung und Hochachtung für alles, was er in den vergangenen Jahren für den Vogelschutz geleistet hat. Dennoch sollte bedacht werden, wie sinnvoll Nistkästen sind“, erklärt der kommissarische Forstamtsleiter.

Aufseiten des Forstamtes Melsungen werde das Konzept eines naturnahen Waldbaus verfolgt. „Wir achten bei der Aufforstung auf Vielfalt – weg von den Monokulturen. Dabei bleibt auch ein bestimmter Anteil von Alt- und Totholz erhalten. Durch diese lebensraumverbessernden Maßnahmen schaffen wir natürliche Nist- und Bruträume“, sagt Wildmann.

Bühn, der täglich im Wald unterwegs ist und die Kästen zweimal im Jahr säubert, sagt: „Im vergangenen Jahr war fast jeder Kasten von einem Tier besetzt. Das belegt doch die Relevanz dieser Nistmöglichkeiten“, betont Vogelschützer Bühn, der nach einem engagierten Nachfolger für seine Arbeit im Zeichen des Vogelschutzes sucht (siehe EXTRA-INFO).

Forstamtsleiter Wildmann betont, dass man keinesfalls das „Lebenswerk“ des 66-Jährigen zunichtemachen wolle. „Herr Bühn oder ein potenzieller Nachfolger dürfen die Nistkästen gerne weiter pflegen. Das begrüßen wir sogar. Allerdings wird das Forstamt Melsungen hier nicht aktiv mitwirken“, macht Wildmann deutlich.

EXTRA-INFO

Kontakt für Vogelschützer

Wer interessiert ist, den Obermelsunger Norbert Bühn bei seiner Arbeit zu unterstützen bzw. diese künftig zu übernehmen, kann den 66-jährigen unter Tel. 05661-4223 direkt kontaktieren.

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